20.11.2020, 09:50 Uhr

Veterinäramt Kelheim Vorbereitung auf den Seuchenfall Afrikanische Schweinepest

Probennahme bei einem Wildschwein. Foto: Dr. Martin SchmidProbennahme bei einem Wildschwein. Foto: Dr. Martin Schmid

Das Landratsamt Kelheim übte gemeinsam mit den Führungskräften der Feuerwehren, dem THW und den Jägern Maßnahmen zur Eingrenzung einer ASP-Infektion bei Wildschweinen.

Landkreis Kelheim. Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine schwere virale Infektionskrankheit der Schweine, die nahezu bei jedem Schwein zum sicheren Tod führt. Betroffen sind Hausschweine und Wildschweine, nicht der Mensch. Für unsere schweinehaltenden Betriebe in der Landwirtschaft stellt die ASP bei Wildschweinen eine starke Belastung hinsichtlich der Biosicherheit ihrer Bestände und für die Wirtschaftlichkeit dar. Die ASP kommt ursprünglich aus Afrika und wurde nach Osteuropa verschleppt. Von dort breitete sich diese Virusinfektion kontinuierlich nach Westen aus und hat im September 2020 in Brandenburg deutsche Wildschweine erreicht. Die Tierseuche überträgt sich von Schwein zu Schwein, aber auch durch nicht erhitzte Lebensmittel, die aus Fleisch von infizierten Schweinen hergestellt worden sind.

Sollte die Afrikanische Schweinepest den Landkreis Kelheim erreichen, müssen verschiedene Maßnahmen des Rahmenplanes Afrikanische Schweinepest der bayerischen Staatsregierung umgesetzt werden. Dabei versucht man die Tierseuche zu tilgen und die Weiterverbreitung der Seuche zu verhindern. Vorrangig werden dafür zwei Ziele bei einem Ausbruch der ASP bei Wildschweinen verfolgt, erstens die Verhinderung der Abwanderung von infizierten Wildschweinen aus dem Ausbruchsgebiet und zweitens die unschädliche Beseitigung aller seuchenverdächtigen Wildschweine.

Da zur Umsetzung der oben genannten Aufgaben sehr schnell speziell geschultes Personal benötigt wird, übte das Veterinäramt Kelheim mit der Feuerwehr, THW und Jägern die vorgesehenen Maßnahmen. Am 10. September übten Führungskräfte der Feuerwehren des Landkreises unter Anleitung des Veterinäramtes den Aufbau eines Elektrozaunes. Mit diesem würden im Ernstfall infizierte Wildschweine in einem Kerngebiet von nicht infizierten Wildschweinen abgetrennt werden. Die Vorteile in einem Elektrozaun bestehen durch einem schnellen Aufbau und guten Schutz. Am 17. Oktober übte der Ortsverband Kelheim des THW gemeinsam mit Vertretern von Jägern, der bayerischen Waldbauernschule und Staatsforsten die Suche von verendeten Wildschweinen und deren anschließenden sachgerechten Bergung. Dafür wurde ein erlegtes Wildschwein wieder im Wald abgelegt. Nach intensiver Suche konnten Mitglieder des THWs unter Beachtung aller seuchenhygienischen Vorgaben in Schutzanzügen (zum Schutz vor der Verschleppung des Virus) das gefundene Schwarzwild sicher einpacken und abtransportieren.

Im Ernstfall wären in erster Stelle die Jagdausübungsberechtigten bei der Aufgabe der Fallwildsuche gefordert, da nur diese die nötigen Kenntnisse zu den Gegebenheiten vor Ort haben. Das THW wirkt dabei bei der Suche nur unterstützend mit. Das Landratsamt Kelheim sieht sich durch die beiden Übungen gut gerüstet und hofft, die speziellen Übungskenntnisse nie einsetzen zu müssen.


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