25.06.2018, 16:27 Uhr

Modernste Hochleistungsröntgenanlage Donauisar Klinikum macht die Zukunft der Medizin möglich


Fast 200 Millionen Euro hat das Donauisar Klinikum Deggendorf seit seiner Gründung in die Infrastruktur investiert: Jüngstes Glanzstück ist der neue Hybrid-OP, der im Kern aus einem optimal ausgestatteten OP-Saal und einer Hochleistungsröntgenanlage besteht. Sie ist die modernste ihrer Art in Bayern. Insgesamt betrage die Investitionssumme für Neubau, der eingeweiht wurde, und Ertüchtigung des alten OPs, die in den nächsten zwei Jahren erfolgt, 35 Millionen Euro. Damit sei das Klinikum auf dem modernsten Stand in Bayern.

DEGGENDORF Für Landrat Christian Bernreiter sind diese Investitionen kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzungen für die bestmögliche medizinische Versorgung der Bevölkerung vor Ort. Dafür lohne sich der Einsatz der Mittel. Dies zu finanzieren, sei im derzeitigen Umfeld der Gesundheitspolitik allerdings keine leichte Aufgabe. Bei einem Festakt am vergangenen Freitag erhielt mit dem neuen OP-Saal auch der ganze OP-Neubau den kirchlichen Segen.

Klinikvorstand Dr. Inge Wolff hob bei den Feierlichkeiten die gute Zusammenarbeit hervor: Diese sei bei den jährlich 10.000 Operationen gefordert, sie sei aber auch bei Planung und Bau von größter Wichtigkeit. Dafür dankte sie vor allem dem Team ihrer Mitarbeiter, aber auch den externen Planern und Firmen ganz besonders. Wichtig war ihr, dass die Patienten kaum etwas von Einschränkungen mitbekommen hätten. Als Vater der Idee eines Hybrid-OPs hob sie Chefarzt Prof. Dr. Matthias Behrend besonders hervor. Als Leiter der Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie werde er auch einer der Hauptnutzer der Anlage sein. Zudem bat sie um Geduld bei der nächsten Etappe, der Ertüchtigung des bisherigen OPs.

Bevor Prof. Stefan Rath seine Erläuterungen begann, bedankte er sich im Namen aller Chirurgen herzlich für die neue Einrichtung und die großen Investitionen, die für die operativen Fächer getätigt wurden. Der Neurochirurg, Leiter des operativen Zentrums und zweiter Hauptnutzer hob hervor, dass im Hybrid-OP bewährte Techniken auf dem neuesten Stand zum Einsatz kämen. Durch ihre Kombination erzielten sie sehr viel mehr Nutzen für den Patienten als durch den getrennten Einsatz. Die Operationen würden präziser und sicherer. Dadurch verbesserten sich auch die Ergebnisse. Viele Nachuntersuchungen könnten zudem entfallen.

Besonders in den Blick nahm Professor Rath das moderne OP-Mikroskop mit Fluoreszenz. Dadurch könnten etwa Gehirntumore farblich gekennzeichnet und ohne Rückstände entfernt werden. Eine Navigationsanlage unterstütze den Operateur etwa dabei, Schrauben in den Wirbelkörper im genau richtigen Winkel zu setzen. Besonders bei Eingriffen an der Brust- oder Halswirbelsäule sei das von höchstem Nutzen. Durch die Kombination mit einer Hochleistungsröntgenanlage (Angiografie-System ARTIS pheno von Siemens) und einem aus Karbon gefertigten OP-Tisch werde die Darstellung der Strukturen im Körper auf ganz neues Niveau gehoben. Gleichzeitig reduziere sich die Strahlenbelastung. Das neue Gerät mache etwa auch eine Messung der Durchblutung des Gehirns während der Operation möglich.

Im neuen OP-Saal baten die evangelische Pfarrerin Katrin Großmann-Bomhard, der katholische Pfarrer Thomas Strunz und Gemeindereferentin Gabriele Rössle-Kohl um Gottes Segen für die neuen Anlage, die Patienten und ganz besonders für die Ärzte und Pflegekräfte, die dort arbeiten würden. In den Augen der Kirche erfüllte das medizinische Personal einen Auftrag Christi, wenn sie sich, der Kranken annehmen würden. Sie seien seine Hände in der Gegenwart.

Auf die Segnung folgte an wissenschaftliches Symposium und eine kleiner Tag der offenen OP-Tür für die Bevölkerung, nachdem die Mitarbeiter des Klinikums die neuen Räume schon am Vormittag besichtigen konnten. Sie konnten sich auch von der Innenausstattung ein Bild machen: Die Räume sind umgeben von blaugläsernen Wänden. Dies wirkt nicht nur futuristisch, hier werden neue Standards für die Hygiene gesetzt: Die Glasflächen sind leicht zu reinigen. Gleich nach den Führungen für die Interessierten machten die Reinigungskräfte aus dem OP das, was er jetzt immer sein wird: ein hochsteriler Reinraum, der höchsten Ansprüchen genügt und nur noch in OP-Kleidung betreten werden darf.


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