22.11.2018, 18:34 Uhr

Erweitertes Angebot Caritas Kelheim startet das Projekt „Wohnen plus“ für Suchtkranke

Das Team mit den Bewohnern beim „Ratsch“: Stellvertretende Leitung Katharina Kociper (links), Heilerziehungspflegerin Jasna Vrataric (Mitte) und Hauswirtschaftskraft Jutta Anthofer (2.v.r.). (Foto: Michael Pflügl, Caritas Kelheim)Das Team mit den Bewohnern beim „Ratsch“: Stellvertretende Leitung Katharina Kociper (links), Heilerziehungspflegerin Jasna Vrataric (Mitte) und Hauswirtschaftskraft Jutta Anthofer (2.v.r.). (Foto: Michael Pflügl, Caritas Kelheim)

„Endlich kann es losgehen“, klang es freudestrahlend aus dem Mund eines 42-jährigen Mannes, der bis vor Kurzem noch in einem Seniorenheim untergebracht war. Aufgrund seiner langjährigen Alkoholabhängigkeit wusste sich sein rechtlicher Betreuer nicht anders zu helfen und ergriff diese Maßnahme, um ihn dort in Sicherheit zu wissen.

LANDKREIS KELHEIM Nach einigen Hürden konnte der Mann jetzt endlich in das neue Modellprojekt „Wohnen plus“ in Aiglsbach aufgenommen werden. So oder ähnlich klingen die Geschichten, die die Mitarbeiterinnen der Caritas Kelheim häufig zu hören bekommen.

In Kooperation mit dem Bezirk Niederbayern konnte die Caritas Kelheim eine Anschlussverwendung für die Jugendhilfe-Einrichtung in der Holledau finden und dadurch ein innovatives Angebot in der Eingliederungshilfe schaffen. Neben den bereits etablierten Hilfen im Betreuten Wohnen für suchtkranke sowie psychisch kranke Menschen und der Suchtambulanz, ergänzt beziehungsweise erweitert „Wohnen plus“ das Portfolio der Caritas Kelheim in der Suchtkrankenhilfe.

Durch die vorangegangene Verwendung als Heim für unbegleitete Minderjährige im Bereich der Flüchtlingshilfe konnten die gut ausgestattete Immobilie weiter genutzt und das fachkundige Personal auch für die neue Herausforderung gewonnen werden, sodass man gut für die Arbeit im neuen Aufgabenfeld gerüstet ist. In der ehemaligen Gaststätte in Aiglsbach gibt es aktuell Platz für sieben Nutzer des neuen Betreuungsangebots, die sich fernab von ihrem früheren Alkohol- oder Medikamentenkonsum ein neues Leben aufbauen wollen.

Unter der Leitung von Michael Pflügl, selbst Suchttherapeut mit langjähriger Erfahrung in diesem Bereich, werden die betreuten Menschen von einer Sozialpädagogin sowie von zwei Heilerziehungspflegerinnen und einer Hauswirtschaftskraft professionell begleitet. Ziel des Modellprojekts „Wohnen plus“ ist es, eine dauerhafte Suchtmittelabstinenz zu erreichen und dabei wieder verlorengegangene Dinge des Alltags wieder zu erlernen, um ein selbstbestimmteres Leben führen zu können und um wieder mehr Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Bei diesem Vorhaben sieht sich das Team als kompetenter Begleiter und guter Wegbereiter.

Für Fragen zum Wohnen plus und für mehr Informationen steht der Leiter dieses Angebots, Michael Pflügl, per Mail an wohnen-plus@caritas-kelheim.de gerne zur Verfügung.


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