30.09.2020, 13:12 Uhr

Kooperation Thermalbäder sollen zu „wertvollem Bestandteil der Gesundheitsprävention in Niederbayern“ werden

Sprachen über Möglichkeiten der Kooperation zwischen der Deutschen Rentenversicherung und den fünf Heil- und Thermalbädern, an denen der Bezirk Niederbayern über Zweckverbände mehrheitlich beteiligt ist: Gerhard Witthöft und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich.  Foto: Bezirk Niederbayern, BäterSprachen über Möglichkeiten der Kooperation zwischen der Deutschen Rentenversicherung und den fünf Heil- und Thermalbädern, an denen der Bezirk Niederbayern über Zweckverbände mehrheitlich beteiligt ist: Gerhard Witthöft und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich. Foto: Bezirk Niederbayern, Bäter

Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich im Gespräch mit der Deutschen Rentenversicherung Bayern Süd – Thermalbäder könnten ein wertvoller Bestandteil der Gesundheitsprävention in Niederbayern werden.

Landkreis Kelheim. Gerhard Witthöft von der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Bayern Süd war der Einladung von Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich gefolgt, um gemeinsam mit Thomas Klaus, Geschäftsleiter der Bäderzweckverbände, und Ralf Flatau, Werkleiter der Kaiser Therme (Bad Abbach), über die Neuausrichtung der fünf niederbayerischen Heil- und Thermalbäder und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu diskutieren.

Gerhard Witthöft erläuterte zunächst die Präventionsangebote der Deutschen Rentenversicherung. Diese „Programme der Rentenversicherung zum Gesundbleiben“ kämen für Menschen mit ersten gesundheitlichen Beeinträchtigungen infrage wie etwa gesundheitsgefährdendes Übergewicht, wiederkehrende Schmerzen oder Atemwegsprobleme. Die Präventionsangebote bestünden grundsätzlich aus vier Phasen: der Initialphase in einer DRV-anerkannten Rehabilitationseinrichtung, der berufsbegleitenden Trainingsphase, der Eigeninitiativphase und der Auffrischungsphase, die wieder in der ursprünglichen Reha-Einrichtung stattfinden sollte. Die Teilnahme an einem Präventionsprogramm könnten Versicherte direkt bei der Rentenversicherung beantragen, gegebenenfalls bestätigt der Haus- oder Betriebsarzt den Bedarf. ‚

„Obwohl diese Angebote vielen Menschen eine gesundheitliche Verbesserung bzw. Erholung einbringen würden, nutzen es derzeit noch relativ wenige. Wir würden uns wünschen, dass mehr Versicherte unsere Präventionsangebote wahrnehmen, da für alle Beteiligten gilt: Vorbeugen ist besser als heilen“, so Witthöft. „Dem kann ich nur uneingeschränkt zustimmen“, erwidert Dr. Heinrich. „Oftmals wird mit einem Auto besser umgegangen als mit dem eigenen Körper. Das Fahrzeug wird gepflegt und durchläuft einen regelmäßigen Kundendienst, um Schäden möglichst erst gar nicht auftreten zu lassen. Wenn jedoch der eigene Körper Krankheitssymptome zeigt, wird dies lange ignoriert. Das gilt nicht nur für die Unvernünftigen unter uns, sondern trifft auf sehr viele Menschen zu, die ihre Leistungsfähigkeit solange ausreizen bis eine ernste Erkrankung sie außer Gefecht setzt. Wenn das Bewusstsein der Menschen geschärft werden kann, dass sich die für gesundheitliche Prävention investierte Zeit auszahlt, dann wäre so manche schwere Erkrankung vermeidbar. Davon würde nicht nur der Einzelne profitieren, sondern die gesamte Gesellschaft“, so Heinrich.

An dieser Stelle könnten die fünf niederbayerischen Thermalbäder einen konstruktiven Beitrag leisten, so der Bezirkstagspräsident. Der Bezirk Niederbayern beziehungsweise die Bäderzweckverbände würden prüfen, ob die Bäder das Durchlaufen der Zertifizierung als DRV-Rehabilitationseinrichtung anstreben. Davon unabhängig könnten zumindest Teile der Präventionsphasen in Kooperation mit einer DRV-anerkannten Reha-Klinik in den niederbayerischen Thermen stattfinden, die nötigen therapeutischen Einrichtungen und fachkundiges Personal seien zum Teil bereits vorhanden oder könnten nach Bedarf geschaffen werden.

Mit der von kurärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe zugelassenen AGES-Kompaktkur („Aktiv gegen Erschöpfung und Stress“) sei die Rottal-Therme in Bad Birnbach bereits sehr gut in der Prävention aufgestellt. „Außerdem können der Bezirk Niederbayern und seine Bäderzweckverbände dazu beitragen, dass die Präventionsprogramme der DRV in der Bevölkerung bekannter werden und dass somit mehr Menschen die Angebote nutzen“, so Heinrich. Eine potentiell besonders fruchtbare Zusammenarbeit wäre insbesondere bei der Prävention psychischer Erkrankungen denkbar. Aktuell seien psychische Probleme zu etwa 50 Prozent der Grund für eine vorzeitige Erwerbsunfähigkeit. „Entsprechend hoch ist der Bedarf für präventive Angebote. Mit den psychiatrischen, psychotherapeutischen und psychosomatischen Kliniken an den Bezirkskrankenhäusern hat der Bezirk in diesem Bereich eine große Kernkompetenz. Dies kann durch eine Kooperation mit der Rentenversicherung zur besseren Prävention für niederbayerische Bürgerinnen und Bürger genutzt werden.“


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