23.09.2018, 18:28 Uhr

Gesundheit Tag der Demenz 2018 – Apotheker sind Ansprechpartner für Betroffene

(Foto: lightwise/123RF)(Foto: lightwise/123RF)

Anlässlich der vom 17. bis 22. September stattfindenden Woche der Demenz und des Tags der Demenz am 21. September trafen sich in München Apotheker aus ganz Bayern, um über das Konzept „Demenzfreundliche Apotheke“ und dessen Ausweitung zu sprechen.

LANDKREIS KELHEIM „Etwa neun Prozent der Menschen, die 65 Jahre und älter sind, leiden an einer Demenz. In Deutschland sind dies momentan circa 1,6 Millionen Menschen. Jahr für Jahr kommen fast 300.000 Neuerkrankungen hinzu“, sagt Cynthia Milz, Apothekerin und Sprecherin des WIPIG – Wissenschaftliches Institut für Prävention im Gesundheitswesen der Bayerischen Landesapothekerkammer. „Die Zahl wird weiterwachsen, da wir alle immer älter werden und das Risiko einer Erkrankung mit steigendem Lebensalter zunimmt.“ Eine Heilung ist derzeit nicht möglich, lediglich eine Verzögerung des Verlaufs.

Als Apothekerin erlebt Milz häufig die Ängste und Sorgen von Angehörigen bei der Versorgung von betroffenen Familienmitgliedern. „Nach der Diagnose Demenz sind viele Betroffene zunächst unsicher: Wie gehe ich jetzt mit der Person um? Welche Therapieformen gibt es? Ist Alzheimer erblich? Entscheidend ist eine gute Aufklärung.“

Das Projekt „Demenzfreundliche Apotheke“ stellt die Bedürfnisse von Menschen mit einer Demenzerkrankung und Angehörigen in den Mittelpunkt. Apotheken sind niederschwellig ansprechbar für unterstützende Beratung. Sie geben zum Beispiel Tipps, welche Entlastungsmöglichkeiten es in der Nähe bei Pflege und Betreuung gibt. Die Apotheken spielen als Vermittler im Netzwerk Demenz eine immer wichtigere Rolle. Das Projekt wurde 2014 vom Qualitätszirkel Augsburg gegründet und bereits 2015 mit dem Deutschen Apotheken-Award in der Kategorie “Soziales Engagement – Kooperation Selbsthilfe und Apotheke„ ausgezeichnet. Aktuell nehmen bereits 35 Apotheken in Augsburg und Umland an dem Projekt teil. Ziel ist es, dass zukünftig weitere Apotheken in ganz Bayern dazukommen, um bei dem Thema Demenz Patienten und Angehörige effektiv unterstützen und beraten zu können. Im Rahmen der Aktion „Die Apotheke im Netzwerk Demenz“, die auf Initiative des WIPIG und der Deutschen Alzheimer Gesellschaft entstanden ist, halten Apotheker ebenfalls Vorträge für Patienten und Angehörige, die in laiengerechter Art und Weise über die Krankheit an sich und den Umgang mit Betroffenen aufklären.


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