15.04.2018, 10:28 Uhr

„Keine Ausreden. Entscheide dich jetzt!“ Kampagne will bei jungen Leuten für den Organspendeausweis werben

(Foto: BZgA)(Foto: BZgA)

Das bayerische Gesundheitsministerium hat an diesem Wochenende im Internet neue Filme zum Thema Organspende insbesondere für junge Leute gestartet. Dabei hinterfragen die bekannten Youtuber „AlexiBexi“, „freshtorge“ und „Space Frogs“ auf humorvolle Weise häufige Vorurteile und Ausreden im Zusammenhang mit Organspenden.

BAYERN Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml betonte am Sonntag: „Mein Ziel ist, dass mehr Menschen als bisher einen Organspendeausweis bei sich tragen. Denn wer zu Lebzeiten eine selbstbestimmte Entscheidung trifft, kann seine Familie in schweren Stunden entlasten.“

Mit den neuen Filmen setzt die Ministerin die erfolgreiche Organspende-Kampagne mit dem Motto „Keine Ausreden. Entscheide dich jetzt!“ fort. Die ersten Mitwirkenden waren vor zwei Jahren der Stimmenimitator Chris Boettcher, die Kabarettistin Sissi Perlinger, der Komiker Harry G und der YouTube-Star Joyce Ilg. Deren Videos wurden seit April 2016 bereits über 1,5 Millionen Mal angeklickt. Huml unterstrich: „Ich freue mich, dass unsere Kampagne so viel Zuspruch erhalten hat. Ziel war es, eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema anzuregen und die persönliche Entscheidung zur Organspende zu erleichtern. Das ist uns gelungen. Um verschiedene Zielgruppen anzusprechen, haben wir bewusst sehr unterschiedliche Künstlerinnen und Künstler ausgewählt.“ Die Ministerin fügte hinzu: „Mit der Kampagne haben wir an unser Bündnis Organspende Bayern angeknüpft. Zu dem Bündnis haben sich seit der Gründung im Jahr 2016 rund 60 Institutionen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammengeschlossen.“

Die Zahl der Organspender in Bayern ist im vergangenen Jahr entgegen dem bundesweiten Trend gestiegen – und zwar von 121 im Jahr 2016 auf 143 im Jahr 2017. Allerdings gab es in Bayern im ersten Quartal 2018 nur 34 postmortale Organspender. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 41. Derzeit warten rund 1.400 Menschen auf ein Spenderorgan. Huml verwies darauf, dass es seit Anfang 2017 in Bayern eine klare und verbindliche Regelung für die Freistellung der Transplantationsbeauftragten in den Krankenhäusern gibt. Die Ministerin erläuterte: „Dadurch ermöglichen wir den Transplantationsbeauftragten den notwendigen Freiraum für ihre verantwortungsvolle Aufgabe im Bereich der Organspende. Denn diese Arbeit ist im dicht gefüllten Klinikalltag nur leistbar, wenn ausreichend Zeit zur Verfügung steht.“ Huml fügte hinzu: „Ich habe mich bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin dafür stark gemacht, eine entsprechende Regelung deutschlandweit umzusetzen. Mit Erfolg: Wir haben im Koalitionsvertrag vereinbart, dass wir eine verbindliche Freistellungsregelung für Transplantationsbeauftragte schaffen. Die mit einer Organentnahme an den sogenannten Entnahmekrankenhäusern verbundenen Aufwendungen sollen zudem besser vergütet werden.“


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