27.09.2018, 09:39 Uhr

Bezirkstag lehnt Angebot ab Neurologie des Bezirksklinikums Mainkofen bleibt selbstständig

Ein multiprofessionelles Team, das umfangreiche diagnostische und therapeutische Leistungsangebot des Hauses, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit niedergelassenen Neurologen und Nervenärzten und nicht zuletzt die enge Kooperation mit umliegenden Kliniken, garantieren in Mainkofen eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau. (Foto: Archiv Bezirksklinkum Mainkofen)Ein multiprofessionelles Team, das umfangreiche diagnostische und therapeutische Leistungsangebot des Hauses, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit niedergelassenen Neurologen und Nervenärzten und nicht zuletzt die enge Kooperation mit umliegenden Kliniken, garantieren in Mainkofen eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau. (Foto: Archiv Bezirksklinkum Mainkofen)

Die Fachabteilung Neurologie des Bezirksklinikums Mainkofen wird nicht Teil des DONAUISAR Klinikums. Der Bezirkstag lehnte am gestrigen Mittwoch das Angebot zur Eingliederung der Neurologie und der Neurologischen Frührehabilitation ab.

MAINKOFEN Der Bezirkstag von Niederbayern hat sich bei seiner Sitzung gegen das Integrationsangebot aus Deggendorf ausgesprochen. Dafür gibt es maßgebliche Gründe: Zum einen würde im Falle einer Annahme dem DONAUISAR Klinikum die operative Führung der Neurologischen Fachklinik in Mainkofen übertragen. Die Standortsicherheit für die Neurologie in Mainkofen werde allerdings nur fünf Jahre gewährleistet. Danach würde eine finanzielle Beteiligung des Bezirks von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen am Standort abhängen. Für den Bezirk ist laut Beschluss das „Auseinanderfallen von Steuerung und finanzieller Haftung nicht hinnehmbar“.

Zum anderen würden durch die Ausgliederung der Neurologie aus dem Bezirksklinikum Deckungsbeiträge für das Gesamtklinikum entfallen, die durch die Akutpsychiatrie und die Forensik aufgefangen werden müssten. Das würde einen finanziellen Nachteil von fast drei Millionen Euro bedeuten, der erst mittelfristig reduziert werden könnte.

Der Bezirk will nun alternativ einen eigenen Vorschlag erarbeiten, wie beide Kliniken künftig als selbstständig handelnde Partner zusammenarbeiten können. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich betonte: „Durch die Ablehnung des Integrationsangebots bleibt die Tür für weitere Gespräche offen. Das Ziel muss es sein, die Versorgung der Patienten weiter zu verbessern und eine Kosten verursachende Konkurrenz der beiden Kliniken auszuschließen.“

Das Klinikum Deggendorf und das Bezirksklinikum Mainkofen kooperieren seit 2004 mit dem Ziel, die Versorgung von Schlaganfallpatienten zu verbessern. Da sich Rahmenbedingungen und Strukturvoraussetzungen in der Krankenhauslandschaft zunehmend verändern, wurde zwischen dem Bezirksklinikum Mainkofen und dem DONAUISAR Klinikum in den vergangenen Monaten erörtert, ob ein Zusammenschluss neurologischer und neurochirurgischer Fachbereiche eine wirtschaftliche Verbesserung für beide Häuser darstellen könnte. Die Option einer Fusion unter dem Dach des DONAUISAR Klinikums wurde nach eingehender Prüfung nun im Bezirkstag verworfen.

Reaktionen:

Prof. Wolfgang Schreiber, Ärztlicher Direktor: „Ärztlicherseits sehen wir das vorläufige Scheitern der Kooperationsverhandlungen mit dem DONAUISAR Klinikum vor allem als Chance. Als Chance, eigene Kompetenzen und Ressourcen nunmehr viel deutlicher ins Spiel zu bringen. Es ist uns klar, dass unser Fortbestehen als neurologische Hauptabteilung in unseren Händen liegt und wir nicht erwarten können, diese Möglichkeit noch einmal nützen zu können.“

Werner Lösl, Personalvertreter: Aus Sicht der Örtlichen Personalvertretung (ÖPV) ist die Entscheidung des Bezirkstags, die Verhandlungen hinsichtlich einer Fusion der Neurologie Mainkofen mit dem DONAUISAR Klinikum als gescheitert zu erklären, „im Sinne aller Mitarbeiter des Bezirksklinikums Mainkofen“. Der stellvertretende ÖPV-Vorsitzende Werner Lösl: „Die Örtliche Personalvertretung und die Mitarbeiter des Bezirksklinikums Mainkofen sind erfreut, dass der Bezirkstag, insbesondere Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich, zu seinem Wort gestanden ist, das Angebot zu prüfen und dann zu entscheiden, was für den Bezirk, das Bezirksklinikum Mainkofen und die Neurologie am besten ist.“


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