02.08.2018, 17:00 Uhr

Herzwerker im Arberland

(Foto: Stephanie Blüml)(Foto: Stephanie Blüml)

Es gibt Handwerker und Kopfarbeiter. Und es gibt Menschen, die nicht nur mit Hand und Köpfchen arbeiten wollen, sondern noch etwas mehr suchen. Die professionell und engagiert mit anderen Menschen arbeiten möchten. Und denen es Spaß macht, anderen Menschen mehr Lebensqualität und Lebensfreude zu vermitteln, ihnen Perspektiven zu eröffnen, sie zu fördern und zu begleiten: Das sind Herzwerker! Herzwerker arbeiten in sozialen Berufen wie der Altenpflege, der Kindertagesbetreuung, der Jugendhilfe und der Behindertenhilfe.

REGEN Aktuell hört man in der Pflege oder in vielen sozialen Bereichen kaum etwas Gutes. Vorurteile wie schlechte Bezahlung und Ausbeutung der Arbeitskräfte sind in aller Munde und manche schwarzen Schafe unterstreichen dieses Bild.

Dass es aber ganz anders sein kann und zwar sehr gut, das wurde bei der Veranstaltung der Gesundheitsregionplus Arberland mit engagierten Lehrern und Experten wie Berufsberatern thematisiert. Gerade im Landkreis Regen ist das Netzwerk der Akteure im sozialen Bereich sogar so gut aufgestellt, dass sich eine Arbeitsgruppe gebildet hat. Ziel ist es, dass die sozialen Berufe wahrheitsgemäß dargestellt und allen Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrerinnen und Lehrern die vielseitigen Möglichkeiten aufgezeigt werden.

So kann zum Beispiel nach der Ausbildung zum Erzieher oder zur Erzieherin, wozu eine Mittlere Reife Voraussetzung ist und die beim Berufsbildungszentrum für soziale Berufe (dem „Mädchenwerk“ Zwiesel) ausgebildet wird, ein weiterführendes Studium angestrebt werden. Auch für Berufe wie Gesundheits- und Krankenpfleger, Operationstechnischer Assistent oder Heilerziehungspfleger gibt es zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten und Weiterbildungen, wie Fachweiterbildungen, Leitungspositionen oder Studiengänge. „Mit einem Praktikum kann man in die Einrichtung und deren Struktur schauen, ob ein sozialer Beruf für einen in Frage kommt. Eine Ausbildung in diesem Bereich ist nie eine Sackgasse, sondern die beste Möglichkeit für weiterführende Fortbildungen oder ein Studium“, so Natalie Walter, Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregionplus Arberland.

In den Arberlandkliniken und bei den Einrichtungen von Dr. Loew kann beispielsweise auch ein Ferienjob gemacht werden. Ein freiwilliges oder schulisches Praktikum kann bei den Arberlandkliniken, dem BRK, der Caritas, Dr. Loew und der Lebenshilfe absolviert werden. Bei Interesse melden Sie sich gerne bei Natalie Walter unter gesundheitsregionplus@lra.landkreis-regen.de oder unter 09921-601 423.

Zum kommenden Schuljahr veröffentlicht die Arbeitsgruppe eine eigene Broschüre mit der Vorstellung von zehn sozialen Berufen, die im Landkreis ausgebildet werden oder zu denen man ein Praktikum oder ein freiwilliges soziales Jahr machen kann. „Die Berufe sind anspruchsvoll, vielseitig und man kann sichergehen, dass man jeden Tag neue und spannende Aufgaben vor sich hat. Einseitigkeit gibt es als Herzwerker nicht!“, erklärt die Arbeitsgruppensprecherin Stephanie Blüml.


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