06.12.2017, 12:04 Uhr

Gelenkbeschwerden Besucherandrang beim Infoabend Arthrose

Der Rundgang mit Chefarzt Prof. Dr. Peter Schandelmaier startete in der Eingangshalle des Klinikums. Rund 80 Interessierte haben sich dort versammelt. (Foto: Donauisar Klinikum)Der Rundgang mit Chefarzt Prof. Dr. Peter Schandelmaier startete in der Eingangshalle des Klinikums. Rund 80 Interessierte haben sich dort versammelt. (Foto: Donauisar Klinikum)

Rundgang und Info-Vortrag zu Gelenkbeschwerden mit Chefarzt Prof. Dr. Peter Schandelmaier.

DEGGENDORF Millionen Menschen leiden unter immer wieder kehrenden Gelenkbeschwerden. Belastungsabhängige Schmerzen und eine zunehmende Bewegungseinschränkung führen dann zum Besuch des Arztes. Häufig werden die Patienten dort erstmals mit der Diagnose „Arthrose“ konfrontiert.

Was steckt hinter diesem Begriff? Was kann der Patient dagegen tun? Wann ist eine Operation notwendig und wie wird eine solche durchgeführt? Welche Operationsmethoden gibt es? Welche Implantate kommen zum Einsatz? Wie lange dauert die Rehabilitation? Und wie lange hält ein künstliches Gelenk? Diese und weiteren Fragen hat Chefarzt Prof. Dr. Peter Schandelmaier bei einem Info-Abend mit Rundgang am Donauisar Klinikum Deggendorf beantwortet.

Prof. Schandelmaier ist Chefarzt der Unfallchirurgie, Handchirurgie und Orthopädie und Hauptoperateur des zertifizierten EndoProthetikZentrums am Donauisar Klinikum Deggendorf-Landau. Die Arthrose, so der Chefarzt, sei ein chronischer und im Verlauf zunehmender Gelenkverschleiß, bei dem der Knorpel geschädigt werde. Wenn die Knorpel-, also die Gleitschicht, die jeder von uns in seinen Gelenken hat, fehle, „knirsche“ es. Durch den Abrieb des Knorpels werden die Knochenhaut und die Gelenkschleimhaut gereizt, dadurch würden Schmerzen entstehen. Welche Möglichkeiten es am Donauisar Klinikum gibt, um eine Arthrose an den großen Gelenken zu therapieren, stellte er im Verlauf des Informationsabends anschaulich dar.

Wenn das Gelenk bzw. der Knorpel noch nicht komplett zerstört ist, seien an erster Stelle immer konservative Mittel, das heißt nicht-operative Verfahren die erste Wahl. Der Chefarzt rate, unbedingt in Bewegung zu bleiben und etwa Fahrrad zu fahren oder spazieren zu gehen. Auch eine Elektrotherapie oder eine physikalische Therapie können Linderung versprechen. Da es bei der Arthrose aber auch zu einer entzündlichen Reizung im Gelenk komme, sei eine zusätzliche Einnahme von Medikamenten oftmals notwendig. Arthrose-Schmerzmittel setzten hier direkt am Gelenk an und können die Entzündungsreaktion unterdrücken. Bleiben diese wirkungslos, können Injektionen mit Hyaluronsäure direkt ins Kniegelenk sinnvoll sein. Diese helfen, den Gleiteffekt des Knorpels zu verbessern. Wenn die Entzündung fortgeschritten sei, könne über eine Spritze auch Kortison verabreicht und damit die Beschwerden gelindert werden. Das ideale Therapieverfahren müsse dabei individuell auf den Patienten, seine Bedürfnisse und Ansprüche in Abwägung der individuellen Risiken gemeinsam abgestimmt werden, um neben einer größtmöglichen Schmerzfreiheit auch die Lebensqualität rasch wieder herzustellen.

Ein Großteil der Patienten komme mit den nicht-operativen Maßnahmen meistens sehr lange zu recht. Sind die Grenzen der konservativen Therapie jedoch erreicht, helfe oftmals nur der künstliche Gelenkersatz (sogenannte Endoprothese), um den Leidensdruck zu verringern, Beschwerdefreiheit zu erzielen und die Mobilität zu sichern. Der Ersatz des verschlissenen Gelenks werde am Donauisar Klinikum Deggendorf und Landau nach den Standards des zertifizierten EndoProthetikZentrums Deggendorf-Landau durchgeführt.

Durch die strengen Vorgaben zur Erlangung dieses Gütesiegels werde eine hohe medizinische Qualität sichergestellt. Optimierte Behandlungsabläufe gewährleisten, dass Patienten interdisziplinär betreut und damit Komplikationen reduziert würden. Beim Ersatz von Hüft- und Kniegelenken kämen heutzutage überwiegend minimal invasive Verfahren und modernste Techniken zum Einsatz. Diese ermöglichen eine gewebeschonende Art der Implantation, eine schnellere Rehabilitation sowie einen kürzeren Krankenhausaufenthalt. Das große Angebot an modernen und knochenschonenden Prothesen biete zudem bereits die Möglichkeit, den Gelenkersatz auf die Gegebenheiten im individuellen Gelenk anzupassen (zum Beispiel spezielle Prothesen für Frauen), bestehende Fehlstellungen (zum Beispiel X-Beine) zu berücksichtigen und auf die Bedürfnisse des Patienten abzustimmen (zum Beispiel bei sportlich aktiven Menschen).

Um den Besuchern der Info-Veranstaltung einen umfassenden Einblick zu geben und die Angst vor einer OP zu nehmen, führte der Chefarzt die Besucher persönlich durch die Räumlichkeiten des Klinikums. Der praktische Ablauf einer Gelenk-OP, vom Erstgespräch, über die OP-Planung bis hin zum fertigen Ergebnis, wurde erklärt. Auch ein Besuch der Notaufnahme war Teil des Abendprogramms sowie ein kleiner kostenloser Imbiss.

Die nächste Info-Veranstaltung zum Thema „Arthrose“, mit Rundgang und Imbiss findet statt am Montag, 29. Januar, um 18 Uhr. Treffpunkt ist an der Pforte des Klinikums. Der Eintritt ist frei.


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