15.04.2020, 19:37 Uhr

Guter Start Covid19-Praxis soll erweitert werden


Seit gut einer Woche ist die Schwerpunktpraxis für Patienten mit Fieber und Atemwegsinfekten im ehemaligen Rosenhof in Ergolding in Betrieb. Jetzt soll das Behandlungsspektrum ausgeweitet werden.

Ergolding. Der regionale Versorgungsarzt Dr. Uwe Schubart zieht bisher ein positives Fazit: „Die Praxis wurde bisher recht gut angenommen, aber nicht überrannt. Es sind also noch Kapazitäten verfügbar.“ Die Zahl der behandelten Patienten schwankte bisher täglich. Derzeit laufen die Planungen, das medizinische Spektrum noch zu erweitern: Neben der allgemeinmedizinischen Expertise ist auch angedacht, dass künftig augenärztliche Untersuchungen bei Menschen mit akuten Atemwegsinfekten durchzuführen. Sollte dies ebenfalls gut nachgefragt werden, ist auch die Einrichtung weiterer Fachrichtungen denkbar. „Durch die großzügigen Räumlichkeiten des Rosenhofs sind wir hier sehr flexibel.“

Um den behandelnden Arzt und sein Personal vor einer Infektion zu schützen, müssen sie beim Patientenkontakt besondere Schutzkleidung tragen – zertifizierter Mundschutz, Brille, Schutzkittel, Handschuhe. Um das Schutzmaterial nachhaltig einzusetzen ist es sinnvoller, wenn ein Arzt ausschließlich (potenziell) infizierte Patienten behandelt, und die Schutzmontur nicht ständig erneuert werden muss. So wird auch die Gefahr reduziert, dass sich andere Patienten, bei denen kein Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht, beim Praxis-Besuch mit dem Virus anstecken könnten. Die Patientenströme könnten so besser und sicherer kanalisiert werden.

In der Schwerpunktpraxis werden ausschließlich mit dem Corona-Virus infizierte Patienten und konkrete Verdachtsfälle (Entzündung im Atemwegsbereich und direkter Kontakt mit infizierter Person) mit leichten bis mittelschweren Symptomen behandelt. Die Patienten müssen sich zuvor unbedingt telefonisch bei ihrem Hausarzt melden, der sie dann an die Einrichtung überweist.

Die Patienten der Schwerpunktpraxis sollen, falls vorhanden, bereits mit einer Mund-Nasen-Maske in den Rosenhof kommen. Aufgrund der derzeitigen Materialbestände können die Patienten nicht mit einer eigenen Schutzausrüstung ausgestattet werden. Da nur Personen mit leichteren Beschwerden angenommen werden, erfolgt die Behandlung ausschließlich ambulant. Bei einem schwerwiegenderen Krankheitsverlauf muss der Betroffene weiterhin in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Die Schwerpunktpraxis ist von Montag bis Sonntag von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

In der Region Landshut wurden bisher 788 Corona-Infektionen festgestellt. Die Zahl der Kontaktpersonen liegt bei 3.125. Bisher sind 24 Infizierte, bei denen ein Zusammenhang mit COVID19 möglich ist, verstorben. Die Anzahl der nachgewiesenen Infektionen bildet das gesamte Geschehen seit der Mitte März ab, als der erste Corona-Fall in der Region nachgewiesen wurde. Zwischenzeitlich Genesene (346 aus Stadt und Landkreis) und damit aus der häuslichen Quarantäne entlassene Personen sind noch in der Summe enthalten.

Derzeit werden in den Krankenhäusern in der Region 100 Patienten betreut, die mit dem Corona-Virus infiziert sind, davon befinden sich 33 auf den Intensivstationen . Dies sind aber nicht nur Patienten aus dem Raum Landshut – auch Bürgerinnen und Bürger anderer Landkreise befinden sich in den regionalen Kliniken zur Behandlung (werden aber von einem anderen Gesundheitsamt als Indexfall gelistet).


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