05.02.2020, 15:54 Uhr

Keine Angst Donauisar-Klinikum Deggendorf ist für das Corona-Virus gerüstet

(Foto: leaf/123rf.com)(Foto: leaf/123rf.com)

Mitarbeiter des Krankenhauses wurden speziell geschult.

DEGGENDORF Das Corona-Virus kommt näher. Vergangene Woche wurde eine 45-jährige Frau aus Freising positiv auf das neuartige Coronavirus 2019-nCoV getestet. Jetzt sind es insgesamt elf Personen aus Bayern, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. „Für die Bayerische Staatsregierung hat der Schutz der Bevölkerung oberste Priorität“, betont Gesundheitsministerin Melanie Huml. Die Gesundheitsbehörden seien gut gerüstet. Das gilt auch für das Donauisarklinikum Deggendorf, wie Kliniksprecher Jürgen Stern sagt.

Durch die rapide Ausbreitung des Virus in Wuhan (Provinz Hubei) in China besteht Anlass, sich auch auf weitere Fälle in Deutschland vorzubereiten, selbst wenn bislang nur ein kleiner Teil der Infektionen außerhalb Chinas aufgetreten ist.

Das Virus verursacht Symptome des Atemtraktes, mit oder ohne Fieber, bis hin zu Lungenentzündungen. Als Verdachtsfälle gelten Patienten mit einem maximal 14 Tage zurückliegenden Aufenthalt in China, beziehungsweise nach Kontakt mit einer bereits infizierten Person. Hier muss eine Labordiagnostik erfolgen.

Das Donauisar Klinikum Deggendorf hat sich deshalb gut vorbereitet. „Das Klinikum steht bezüglich des neuen Coronavirus im engen telefonischen und schriftlichen Kontakt mit dem Deggendorfer Gesundheitsamt, hat bereits vor einer Woche mit einem speziellen Team einschließlich unseres Infektiologen, Prof. Dr. Wagner, dem Mikrobiologen und Virologen Dr. Hussein, der Pflegedirektion, dem Laborchefarzt und der Hygienestabsstelle sowie dem ärztlichen Leiter der Notaufnahme und Oberärzten der Notaufnahme in einer Sitzung praktische Handlungsmaßnahmen nach den Empfehlungen des Robert Koch Instituts erarbeitet und zwischenzeitlich laufend aktualisiert“, erklärt Kliniksprecher Jürgen Stern.

Demnach würde es vier festgelegte Isolierzimmer mit Schleusen geben, in denen die Verdachtsfälle mit Coronavirus-Infektion untergebracht werden können. Falls mehr als vier Personen mit Verdacht eintreffen sollten, würde eine ganze Station völlig geräumt und diese Station in eine Isolierstation ausschließlich für Coronaviruspatienten umgewandelt werden. „Dies ist nach der derzeitigen Lage höchst unwahrscheinlich“, sagt Stern.

„Unsere pflegerischen und ärztlichen Mitarbeiter wurden mündlich und schriftlich aufgeklärt und geschult, worauf sie besonders bei Coronavirus achten sollen. Speziell geschult wurden das Personal der Notaufnahme und der Intensivstation sowie einige weitere Ärzte, Schwestern und Ärzte. Außerdem wurde ein Infoblatt zum Umgang mit 2019-nCoV anhand der Vorgaben des RKI erstellt und an alle betroffenen Mitarbeiter und alle Ärzte versandt und zwischenzeitlich zweimal aktualisiert.“

Laut Jürgen Stern wäre eine telefonische Voranmeldung des Patienten mit Verdacht auf Coronavirusinfektion hilfreich. „In jedem Fall sollte der Patient sofort zu erkennen geben, dass es sich bei ihm um eine Coronavirusinfektion handeln könnte“, so der Kliniksprecher. „Gleich bei der Anmeldung, sofern der Verdacht besteht, wird der Patient dann mit einem Mundschutz versorgt, in ein festgelegtes Isolierzimmer in der Notaufnahme gebracht und der zuständige Oberarzt sofort informiert.“ Der würde dann die erforderlichen Schutzmaßnahmen bei Betreten des Isolierzimmers einleiten, wie etwa das Tragen von Einmalhandschuhen, Schutzkittel, OP Haube, Atemschutzmaske und Schutzbrille. „Selbstverständlich trägt dann auch das ärztliche und pflegerische Personal Schutzkleidung“, so Stern. Der Patient dürfe das Zimmer nur mit Mund-Nasen-Schutz verlassen. Außerdem werde dem Gesundheitsamt unverzüglich der Verdacht auf eine Erkrankung mit Coronavirus gemeldet.

Empfehlungen vom Robert Koch Institut (RKI) bezüglich der Isolierungsdauer gibt es nicht. „Festgelegt ist bei uns aber Folgendes: Solange der Patient mit Coronavirus-Infektion bei uns stationär behandelt wird und die spezielle Task Force-Einheit für Coronavirusinfektionen nicht einer Erlaubnis zur Entlassung zustimmt, muss der Patient isoliert bleiben, in der Regel wahrscheinlich, bis ein negativer molekularbiologischer Befund vorliegt“, weiß Stern.


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