24.05.2018, 08:49 Uhr

Manager geschasst „Das Klinikum lechzt nach Ruhe“


Erst beschloss der Stadtrat, den Vertrag von Klinikums-Manager Nicolas von Oppen zu verlängern, am Freitag, nur wenige Wochen später dann die Kehrtwende. Der Manager wurde gefeuert. Warum, das war nicht mal den Stadträten klar, die für seine Entlassung gestimmt haben. Die Entscheidung hebt im Klinikum nicht gerade die Laune.

LANDSHUT Nach der Sitzung war nicht jedem Stadtrat klar, warum Nicolas von Oppen jetzt eigentlich unbedingt gehen musste. Für seine sofortige Absetzung gestimmt hatten sie am Freitag trotzdem alle. Man will ja nicht gegen den Strom schwimmen. Das Klinikum ist deshalb jetzt wieder einmal auf der Suche nach einem neuen Manager. In der ärztlichen Führungsebene des Hauses sieht man das zum Teil mit Entsetzen. „Das Klinikum Landshut lechzt geradezu nach Ruhe. Es braucht dringend Beständigkeit“, sagt ein Chefarzt zum Wochenblatt. Vom Aufsichtsrat, in dem vor allem Personen sitzen, die nicht vom Fach sind und von Gesundheitspolitik eigentlich keine Ahnung haben, hat er keine allzu hohe Meinung. Ein Kollege von ihm sieht es ähnlich. Und trotzdem ist von Oppen jetzt weg. Er wurde ein Opfer der Politik, wie seine Vorgänger.

Die „neuen Erkenntnisse“, die in der nichtöffentlichen Sitzung am Freitag präsentiert wurden, waren nicht derart skandalös, dass man unbedingt mit einem Rausschmiss hätte reagieren müssen.

„Ich glaube nicht, dass er damit seine Befugnisse überschritten hat“, sagte ein Stadtrat im Anschluss an die Sitzung. Obwohl er die überraschende Personalentscheidung kritisch sah, hatte auch er sie trotz seines Unbehagens mitgetragen. Er war wohl nicht der Einzige. Im Prinzip folgt man immer der Empfehlung des Aufsichtsrates, wo wiederum auch Stadträte sitzen, die tatsächlich nicht viel Ahnung von Krankenhauspolitik haben.

Was von Oppen hauptsächlich zum Verhängnis geworden war, stand bereits zwei Tage vor der Sitzung exklusiv im Wochenblatt zu lesen. Er hatte den Landkreis verärgert und damit Fusionsbemühungen des Oberbürgermeisters zumindest gefährdet. Lakumed und Klinikum gemeinsam, das ist das große Projekt, das OB Alexander Putz gerne verwirklichen würde.

Eine Mission, an der schon sein Vorgänger im Amt, Hans Rampf, gescheitert war. Und auch jetzt sieht es nicht gut aus in Sachen Fusion. Im Landkreis gibt es dafür keine politische Mehrheit. Das Wort „Fusion“ scheut der Landrat öffentlich deshalb wie der Teufel das Weihwasser, obwohl auch er sie eigentlich als notwendig erachtet. Zusammenarbeit? Ja. Eine gemeinsame Dachgesellschaft? Vielleicht. Aber von einer Fusion ist man derzeit weit entfernt, egal ob mit oder ohne von Oppen.

Geschafft hat die Stadtpolitik jetzt, dass es im Klinikum wieder Unruhe gibt. Ausgerechnet jetzt, wo wichtige Projekte für die Zukunft und Millioneninvestitionen anstehen, wie zum Beispiel das neue Bettenhaus.

Aufmerksam beobachtet wurde die Personalie natürlich auch von jemanden, den es ähnlich wie von Oppen gegangen ist: dessen Vorgänger Dietmar Bönsch. Er scherzte gegenüber dem Wochenblatt, dass man ja ihn für eine zweite Amtszeit vorschlagen könne, um für Aufregung zu sorgen. Auch er hatte es dem Aufsichtsrat nicht recht machen können und wurde letztendlich geschasst.

Sicher ist, dass sich das Klinikum in Landshut, sein Aufsichtsrat und natürlich der Stadtrat langsam aber sicher einen gewissen Ruf in der Branche erarbeitet. Wer einen langfristigen Job sucht, der ist hier fehl am Platze. Egal, was die Chefärzte wollen. Gemacht wird im Klinikum, was der Aufsichtsrat sagt.


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