22.12.2017, 08:46 Uhr

Kurs der Caritas Kelheim Laienhelfer bieten Unterstützung bei der Betreuung von Demenzkranken

(Foto: Stephanie Wöhrl, Caritas)(Foto: Stephanie Wöhrl, Caritas)

Zeit haben – das höchste Gut in unserer schnelllebigen und auf Leistung orientierten Gesellschaft. Wir haben Stress in der Arbeit und oftmals sogar in unserer freien Zeit, um alles unter einen Hut zu bekommen. Beruflich erfolgreich sein Fuß fassen zu können heißt, flexibel zu sein. Doch oft ist ein Arbeitsalltag mit langen Wegen verbunden.

KELHEIM Nur noch wenige Frauen sind zu Hause, um für die Familie zu sorgen, denn bei den meisten Familien ist es notwendig, als Doppelverdiener seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Mehrgenerationenhaushalte sind eine Seltenheit geworden. Wer fit und leistungsfähig ist, kann mithalten. Wer nicht mehr mithalten kann, steht am Rande der Gesellschaft.

Was ist mit den alten oder kranken Menschen, die gesellschaftlich an der Kante stehen? Was ist mit Familien, die darum bemüht sind, neben ihrer Erwerbstätigkeit ihren erkrankten Angehörigen bestmöglich zu unterstützen, und ihm die Möglichkeit bieten wollen, so lange als möglich in der gewohnten Umgebung wohnen zu bleiben? Gerade bei der Betreuung Demenzkranker, die im Verlauf der Erkrankung auf ständige Unterstützung angewiesen sind, stoßen Angehörige oft an Ihre Grenzen. Zeitlich und emotional stehen sie vor einer großen Herausforderung, bei der sie auf Hilfe von einfühlsamen Menschen angewiesen sind.

Im Rahmen eines Leader-Förderprogramms baute die Caritas Kelheim seine Angebote für Demenzkranke landkreisweit aus und unterstützt somit Angehörige bei der Betreuung ihrer erkrankten Familienmitglieder. 35 Laienhelfer waren rund 2300 Stunden im Jahr 2017 in der Betreuung erkrankter Menschen unterwegs. Ende November wurden wieder 15 neue Ehrenamtliche ausgebildet, die ab dem Jahr 2018 zur Unterstützung zu Hause zur Verfügung stehen. Das Betreuungsangebot richtet sich dabei nach den individuellen Vorlieben des Erkrankten, egal ob er spazieren gehen will, Bilder anschauen, Spiele spielen, Backen oder einfach nur erzählen, die Ehrenamtlichen gehen auf die jeweiligen Interessen ein. Dabei ist es das Ziel mit dem Erkrankten ein paar schöne Stunden zu verbringen und dadurch auch den Angehörigen regelmäßig zu entlasten.

Auch im Jahr 2018 werden wieder engagierte Menschen in der Betreuung Demenzkranker geschult. Die Schulung findet an fünf Tagen in der Zeit vom 28. November bis zum 4. Dezember 2018 (außer Samstag und Sonntag) von 9 bis 16.30 Uhr statt. Interessierte können sich bei Stephanie Wöhrl vom Leader-Projekt „Caritas-Netzwerk Demenz“ unter der Telefonnummer 09443/ 9184225 oder per Mail an s.woehrl@caritas-kelheim.de melden.


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