21.12.2017, 08:00 Uhr

Vorträge, Infos und Live-OP Knie- und Hüfttag an der Arberlandklinik in Zwiesel


Erst kürzlich drehte sich alles rund um Knie und Hüfte: Das EndoProthetikZentrum Zwiesel unter der Leitung von Chefarzt Christian Walter lockte wieder viele Interessenten in die Arberlandklinik Zwiesel.

ZWIESEL Bereits ab Mittag gab es zahlreiche Informationsmöglichkeiten in der Eingangshalle. Begutachtet werden konnten Operationsinstrumente, künstliche Gelenke und Prothesen sowie Schmerzkatheter und Schmerzpumpen. Die richtige Händedesinfektion kann mittels einer UV-Lampe selbst kontrolliert werden. Das Mittelbayerische Rehabilitationszentrum Bad Kötzting und die Asklepios Klinik Schaufling stellten Reha-Maßnahmen vor. Auch Heike Ertl, Pflegeüberleitung der Arberlandkliniken, stand für Rückfragen bereit. Außerdem fanden Führungen durch die Physiotherapieabteilung statt. Alle Besucher hatten zudem die Möglichkeit, Gespräche mit den Ärzten zu führen.

Als besonderes Highlight gab es auch dieses Jahr wieder Live-Operationssimulation am Kunstknochen mit Chefarzt Christian Walter sowie den leitenden Oberärzten Dr. Martin Müller und Dr. Josef Penzkofer. Die Besucher konnten sich anhand der Kunstknochen direkt von den Ärzten vorführen lassen, wie eine entsprechende Operation an Knie oder Hüfte abläuft. So erklärten die Chirurgen anschaulich, an welchen Stellen eine Prothese genau eingesetzt wird und welche Funktionen dadurch ersetzt werden.

Im Vorfeld gab es jeweils einen Vortrag zum Thema. Dr. Martin Müller übernahm das Thema „Knie“ und ging auf mögliche Ursachen von Knieschmerzen ein. So können unter anderen Verletzungen wie Prellungen, Knochenbrüche oder Knorpelschäden, Verschleißerkrankungen wie Achsfehlstellungen, aber auch funktionelle Störungen zu Schmerzen im Knie führen. Das A und O sei eine gründliche Diagnosestellung im Vorfeld unter Einbeziehung bildgebender Verfahren (z.B. Ultraschall, Röntgen oder CT und MRT). Erst im Anschluss an die Diagnosestellung wird eine entsprechende Therapie festgelegt. Der Leitende Oberarzt erklärte dann die unterschiedlichen Arten eines Knie-Gelenkersatzes. Es bestehe einerseits die Möglichkeit eines Teilgelenkersatzes in Form einer Schlittenprothese, bei der die grundsätzlichen Bandstrukturen und ein natürlicher, unveränderter Bewegungsablauf erhalten bleiben. Dasselbe gelte auch für den Kniescheibengleitflächenersatz. Zudem gebe es den Oberflächenersatz, bzw. die Totalendoprothese, am Knie. Die entsprechende Therapie werde immer in Absprache mit den Patienten sowie unter Berücksichtigung der individuellen Beschwerden und Bedürfnisse festgelegt.

Im Anschluss referierte Leitender Oberarzt Dr. Josef Penzkofer zum Thema Hüftendoprothetik. Auch er ging auf Ursachen des Hüft-Verschleißes (Arthrose) ein. Hüftdeformitäten, Unfallfolgen, entzündliche Gelenkerkrankungen wie Rheuma oder Stoffwechselerkrankungen können zu Verschleiß und damit zu Schmerzen im Hüftgelenk führen. Oft träfen bei den Patienten auch mehrere Faktoren zu. Auch hier sei eine umfassende Diagnostik unumgänglich. Genauso wie auch bei Knie-Patienten werden Therapiemöglichkeiten gemeinsam mit den Patienten besprochen und die individuelle passende Lösung erarbeitet. Im Rahmen einer konservativen Therapie können beispielsweise Physiotherapie, eine medikamentöse Behandlung oder Injektionen ins Knie die Schmerzen der Patienten lindern. Erst wenn diese Maßnahmen keinen Erfolg mehr versprechen, komme die Chirurgie ins Spiel. Dabei sei zwischen Hüft-erhaltender Chirurgie und Hüftendoprothetik zu unterscheiden.

Die Prothesenplanung erfolge in der Arberlandklinik Zwiesel immer digital. Beide Oberärzte untermalten ihre Vorträge mit vielen Röntgenbild-Ausschnitten von bereits behandelten Patienten. Auch hier wurde deutlich, dass eine Prothesen-Operation immer auf die Gegebenheiten des Patienten abgestimmt werden müsse.


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