14.02.2019, 15:26 Uhr

Hilfsangebote Aktionswoche will auf Kinder aufmerksam machen, deren Eltern ein Suchtproblem haben

(Foto: kmiragaya/123RF)(Foto: kmiragaya/123RF)

Jedes Jahr findet vom 10. bis zum 16. Februar die bundesweite „Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien“ statt. Eine Reihe an Veranstaltungen und Initiativen, die auf zwischen zwei und drei Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Deutschland aufmerksam macht. Diese jungen Menschen wachsen mit mindestens einem Elternteil auf, das ein Suchtproblem hat. Nach Studien zu diesem oft schambesetzten Thema ist damit bis zu jedes sechste Kind betroffen.

LANDKREIS KELHEIM Es besteht der oft verbreitete Glauben, dass Kinder noch nicht alles verstehen würden, wie etwa die Suchterkrankung eines Elternteils und deswegen dies auch keine Folgen für diese habe. Dennoch sind sie selbst die größte bekannte Risikogruppe für die Entwicklung einer eigenen Suchterkrankung. Hinzu kommen andere Gesundheitsrisiken etwa in Folge des Konsums von Alkohol oder anderer Substanzen in der Schwangerschaft.

Kinder, die mit suchtkranken Eltern aufgewachsen sind, verstehen vielleicht nicht immer alles, nehmen aber dennoch alles wahr. Sie erleben, dass die Sucht bei den Eltern immer an erster Stelle steht. Die Sucht kann den Platz einnehmen, der eigentlich dem Kind zusteht. Sie sehen sich in ihrer Kindheit vielen Problemen gegenüber, die es in anderen Familien nicht gibt. Sie erleben häufigen Streit und Trennung, auch einen ständigen Wechsel in der Stimmung des abhängigen Elternteils. Die familiäre Situation ist oft von großer Unsicherheit geprägt. Die Suchtproblematik wird häufig nach außen hin tabuisiert und nicht selten auch innerhalb der Familie. Die Kinder dürfen nicht über ihre Situation sprechen und die betroffenen Eltern schweigen aus Scham. Häufig übernehmen betroffene Kinder und Jugendliche ein großes Maß an Verantwortung für ihre Eltern. Es kann so geschehen, dass sie selbst in die Rolle schlüpfen für ihre Eltern, ihre Geschwister und Haushalt zu sorgen. Die eigenen Bedürfnisse werden dann oft unterdrückt und aufgeschoben. Als Reaktion auf die häusliche Situation benehmen sich die Kinder teilweise besonders unauffällig und angepasst, oder sie übernehmen auch eine besonders auffallende Rolle. Sie müssen für sich Strategien entwickeln, um mit ihrer Lebenslage zurechtzukommen.

Insofern ist es nicht nur wichtig, dass Suchtkranke Hilfe und Unterstützung erhalten, sondern auch deren Kinder, die das oft als Angehörige in einer schwierigen Rolle sind, der sie sich nicht entziehen können. Betroffene und Angehörige von Suchtkranken, insbesondere auch Eltern und deren Kinder, können sich in Kelheim an die Fachambulanz für Suchtprobleme in der Pfarrhofgasse wenden unter der 09441/ 5007 42 und einen Beratungstermin vereinbaren.


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