08.10.2018, 19:47 Uhr

„proSt“ – zum Wohle der Babys Einrichtungen der Stadt Regen wurden von „pro familia“ als stillfreundliche Orte zertifiziert

(Foto: Roland Pongratz)(Foto: Roland Pongratz)

„proSt“ steht auf den Aufklebern, die seit letzter Woche an den Eingängen von Landwirtschaftsmuseum, Tourist-Info und Stadtbücherei prangen. Nein, die Einrichtungen wollen nicht dokumentieren, dass sie zur Pichelsteinerfest-Hochburg gehören, sondern dass sie stillfreundlicher Ort sind.

REGEN Stillen in der Öffentlichkeit ist oft ein großes Problem für junge Mütter, da werden nicht selten schlechte Erfahrungen gesammelt. Manchmal ist das Stillen nur in Toiletten oder Umkleiden von Geschäften möglich. „Andere gehen extra nach Hause, ins Büro des Partners oder zu Bekannten oder Freunden, um in Ruhe stillen zu können“, sagt Stefanie Kauschinger, Vorsitzende der „pro familia Niederbayern“ mit Sitz in Passau und ergänzt: „Für Stillende bedeutet das eine Diskriminierung als Mutter und Frau. Wenn ein Kind in der Öffentlichkeit die Flasche bekommt, regt sich ja auch niemand auf.“

„pro familia Niederbayern“ möchte das Stillen an öffentlichen Orten fördern und die stillenden Mütter über stillfreundliche Orte informieren“, berichtet „pro familia“ Geschäftsführer Thoralf Fricke. Dafür habe man gemeinsam mit stillenden Müttern und Hebammen eine Checkliste erarbeitet, nach der öffentliche Einrichtungen, Cafés oder Geschäfte überprüft und wenn gewollt zertifiziert werden können. Die Idee ist nicht neu. Auch in anderen Städten und Regionen gibt es seit einiger Zeit ähnliche Initiativen. In Niederbayern wird von Passau aus die Karte der „proSt“-Orte gefüllt. Um als stillfreundlicher Ort zertifiziert zu werden, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein, etwa bequeme Sitzgelegenheiten, frei zugängliche Toiletten, Wickelmöglichkeit oder Unterstützung bei unhöflichem Verhalten Dritter.

In Regen gibt es ab sofort ganz hochoffiziell zwei Örtlichkeiten, an denen sich Mütter zurückziehen und ihrem Kind die Brust geben können: Im Niederbayerischen Landwirtschaftsmuseum Regen samt Tourist-Info und in der Stadtbücherei Regen. Die beiden Einrichtungen wurden letzte Woche von „pro familia Niederbayern“ als „proSt – pro Stillen“-Orte zertifiziert. „Wir freuen uns sehr, dass unsere Aktion nun auch erstmals im Landkreis Regen angekommen ist“, so Stefanie Kauschinger.

Die Leiter der Regener Einrichtungen, Melanie Kellermeier (Stadtbücherei), Angelika Michl (Tourist-Info) und Roland Pongratz (Landwirtschaftsmuseum) haben mit der Anmeldung zum Projekt nicht lange gezögert. „Wir erfüllen die Voraussetzungen schon länger, weil uns allen wichtig ist, dass sich Familien – vom Säugling bis zum Opa – bei uns wohlfühlen“, so Angelika Michl, die den Kontakt zur Zertifizierungsstelle herstellte. „Der Bayerische Wald ist für Familien mit Kindern als Urlaubsregion sehr interessant. Und ins Landwirtschaftsmuseum und die Stadtbücherei kommen viele Menschen aus dem Umland. Da ist eine Zertifizierung als stillfreundlicher Ort quasi ein zusätzliches Qualitätssiegel für unsere Einrichtungen!“, sind sich Melanie Kellermeier und Roland Pongratz einig.

Jetzt hoffen alle Beteiligten, dass sich im Landkreis Regen weitere Örtlichkeiten auszeichnen lassen, um für Mütter und ihre Säuglinge ein Stück Lebensqualität zu sichern. Informationen zur Aktion und Bewerbungsmöglichkeit für Interessierte finden sich unter www.proSt-Niederbayern.de


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