10.01.2020, 22:58 Uhr

Antibiotika richtig einnehmen – Apotheker im Landkreis Kelheim geben wichtige Tipps

(Foto: janmika/123RF)(Foto: janmika/123RF)

Entzündete Blase, gefährliche Lungenentzündung oder Wundinfektionen – das sind typische Fälle bei denen Antibiotika hilfreich sind. Aber diese, oft lebenswichtigen Medikamente, werden in vielen Fällen zu häufig eingenommen, sodass sie immer schlechter wirken.

LANDKREIS KELHEIM „Durch eine verantwortungsvolle Anwendung können Patienten dazu beitragen, dass die Antibiotika ihre Wirkung behalten“, sagt Apotheker Johannes Hillerbrand, Pressesprecher der Apotheker im Landkreis Kelheim und erklärt: „Antibiotika wirken nur gegen Bakterien. Bei häufigen Infektionen im Winter, etwa Atemwegserkrankungen wie Husten, Schnupfen, Bronchitis oder Grippe, die meist durch Viren ausgelöst werden, helfen sie nicht.“ Wer Fragen zur richtigen Anwendung von Antibiotika hat oder sich über Wechselwirkungen informieren möchte, kann in jeder öffentlichen Apotheke im Landkreis Kelheim nachfragen.

Unterstützend gibt Apotheker Hillerbrand allgemeine Tipps für den richtigen Umgang mit Antibiotika: „Grundsätzlich sollen Antibiotika ausschließlich nach ärztlicher Verordnung benutzt werden. Außerdem ist es wichtig, die Mittel in genau der verordneten Dosierung einzunehmen“, so Apotheker Hillerbrand. Da einige Antibiotika durch Kalzium in ihrer Wirkung gestört werden, sollten sie nicht mit Milch oder kalziumreichen Mineralwässern geschluckt werden. Idealerweise nimmt man die Tabletten mit einem großen Glas Leitungswasser ein. Außerdem sollten zwischen der Einnahme von Antibiotikum und der Einnahme von Eisentabletten oder Magnesium mindestens zwei Stunden liegen.

Apotheker im Landkreis Kelheim informieren über Wechselwirkungen

Antibiotika gehen teils gefährliche Wechselwirkungen mit anderen Arzneien ein. Beispielsweise können einige die Wirkung von manchen Blutdrucksenkern verstärken, andere lösen Zuckerschwankungen bei Diabetikern aus. Bei einigen Antibiotika kann der verhütende Effekt der Pille nachlassen, was zu einer ungewollten Schwangerschaft führen kann. Hillerbrand: „Es ist deshalb wichtig, dass Patientinnen und Patienten vorab mit dem Arzt und Apotheker abklären, ob ihr Antibiotikum von solchen Wechselwirkungen betroffen ist und wie sie sich dann am besten verhalten.“

Richtige Entsorgung

Antibiotika können über den Hausmüll entsorgt werden. „Auf keinen Fall sollten Medikamentenreste in das Waschbecken oder die Toilette geleert werden“, sagt Hillerbrand. Obwohl Apotheker nicht verpflichtet sind, Altmedikamente zurückzunehmen, wird dieser Service noch in einigen Apotheken angeboten. Auch hier lohnt sich die Nachfrage.


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