17.03.2018, 11:19 Uhr

KIT im Landkreis Mühldorf Erste Hilfe für die Seele

KIT-Leiterin Christa Wiesenbauer gab Einblicke in die Arbeit des Kriseninterventionsteams. (Foto: BRK Kreisverband Mühldorf)KIT-Leiterin Christa Wiesenbauer gab Einblicke in die Arbeit des Kriseninterventionsteams. (Foto: BRK Kreisverband Mühldorf)

Betroffenen nach Schicksalsschlägen zur Seite zu Stehen. Das ist die Aufgabe des Krisentinterventionsteams (KIT) des BRK Mühldorf. Bei einem Vortrag über die Arbeit des KIT spendeten die Anwesenden jüngst spontan insgesamt 370 für die bewundernswerte Arbeit der seelischen Notfall-Helfer.

EGGLKOFEN Auf großes Interesse stieß ein Vortrag über die Krisen-Intervention im Landkreis Mühldorf, zu dem jüngst die Pfarrei und die FFW Egglkofen/Wiesbach ins Gasthaus Schober eingeladen haben. Christa Wiesenbauer, Leiterin des BRK Kriseninterventionsteams - kurz KIT- im Landkreis Mühldorf erläute eingangs die Struktur und Arbeit des KIT. Gegründet wurde es unter dem Dachverband des Roten Kreuzes vor 17 Jahren von Thomas Kulot, der es zehn Jahre lang leitete.

Die Organisation deckt mit vier ausgebildeten Helfern den gesamten Landkreis Mühldorf ab. Die Mitarbeiter stammen aus den unterschiedlichsten Berufen und sind alle ehrenamtlich tätig. Die Ausbildung zum Kriseninterventionshelfer umfasst mehrere Jahre und endet nach einer Zeit als Hospitant mit einer Abschlussprüfung in Theorie und Praxis. Durch diese Ausbildung wird das Team auf seine Einsätze vorbereitet.

Die Alarmierung des KIT erfolgt über die Leitstelle von Notarzt, Polizei, Kripo oder Feuerwehr. Ein Einsatz dauert meist zwischen drei und zehn Stunden. Indikationen für die Alarmierung sind Todesnachrichtüberbringung mit Polizei, laufende Reanimation im häuslichen Bereich, Suizide, Vergewaltigung, Großschadenslage oder Verkehrsunfälle. Die Aufgabe des KIT besteht somit darin, Angehörigen in Akutsituationen wie plötzlichen Schicksalsschläge oder dem plötzlichen Tod den Angehörigen an Ort und Stelle beizustehen. Dabei ist es oft wichtig, einfach nur da zu sein. Aber auch Informationsweitergabe an Kripo und Polizei oder die Aktivierung von sozialen Netzwerken sowie Bezugspersonen gehört dazu. Christa Wiesenbauer betonte, dass die Betreuung immer neutral erfolge, ohne Bewertung von Schuld. Immer mehr kommt ihr Team auch in fremden Kulturen zum Einsatz, wobei auch dort ihre Hilfe gerne angenommen wird.

Wichtig für die Einsatzkräfte selbst sei, um solche Situationen aushalten zu können, mitzufühlen, aber nicht mitzuleiden. Dazu gibt es für die Mitglieder sog. Supervisionen unter der Leitung eines Psychologen zur professionellen Nachsorge. Genauso dient aber auch die Einsatzkleidung als Eigenschutz, um so nach einem Einsatz das Erlebte zu Hause wieder ablegen zu können. Dies sowie weitere Fortbildungen müssen aus Fördermitgliedsbeiträgen und aus Spendengeldern finanziert werden. Neue Helfer, die sich dieser Anforderung gewachsen sehen, seien jeder Zeit willkommen.

Bei einem sich anschließenden Gespräch zwischen Zuhörern und der Referentin wurde deutlich, wie wichtig diese Arbeit für Betroffene ist, da man sich durch die Anwesenheit eines Helfers nicht alleingelassen fühlt. Auch wurde die gute Arbeit des KIT besonders hervorgehoben.

Am Schluss des Vortrags spendeten die Anwesenden 370 Euro, um die Arbeit des BRK KIT zu unterstützen. Christa Wiesenbauer dankte allen Spendern, auch für die ihr entgegengebrachte Aufmerksamkeit.


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