04.12.2017, 17:07 Uhr

Bereitschaftsdienst im Landkreis Regen „Die Versorgung muss gewährleistet sein“

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Landrätin Rita Röhrl fordert zweiten Bereitschaftsdienststandort im Landkreis Regen.

REGEN Die geplanten Umstrukturierungen beim ärztlichen Bereitschaftsdienst beschäftigte die neue Regener Landrätin Rita Röhrl bereits am ersten Tag. Sie ist unzufrieden mit der geplanten Lösung und fordert einen zweiten Bereitschaftsdienststandort im Landkreis Regen. „Es geht um das Wohl der Menschen, die Versorgung muss gewährleistet sein“, sagt Röhrl und bleibt auch nach der Teilnahme bei einer Informationsveranstaltung am vergangenen Freitag, 1. Dezember, in Straubing bei dieser Meinung.

„Aktuell gibt es drei Bereitschaftsdienstbereiche im Landkreis Regen“, so Röhrl. In diesen Bereichen steht ein Mediziner von 18 Uhr bis 8 Uhr und an den Wochenenden sowie den Feiertagen 24 Stunden für Behandlungen und Untersuchungen bereit. „Die Ärzte bieten die Sprechstunden in der eigenen Praxis an, die Praxen verteilen sich über den ganzen Landkreis“, weiß die Landrätin. Ab September 2018 soll es zur Neuorganisation des ärztlichen Bereitschaftsdienstes kommen. Dann soll es nach den Plänen der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) eine zentrale Praxis in Zwiesel und einen zusätzlichen Fahrdienst für die Hausbesuche geben. „Diese Praxis soll an 365 Tagen geöffnet sein und der Fahrdienst zu den definierten Zeiten dauerhaft erreichbar sein“, berichtet Röhrl und ergänzt: „Grundsätzlich wäre dies eine begrüßenswerte Reform, weil damit auch bei zurückgehenden Ärztezahlen auf dem Land eine gute bereitschaftsdienstärztliche Versorgung sichergestellt wird.“ Doch wie so oft, „es hakt im Detail.“

Die Vorgabe zur Reform lautet: Erreichbarkeit der Praxis für den Patienten in 30 Minuten. „Genau dies ist bei nur einem Standort im Landkreis, nämlich in Zwiesel, nicht mehr gewährleistet“, stellt Landrätin Rita Röhrl fest und beruft sich dabei auch auf bekannte Zahlen: „Anhand der vorliegenden Zahlen ist festzustellen, dass künftig 40 Prozent der Patienten länger als 30 Minuten zur Bereitschaftspraxis fahren müssen. Es ist zu befürchten, dass die nicht zuständige Notfallaufnahme der Arberlandklinik Viechtach vermehrt in Anspruch genommen wird.“ Denn die Klinik ist nur für die Notfallversorgung zuständig, nicht aber für klassische Krankheiten, wie eine Erkältung oder Bauchschmerzen. „Dafür ist ein gut erreichbarer ärztlicher Bereitschaftsdienst erforderlich, idealerweise mit einem zweiten Standort in Viechtach.

Mit ihren Forderungen steht sich nicht allein, auch zahlreiche Landkreisbürgermeister haben sich gegen die Pläne ausgesprochen. Nachdem die Proteste aus dem Landkreis Regen nicht verstummt sind und diese auch von der Landrätin Röhrl bei der Veranstaltung in Straubing nochmals deutlich angesprochen wurden, zeigt sich die KVB nun zumindest gesprächsbereit. Während bei dem ersten Treffen mit der kassenärztlichen Vereinigung im November weitere Gespräche kategorisch abgelehnt wurden, gibt es nun ein Gesprächsangebot der kassenärztlichen Vereinigung mit der Landrätin. „Der Termin wird so bald wie möglich stattfinden“, berichtet Röhrl. Sie weiß, dass die Zeit drängt: „Nachdem die Umsetzung der Reform des ärztlichen Bereitschaftsdienstes für den Landkreis im September 2018 starten soll, ist jetzt gerade noch Zeit, diese Dinge zu regeln.“


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