18.03.2018, 19:48 Uhr

13-köpfiges Team Ärzte im Einsatz in Indien – für ein dankbares Lächeln

Foto: Asklepios (Foto: Asklepios)Foto: Asklepios (Foto: Asklepios)

Ein Team aus Anästhesisten und Kinderorthopäden, plastischen Chirurgen und spezialisierten Pflegekräfte sowie erstmals auch Orthopädietechniker reisten in das Land Gandhis, um den Ärmsten zu helfen. Aus Bad Abbach waren Jürgen Jäckle, Dr. Jan Matussek und Thomas Schmid (Orthopädie Techniker) sowie Dr. Rosi Schott und OP-Schwester Christine Eisenreich mit an Bord.

BAD ABBACH Indien, einst ein reiches Land, ist wieder auf dem Weg eine große Wirtschaftsnation zu werden. Nur: Auf der Strecke bleiben wie immer die untersten Schichten. Im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh zieht eine zwei Jahre anhaltende Dürre den Tagelöhnern, die auf den Feldern arbeiten, die Schlinge noch enger um den Hals. Es bleibt kaum genug zum Überleben, geschweige denn für eine ärztliche Versorgung im größeren Umfang. Logistisch und finanziell unterstützt von pro Interplast e. V. und der Fikentscher-Kinderhilfestiftung München konnte das 13-köpfige Team aus Abbach und Regensburg rund 120 Patienten operieren. Eingriffe, die das Leben der Patienten veränderten und Zukunft schafften für die hier häufigen Verbrennungsopfer und mit Kinderlähmung und Missbildung geschlagenen Menschen. Im Land des Hinduismus, wo jedem Wesen eine Seele zugesprochen wird, glaubt man an Wiedergeburt. Wenn man in die Gesichter der überglücklichen, meist sehr jungen Patienten blickt, dann möchte man auch wirklich an eine Reinkarnation glauben. 18 Klumpfußoperationen und 34 kinderorthopädischtraumatologische Eingriffe, 36 handchirurgische Interventionen sowie 32 Narbenkorrekturen in Gesicht-, Hals- und Brustkorbbereich haben diesen gezeichneten Menschen ein würdiges Leben zurückgegeben. Unter gewöhnungsbedürftigen Umständen, bei 30 Grad Hitze, ging das Team an zwölf chirurgischen Arbeitstagen bis an ihre persönlichen Grenzen. Hilfe im Ausnahmezustand. „Dank der beiden Orthopädie-Techniker-Meister konnten nach den Operationen, in einer mobilen Schienen-Werkstatt wunderbare Hilfsgehapparate für Teilgelähmte mit Kinderlähmung oder für Kinder mit angeborener Spastik gebaut werden“, so Dr. Mattusek, Chefarzt der Kinderorthopädie in Bad Abbach, selbst schon zum siebten Mal im Einsatz in Indien. Der Lohn für den geopferten Urlaub und den körperlich wie auch mental anstrengenden Einsatz waren oft nur ein Lächeln und eine Umarmung. Ein Lohn, der schwerer wiegt als alles Materielle. So denken auch sie zurück an den Einsatz in Khandwa – mit einem dankbaren Lächeln.


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