10.07.2020, 19:52 Uhr

Pflegeschüler „Patient Null“ Corona-Massentest am Klinikum Freising geplant

Der Leiter der Notaufnahme und Hygienebeauftragte des Klinikums Freising Dr. Christian Fiedler, der Ärztliche Direktor PD Dr. Markus Neumaier und die Kaufmännische Leitung Maren Kreuzer (v.l.) informierten über die neu aufgetretenen Corona-Fälle. F.: LRADer Leiter der Notaufnahme und Hygienebeauftragte des Klinikums Freising Dr. Christian Fiedler, der Ärztliche Direktor PD Dr. Markus Neumaier und die Kaufmännische Leitung Maren Kreuzer (v.l.) informierten über die neu aufgetretenen Corona-Fälle. F.: LRA

Trotz strengster Hygieneschutzmaßnahmen wurde das Virus verbreitet.

Freising. Die nach einem Corona-Ausbruch im Freisinger Klinikum positiv getesteten Krebspatienten haben keine Symptome, teilten Klinikum, Gesundheitsamt und Landrat Helmut Petz bei einer Pressekonferenz im Landratsamt am heutigen Freitag mit. Für kommende Woche ist nun ein Massentest der über tausend Klinikums -Mitarbeiter geplant.

Am Dienstag, 7. Juli, hatte sich ein Pflegeschüler krank gefühlt und wurde am gleichen Tag positiv getestet. Akribisch ermittelten das Contact Tracing Team und das Gesundheitsamt eilends die Kontakte, die alle umgehend getestet wurden. „Alle, die sich eventuell angesteckt haben, sind in Quarantäne“, berichtete Dr. Christian Fiedler, Leiter der Notaufnahme und Hygienebeauftragter. Dass es trotz streng eingehaltener Hygienemaßnahmen zu einer Übertragung gekommen ist, lasse sich vielleicht mit der Aerosolbelastung erklären, gerade bei immungeschwächten Patienten. Das Infektionsgeschehen beschränke sich auf die Onkologie-Station, wo der „Patient Null“ Anfang der Woche unter Aufsicht und in kompletter Schutzkleidung die Patienten gewaschen habe, so Fiedler. Drei positive Ergebnisse auf der Onkologie-Station folgten, alle anderen Patienten waren negativ. Ihre Weiterbehandlung sei gewährleistet, versicherte Landrat Helmut Petz. Noch eine weitere Pflegekraft wurde positiv getestet. „Die Tragweite lässt sich noch nicht abschätzen“, sagte der Landrat, Ergebnisse von fünfzig weiteren Kontakten stehen aus. „Von 88 abgestrichenen Personen waren fünf positiv, 26 negativ. Zwei Personen konnten noch nicht erreicht werden“, so die Leiterin des Gesundheitsamts Dr. Kathrin Mariß-Heinrich. Zu den negativ Getesteten zählen auch die Ärzte der Onkologie.

Unabhängig vom Ausbruch auf der Station gegeben war noch ein Notfallpatient in der Nacht vom 7. auf 8. Juli eingeliefert worden, berichtete der Ärztliche Direktor PD Dr. Markus Neumaier. Auch hier wurden Kontakte ermittelt, hier folgten bisher keine weiteren Infektionen .

Nun folgt ein Massentest der Klinikums-Mitarbeiter. „Dafür gibt es jetzt einen konkreten Anlass, so dass die Testung Sinn macht.“ Nicht getestet werden hier Patienten, da sie bereits bei der Aufnahme abgestrichen werden. Die Mitarbeiter-Tests am Dienstag, 14. Juli, übernehmen das Freisinger BRK und die Allershausener Johanniter gemeinsam. „Wir rechnen mit positiven Fällen“, sagte Fiedler bereits vorab.Gegebenenfalls werde man wieder sofort alle Maßnahmen ergreifen. „Die Strukturen funktionieren“, betonte Landrat Petz, das habe der Fall gezeigt. Für den Massentest wird das Freisinger THW die nötige Schutzausrüstung bereitstellen. − fw –