17.12.2018, 10:34 Uhr

Sprache sorgt für Gesprächsstoff Logopäden aus ganz Bayern im Bayerischen Wald

Dr. Elisabeth Wildegger-Lack (l.) und Holger Grötzbach (r.) freuten sich über das große Interesse an den 2. Deggendorfer Fachgesprächen der akademischen Sprachtherapie und Logopädie. (Foto: Ebner)Dr. Elisabeth Wildegger-Lack (l.) und Holger Grötzbach (r.) freuten sich über das große Interesse an den 2. Deggendorfer Fachgesprächen der akademischen Sprachtherapie und Logopädie. (Foto: Ebner)

2. Deggendorfer Fachgespräche für Logopäden und Sprachtherapeuten an der Asklepios Klinik Schaufling.

SCHAUFLING „Logopädie ist ein großes Thema für alle Altersgruppen, vom Kleinkind bis zum Senior“, betonte Holger Grötzbach, Leiter der Abteilung für Logopädie an der Asklepios Klinik in Schaufling. Umso wichtiger ist es für Logopäden und Sprachtherapeuten, sich über die neuesten Therapiemöglichkeiten zu informieren und sich mit Kollegen fachlich auszutauschen. Knapp 70 Logopäden und Sprachtherapeuten aus Niederbayern, Oberbayern und der Oberpfalz kamen jetzt zu den zweiten Deggendorfer Fachgesprächen der akademischen Sprachtherapie und Logopädie – der einzigen Veranstaltung dieser Art in Bayern.

„Die meisten verbinden Logopädie nur mit Stottern, Lispeln oder Buchstabenrollen. Es steckt aber viel, viel mehr dahinter“, verdeutlichten Holger Grötzbach und Dr. Elisabeth Wildegger-Lack. Der Leiter der Abteilung für Logopädie an der Asklepios Klinik in Schaufling und die Sprachtherapeutin, die eine eigene Praxis in Fürstenfeldbruck hat, organisierten die Fachgespräche. Schon die erste Veranstaltung in Deggendorf vor zwei Jahren war ein Riesenerfolg, nun trafen sich die Fachleute aus ganz Bayern erstmals am Schauflinger Rehazentrum. Zwei Tage lang diskutierten junge Wissenschaftler und erfahrene Therapeuten über wichtige Neuerungen in der Logopädie – und freuten sich über Wissenswertes von Referenten, die auf verschiedenste Fachbereiche der Logopädie und Sprachtherapie spezialisiert sind.

Dr. Ingrid Aichert von der LMU München, eine deutschlandweit gefragte Expertin, hielt das Hauptreferat rund um die Diagnose und Therapie der sogenannten Sprechapraxie. Anhand von praktischen Beispielen zeigte sie auf, wie wichtig es ist, die Symptome richtig zu deuten und verschiedenste Behandlungsmöglichkeiten sinnvoll zu kombinieren. Bei der Sprechapraxie ist die Sprechmotorik gestört. „Und damit oft die gesamte Kommunikation mit dem Partner, der Familie, Freunden, Kollegen, Kunden oder mit dem Chef. Man ist privat in der Freizeit, aber auch beruflich stark gehandicapt, Misserfolge sind vorprogrammiert“, warnte Dr. Ingrid Aichert.

Wichtig war es den Organisatoren, viele Themen abzudecken, keinen Fachkongress, sondern einen echten Austausch zu ermöglichen und Leute aus der Praxis mit Studenten und Berufsanfängern zusammenzubringen. „Sprechen, Sprache und Hören begleiten alle Menschen, ihr ganzes Leben. Wenn ein Kind Probleme mit dem Sprachverständnis hat, hat es wahrscheinlich Probleme in der Schule. Wenn jemand eine Hörstörung hat, kann das den Alltag stark einschränken. Nach einem Schlaganfall ist es für viele besonders hart, wenn sie nicht mehr sprechen und sich mitteilen können“, erklärten die Organisatoren der Fachgespräche. Zwölf Referenten gaben Einblick in ihre Fachbereiche, von der Therapiedokumentation über die Schnittstellen von stationärer Reha und ambulanter Logopädie bis zu Tablets & Apps in der Sprechtherapie: Dr. Ingrid Aichert, Kristina Hösl, Ruth Hagen, Julia Koppers, Elena Rotering, Ann-Kristin Lübbering, Romy Schuberth, Christina Kurfeß, Dr. Daniela Kiening, Birgit Siersch, Antonia Träger und Hildegard Kaiser-Mantel. Die Idee, im niederbayerischen Deggendorf bzw. Schaufling Fachgespräche anzubieten, kommt an, die Resonanz war auch bei den zweiten Deggendorfer Fachgesprächen groß. „Logopäden und Sprachtherapeuten aus Bayern müssen sonst nach Norddeutschland fahren, wenn sie sich qualifiziert fortbilden wollen“, erklärten Holger Grötzbach und Dr. Elisabeth Wildegger-Lack.

Auch Daniel Weiß, der Geschäftsführer des Schauflinger Rehazentrums, und der ärztliche Direktor, Dr. Helge Matrisch, freuten sich, dass die Expertenrunde erstmals in den Räumen der Asklepios Klinik zusammenkam. „Wir versuchen, an der Speerspitze der Wissenschaft und vorne dabei zu sein, wenn es um Fachwissen und modernste Therapiemöglichkeiten für unsere Patienten geht. Deshalb freut es uns doppelt, wenn sich Fachleute aus ganz Bayern bei uns treffen“, so Daniel Weiß. Etwa 3000 Patienten kommen jedes Jahr für ihre Reha in die Asklepios Klinik – mit einer Herzerkrankung, nach einer Operation an Knie oder Hüfte, nach einem Schlaganfall, wegen Multipler Sklerose und vielen anderen Anliegen. Zum Schauflinger Rehazentrum gehören Orthopädie und Unfallchirurgie, Neurologie und Neuropsychologie, Kardiologie, Angiologie und Geriatrie.


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