22.04.2020, 16:07 Uhr

Corona-Hotline „Die Unsicherheit ist immer noch da!“

Mitarbeiter des Bürgertelefons im Gespräch mit besorgten Bürgern. Foto: Landkreis LandshutMitarbeiter des Bürgertelefons im Gespräch mit besorgten Bürgern. Foto: Landkreis Landshut

Auch Wochen nach dem Ausbruch der Corona-Epidemie ist die Verunsicherung bei den Bürgern der Region hoch. Die Mitarbeiter des Bürgertelefons am Landratsamt haben gut zu tun.

Region Landshut. „Das hört sich nach typischen Symptomen an“ – eine Anruferin klagt über Halsschmerzen und trockenen Husten, seit Tagen brummt ihr der Schädel und auch eine erhöhte Temperatur hat sie festgestellt. Es folgt eine telefonische Anamnese, wie sie in den vergangenen Wochen in den niederbayerischen Hausarzt-Praxen häufig erfolgt: „Waren Sie kürzlich im Ausland? Hatten Sie mit einer Person Kontakt, bei der das Corona-Virus festgestellt wurde?“. Die Patientin telefoniert aber nicht mit ihrem Hausarzt: Sie hat die Nummer des Bürgertelefons gewählt, bei der Ärzte im Ruhestand besorgte Bürgerinnen und Bürger bei Fragen rund um das Corona-Virus beraten. Diese Anruferin wurde an die Screening-Station am Landshuter Messegelände verwiesen, um sich testen zu lassen.

Seit gut vier Wochen läuft das Bürgertelefon von Stadt und Landkreis Landshut, eine wichtige Einrichtung, um den Bürgerinnen und Bürgern in dieser unsicheren Zeit Antworten auf ihre Fragen geben zu können. Auch wenn sich der „Sturm“ der ersten Wochen etwas gelegt hat, „die Unsicherheit ist immer noch da“, wissen die Fachleute zu berichten. Jeweils zu zweit (anfangs zu dritt) nehmen die Ärztinnen und Ärzte die Anrufe der besorgten Bürgerinnen und Bürger der Region an. Eingeteilt werden Freiwilligen über den Ärztlichen Kreisverband Landshut, sie haben auch in ihren Reihen geworben, um dieses Bürgertelefon personell zu besetzen.

Dabei sind es nicht nur die medizinischen Fragen, die die Menschen umtreiben – auch die Ausgangsbeschränkungen werden von den Anrufern immer wieder angesprochen: „Der Überblick über die ganzen Regelungen ist für den Einzelnen sehr schwierig geworden. Sie wissen oftmals nicht, wie sie mit der Situation umgehen sollen.“ Aber auch für diese Fragen haben die Telefonisten ein offenes Ohr.

Landrat Peter Dreier und Oberbürgermeister Alexander Putz zeigen sich sehr dankbar über das Engagement der Ärztinnen und Ärzte, die sich auch im Ruhestand für die Menschen und ihre Gesundheit einsetzen: „Mit Ihnen haben unsere Bürgerinnen und Bürger erfahrene Fachleute in der Leitung, die in diesem speziellen Gebiet wichtige Informationen aus erster Hand liefern. Sie entlasten in dieser schwierigen Zeit unsere besonders geforderten Sachgebiete und Mitarbeiter und sind eine sehr wertvolle Unterstützung.“

Das Bürgertelefon ist von Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 16 Uhr besetzt. Zu erreichen ist es unter den NUmmern 0871/408-1805, -1806, -1807.

852 Corona-Indexfälle sind in Stadt und Landkreis Landshut seit Beginn des Infektionsgeschehens in der KW11 festgestellt worden – davon sind 514 Infizierte bereits wieder genesen. 27 Personen sind verstorben, bei denen ein Zusammenhang mit einer COVID19-Erkrankung möglich ist. Die Zahl der Kontaktpersonen liegt bei 2.436.


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