29.10.2017, 10:48 Uhr

Holler für fünf Jahre im Amt bestätigt Gewerkschaft NGG wählt neue Führung

Die Gewerkschaft NGG hat am Samstag, 28. Oktober, ein neues Führungsduo gewählt. Außerdem wurden langjährige Mitglieder geehrt. (Foto:Gewerkschaft Nahrung – Genuss – Gaststätten)Die Gewerkschaft NGG hat am Samstag, 28. Oktober, ein neues Führungsduo gewählt. Außerdem wurden langjährige Mitglieder geehrt. (Foto:Gewerkschaft Nahrung – Genuss – Gaststätten)

Anlässlich einer Mitgliederversammlung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) beim „Straubinger Wirt“ in Beutelsbach - Atzing wurde ein neue Führungsduo für die Ortsstelle Passau-Rottal gewählt und langjährige Gewerkschaftsmitglieder geehrt.

BEUTELSBACH Bei den regulär anstehenden Neuwahlen wurde Herbert Holler als Vorsitzender der Ortsstelle Passau-Rottal für die kommenden fünf Jahre im Amt bestätigt. Herbert Holler ist Vorsitzender des Betriebsrats an der Autobahnraststätte Donautal Ost. Als Stellvertreter wurde Alois Dobler ins Amt gewählt, der bislang Vorsitzender der bis Anfang des Jahres eigenständigen Ortsstelle Rottal war. Neu gewählt wurden außerdem die örtlichen Delegierten für die Regionsdelegiertenkonferenz.

Ortsstellenvorsitzender Herbert Holler konnte gemeinsam mit Kurt Haberl, Geschäftsführer der NGG-Region Niederbayern, viele Mitglieder für ihre jahrzehntelange Verbundenheit mit der Gewerkschaft ehren. Josef Kaltenecker, der schon 1957 der NGG beitraten, sei mit sechs Jahrzehnten Mitgliedschaft ein „Urgestein der niederbayerische Gewerkschaftsbewegung“, so Haberl in seiner Laudatio.

Große Anerkennung sprach er auch Eugen Gell, Manfred Greil, Hannelore Langer und Alois Osterkorn aus, die für 50-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wurden. Weiterhin wurden geehrt: Für 40 Jahre Mitgliedschaft, Franz Berndl, Franz Blöchl, Karl-Heinz Kriegl und Berta Stutz, sowie für 25-jährige Mitgliedschaft Helmut Abstreiter, Reinhold Artinger, Ludwig Eder, Herbert Fischer, Franz Gimpfl, Anna Gruschke, Reinhard Haas, Maria Hüttinger, Bernd Minde, Marianne Resch, Jörg Scheifl, Peter Sontag, Erich Spreitzer und Günter Waldhör.

In seinem Tätigkeitsbericht umriss Geschäftsführer Kurt Haberl die Schwerpunkte der gewerkschaftlichen Arbeit im vergangenen Jahr. Als „Hauptleistung“ der Gewerkschaft bezeichnete Haberl die regelmäßigen Tariflohnerhöhungen, die aber vom Organisationsgrad und dem Engagement der Mitglieder in den einzelnen Branchen bzw. Betrieben abhängig seien.

Für die bayerische Milchwirtschaft habe man den besten Tarifabschluss im Vergleich zu anderen Tarifgebieten bzw. Bundesländern erreicht. „Dies war möglich, weil wir als Verhandlungspartner ernst genommen werden und unsere Mitglieder in der Vergangenheit schon öfters ihre Streikbereitschaft unter Beweis gestellt haben“, so Haberl.

Ihre Streikbereitschaft hätte auch die Belegschaft der Autobahnraststätte Donautal bei Passau bei einem Warnstreik für mehr Lohn gezeigt. Hervorgehoben wurde auch, dass es am Schlachthof der VION in Vilshofen seit gut einem Jahr einen Betriebsrat gibt, und dieser in seiner noch kurzen Amtszeit schon eine Reihe von Betriebsvereinbarungen mit dem Arbeitgeber geschlossen hätte, z.B. zur Arbeitszeit, bezahlte Umkleidezeiten und Urlaubsregelungen.

Das Ergebnis der Bundestagswahl beleuchtete Haberl kritisch, insbesondere das Abschneiden der AfD. „Die Anforderungen an eine zukunftsfähige Sozial- und Arbeitsmarktpolitik und einer gerechteren Verteilung der wirtschaftlichen Wertschöpfung lassen sich in Zeiten der Globalisierung nicht mit Populismus und Stammtischparolen lösen“, so Haberl.

Befasse man sich näher mit dem Programm der AfD müsse man feststellen, dass diese für die Gewerkschaft NGG keine Alternative darstellen. Mit Forderungen nach Abschaffung der Gewerbe- und Vermögenssteuer und Streichung der Erbschaftssteuer, Einschränkung der Unterstützung von Alleinerziehenden, Auflösung der Bundesagentur für Arbeit und Aufgabenverlagerung auf Jobcenter, würden Reiche entlastet und die Spaltung in unserer Gesellschaft weiter vorangetrieben.

Nach seiner Einschätzung könne man auch nicht darauf vertrauen, dass durch eine „Jamaika-Koalition“ bezüglich der Eindämmung von Leiharbeit und befristeten Arbeitsverträgen, prekärer Beschäftigung und sozialer Gerechtigkeit effektive Verbesserungen für Arbeitnehmer geschaffen werden. Deshalb werden sich die Gewerkschaften auch in den kommenden Jahren anstrengen müssen um ihren Forderungen Gehör zu verschaffen.

Haberls Prognose: „Ich rechne damit, dass wir in den nächsten Jahren wieder öfters auf die Straße gehen müssen!“


0 Kommentare