20.02.2019, 15:08 Uhr

Gesundheitsversorgung Gesundheit und Wirtschaft am runden Tisch

(Foto: leaf/123RF)(Foto: leaf/123RF)

Imagekampagne für Pflegeberufe soll noch in diesem Jahr gestartet werden.

REGEN Der Landkreis Regen, die Arberland Regio, die Gesundheitsregion plus Arberland und das Wirtschaftsforum Regen hatten vor Kurzem zu einem runden Tisch zum Thema Gesundheit und Wirtschaft in die vhs Arberland nach Regen eingeladen. In einer gut besuchten Runde gab es neben verschiedenen Fachvorträgen auch die Möglichkeit wichtige gesundheitspolitische Aspekte zu diskutieren.

Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Landrat Helmut Plenk übernahm Natalie Walter, die Geschäftsführerin der Gesundheitsregion plus, die Moderation des Abends. Als ersten Referenten konnte sie mit Christian Schmitz den Vorstand der Arberlandkliniken begrüßen. Schmitz sprach dabei über die Gesundheitsversorgung in der Region. Er berichtete davon, dass die Arberlandkliniken Zwiesel und Viechtach „Häuser der Regelversorgung“ sind. Dabei habe der Landkreis 4,0 Krankenhausbetten pro 1000 Einwohner. Dies liege deutlich unter dem Bayernschnitt von 5,99 Betten pro 1000 Einwohner und unter dem Bundesdurchschnitt von 6,13 Betten pro 1000 Einwohner. „Wir haben seit Jahrzehnten die wenigsten Betten“, sagte Schmitz und sah hier eher zusätzlichen Bedarf, als die Gefahr von Bettenreduktion. Er erläuterte, dass es im Landkreis Regen zu keiner weiteren Ausdünnung und Zentralisierung kommen sollte. Er wies zudem darauf hin, dass 70 Prozent der Patienten über 60 Jahre alt sind. Ferner sprach der Klinikenvorstand die Pflegesituation an. Der Pflegemangel sei längst in der Region angekommen und auch die Arberlandkliniken müssten, wie alle anderen Pflege- und Gesundheitseinrichtungen, mit Pflegemangel und der Abwanderung von Fachkräften in andere Branchen kämpfen.

Die ärztliche Versorgung im Landkreis Regen war anschließend das Thema von Anton Altschäffl. Der Referent arbeitet bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern und konnte so mit aktuellen Zahlen aufwarten. Demnach seien die Hausärzte in Bayern durchschnittlich 55 Jahre alt. In den Bereichen Viechtach, Zwiesel und Regen liegt das Durchschnittsalter aber bei 56, 57 und 58 Jahren. „Die fachärztliche Versorgung ist im Landkreis Regen unterschiedlich ausgeprägt“, erklärte Altschäffl. So könne man in den Räumen Regen und Zwiesel von einer guten Versorgung sprechen, in Viechtach sei die Versorgung aber „schwach“. Die Vereinigung wisse, dass man in der Region Arztsitze nur schwer nachbesetzen kann. Lob zollte er aber dem Engagement der Verantwortlichen. Hier gebe es gute Ansätze und so hoffe er, dass auch künftig die Sitze besetzt werden können.

Nachdem Matthias Wagner vom Gesundheitsamt Regen davon berichtete, dass die psychosoziale Versorgung und die Beratungsangebote im Landkreis Regen deutlich ausgedehnt wurde, hatte Dr. Gabriele Pinkl das Wort. Sie zeigte auf, was psychosoziale Beratung kann und was nicht. „Wir werten nicht, wir kritisieren nicht“, erklärte sie das Beratungsprinzip. Ziel sei es, Lösungsstrategien aufzuzeigen.

Als letzte Referentin des Abends berichtete Heidemarie Horenburg, die Vorsitzende des Hospizvereins Zwiesel-Regen, von der Arbeit der Hospizbegleiter. „Niemand will einsam leben, warum sollte er dann einsam sterben?“, fragte sie und brachte so die Motivation der im Hospizverein ehrenamtlich Engagierten auf den Punkt. Mit der Arbeit wolle man das Sterben und den Tod auch aus der Tabuisierung holen. „Sterben ist ein Teil des Lebens und gehört zu unserer Gesellschaft“, sagte Horenburg. Sie berichtete davon, dass rund ein Viertel der Menschen zu Hause sterben und auch sie würden von den Vereinsmitgliedern begleitet.

In der anschließenden Diskussion forderte der stellvertretende Landrat Helmut Plenk, dass in der Gesundheitsversorgung die „schwarze Null nicht immer das Maß aller Dinge sein muss.“ Einig waren sich alle, dass man die Pflege und die Pflegeberufe weiter in den Fokus rücken müsse. So wurde abschließend beschlossen, dass im Rahmen der Gesundheitsregion plus Arberland noch in diesem Jahr eine Imagekampagne für den Pflegebereich geplant werden soll.


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