01.03.2018, 10:02 Uhr

Zunahme Immer mehr Junge von Schlaganfällen betroffen

Die beste Medizin ist und bleibt aber immer noch Vorbeugung. Deshalb sollte man unter anderem das Rauchen einstellen. (Foto: nomadsoul1/123rf.com)Die beste Medizin ist und bleibt aber immer noch Vorbeugung. Deshalb sollte man unter anderem das Rauchen einstellen. (Foto: nomadsoul1/123rf.com)

Der Schlaganfall ist keine altersbedingte Krankheit, sie kann jeden treffen, inzwischen auch immer mehr junge Menschen und sogar Kinder.

DEGGENDORF „Laut einer aktuellen Datenerhebung der KKH Kaufmännische Krankenkasse waren im Jahr 2016 insgesamt 7.630 ihrer Versicherten akut von einem Schlaganfall betroffen, über 800 mehr als noch im Jahr 2012, davon allein über 1.000 in der Altersgruppe der bis 54-Jährigen“, erläutert Robert Deindl vom Serviceteam in Deggendorf. „Selbst Kinder, Jugendliche und junge Menschen bis 34 Jahren bleiben nicht verschont: 120 erlitten in dieser Gruppe in 2016 einen Schlaganfall.“

Schlaganfälle zählen ebenso wie Herzinfarkte zu den Herz-Kreislauf-Erkrankungen − der Todesursache Nummer 1 in Deutschland. Jedes Jahr erleiden laut der Deutschen Schlaganfall-Hilfe knapp 270.000 Menschen bundesweit einen Schlaganfall. Etliche sterben daran. Zwar ist immer noch das Alter mit seinen klassischen Faktoren ‚Diabetes, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen‘ der Risikofaktor schlechthin. Doch neuere Studien der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe gehen von 30.000 Betroffenen unter 55 Jahren pro Jahr aus, bei denen altersbedingte Ursachen keine Rolle spielen.

Laut Studienlage soll bei 15 bis 25 Prozent der jungen Menschen eine kleine Verletzung an der Gefäßinnenwand einer Halsarterie dafür verantwortlich sein, eine sogenannte Dissektion. Es bildet sich ein Wandhämatom, das zu einer Engstelle führt, im schlimmsten Fall zu einem Gefäßverschluss. Die davon betroffenen Patienten sind oft erst Mitte 40 oder noch jünger, so die Stiftung. Grundsätzlich seien Schlaganfälle bei jungen Menschen aufgrund der Komplexität jedoch schwieriger zu diagnostizieren: in weniger als die Hälfte der Fälle wird die Schlaganfall-Ursache – trotz intensiver Diagnostik – nicht gefunden.

„Die beste Medizin ist und bleibt aber immer noch Vorbeugung“, sagt Robert Deindl, das heißt: „Stellen Sie das Rauchen ein, ernähren Sie sich gesundheitsbewusster und bewegen Sie sich regelmäßig.“ Der Abbau von Übergewicht und regelmäßige Arztbesuche – zum Beispiel im Rahmen des kostenfreien Check-ups – helfen, das Risiko für einen Schlaganfall zu senken.


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