26.06.2020, 21:08 Uhr

Coronavirus Gesundheitssystem unabhängiger vom Ausland machen – Oßner berät sich mit Gesundheitsamtsleiter

Bundestagsabgeordneter Florian Oßner (2. v. l.) dankte Gesundheitsamtsleiter Dr. Alexander Werner (2. v. r.), Gruppenleiter Ralf Schledorn und der Medizinstudentin Sabrina Küttner stellvertretend für das ganze Team für das umsichtige Krisenmanagement in der Pandemie. Foto: Büro OßnerBundestagsabgeordneter Florian Oßner (2. v. l.) dankte Gesundheitsamtsleiter Dr. Alexander Werner (2. v. r.), Gruppenleiter Ralf Schledorn und der Medizinstudentin Sabrina Küttner stellvertretend für das ganze Team für das umsichtige Krisenmanagement in der Pandemie. Foto: Büro Oßner

Der Bundestagsabgeordnete Florian Oßner (CSU) hat sich mit dem Leiter des Gesundheitsamtes Kelheim, Dr. Alexander Werner, über die aktuelle Lage im öffentlichen Gesundheitsdienst zur Bewältigung der Corona-Pandemie beraten. Die beiden waren sich einig, dass die Abstands- und Hygienevorgaben konsequent eingehalten werden müssen, damit die Lockerungen beibehalten werden können.

Niederbayern. Außerdem betonten sie die Notwendigkeit, Schutzkleidung auch künftig in deutscher Eigenproduktion herzustellen und den Pflegeberuf attraktiver zu machen. „Unsere Versorgung mit Schutzkleidung, Gesichtsmasken und medizinischem Material muss wieder regionaler werden“, sagte Werner. Eine verstärkte Vorratshaltung mache auch den Katastrophenschutz besser. Weil die Qualität in diesem Bereich entscheidend für die Sicherheit von Patienten, Pflegern und Ärzten sei, solle sich Deutschland langfristig unabhängig von der Produktion systemrelevanter Produkte im Ausland machen. „Damit wir nicht gezwungen sind, qualitativ fragwürdige Produkte zu überteuerten Preisen zu kaufen.“ In der Corona-Hochphase wurde laut Werner außerdem deutlich, wie wichtig das Pflegepersonal in den Kliniken ist. „Damit die Krankenhäuser auf Dauer die hochwertige medizinische Versorgung der Bevölkerung sicherstellen können, müssen Anreize und Rahmenbedingungen geschaffen werden, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen.“

Grundsätzlich sei es Deutschland und Bayern gelungen, ein Eskalieren der Pandemie bis heute zu vermeiden, stellte Oßner fest. „Bund und Staatsregierung haben ein professionelles Krisenmanagement gezeigt. Ganz entscheidend war aber die hervorragende Umsetzung vor Ort durch das Team des Gesundheitsamtes.“ Die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus seien für die Bevölkerung zwar einschneidend und weitreichend, aber auch dringend notwendig gewesen. „Die Bürger verhalten sich nach wie vor trotz der Lockerungen überwiegend verantwortungsbewusst und diszipliniert. Dafür wollen wir danke sagen.“

Damit das Gesundheitssystem in Deutschland flächendeckend stabil bleibt, stellte der Bund in der Corona-Pandemie bereits sechs Milliarden Euro zur Verfügung, erklärte Oßner. „Denn regionale medizinische Versorgung ist Lebensqualität. Das gilt auch über Corona hinaus. Nun zeigt sich auch, wie wichtig eine flächendeckend medizinische Versorgung ist.“ Er spielte dabei auf vergangene Studien an, die immer wieder die Schließung von kleinen, defizitären Krankenhäusern fordern. „Am Ende lässt sich die Gesundheitsversorgung eben nicht nur an betriebswirtschaftlichen Kriterien messen.“

Abschließend betonten der Abgeordnete und der Mediziner, dass ein langfristig tragfähiger Kompromiss zwischen Wirtschaft und Medizin gefunden werden müsse, um eine weitgehende Normalisierung des Alltags auch mit dem Corona-Virus zu ermöglichen. Ein Baustein dafür kann laut Oßner die Corona-Warn-App auf dem Handy sein: „Damit hat der Bund eine starke und datenschutzkonforme Lösung gefunden, den öffentlichen Gesundheitsdienst bei der Nachverfolgung von Infektionsketten zu entlasten. Das dient dem Schutz jedes Einzelnen,“ so Oßner.


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