24.11.2020, 13:18 Uhr

Kampf gegen COVID 19 Start-up zweier Garchinger bekommt EU-Forschungsauftrag

Philipp Merk (r.) und Adrian Kapsalis leisten Pionierarbeit bei der personalisierten Ernährung. F.: PrivatPhilipp Merk (r.) und Adrian Kapsalis leisten Pionierarbeit bei der personalisierten Ernährung. F.: Privat

Wie wirkt sich ein Nährstoffmangel auf den Verlauf von COVID 19 aus? Zwei Garchinger wollen es herausfinden

München/Garching. Wie kann es sein, dass in unserem Leben nahezu alles personalisiert ist, aber etwas so Grundlegendes wie die Ernährung nicht? Diese Frage beschäftigte die beiden Garchinger Adrian Kapsalis und Philipp Merk schon lange, auch wenn sie beruflich sehr verschiedene Stationen absolvierten: Adrian Kapsalis war drei Jahre bei Ferrari tätig und ist durch Schnittpunkte mit dem Formel 1-Team auf das Thema personalisierte Ernährung und Gesundheit gekommen. Philipp Merk war an der Satellitenentwicklung bei Airbus involviert und einer der ersten Mitarbeiter des Flugtaxi Start-ups Lilium. „Die Idee hinter unserem Start-up LOEWI entstand, da wir beide auf personalisierte Gesundheitsleistungen zugreifen wollten, aber diese für ,Normalos‘ nicht wirklich zugänglich waren. Prof. Dr. Scherr war einer der wenigen Mediziner, der genau solche personalisierten Leistungen bei wohlhabenden Privatpatienten und Olympioniken angewandt hat. Deshalb haben wir uns zusammen getan, um genau diese personalisierte Herangehensweise für jedermann verfügbar zu machen“, erzählen sie.

Kürzlich hat LOEWI nun gemeinsam mit der Technischen Universität München und der Universität Turin einen Forschungsauftrag zu COVID 19 erhalten. Aufgabe ist es, den Zusammenhang zwischen Nährstoffmangel und Virus-Infektion zu erforschen. Das Wochenblatt hat die beiden Garchinger zu ihrer Geschäftsidee und dem Forschungsauftrag befragt:

„Personalisierte Gesundheit mittels maßgeschneiderter Nährstoffzufuhr - bedeutet das den Abschied von Schnitzel, Schweinebraten und Co?

Auf gar keinen Fall. Unser Konzept verbietet keine Lebensmittel, sondern schafft Transparenz über die eigene Gesundheit. Mit unserem Konzept kann jeder schnell und unkompliziert herausfinden, ob man Nährstoffmängel hat, die beispielsweise das Immunsystem beeinträchtigen, und kann diese gezielt ausgleichen.

Personalisierte Ernährung nicht nur für Promis &Co

Welche Vorteile bieten die individuellen Nährstoffkombinationen Ihren Kunden?

Mit LOEWI machen wir personalisierte Ernährung und Prävention erstmals für jedermann zugänglich. Bisher waren ähnliche Produkte lediglich wenigen, wohlhabenden Privatpatienten oder Spitzensportlern zugänglich. Gerade jetzt in Zeiten von Corona ist zu beobachten, dass die Leute verstärkt Pillen, Vitamintabletten u.a. einnehmen, ohne zu wissen, ob man diese braucht und ob es überhaupt was bringt. LOEWI dagegen stellt basierend auf den individuellen Blutwerten und Zielen eine personalisierte Nährstoffmischung zusammen, die alles enthält, was der Einzelne braucht. Ein Büroarbeiter hat schließlich einen ganz anderen Bedarf als ein Hobbysportler, eine schwangere Frau oder eine Diabetikerin. Ein Löffel von LOEWIs Nährstoffgranulat, das Vitamine, Mineralien, Fettsäuren, Pflanzenextrakte etc. enthält, kann so bis zu 30 Pillen und Tabletten pro Tag ersetzen. Durch einen zweiten Bluttest kann man ganz einfach und transparent feststellen, ob die Nährstoffe tatsächlich vom Körper aufgenommen werden und sich die Blutwerte und die persönliche Gesundheit verbessert haben.

Nahrungsergänzung nicht nach Gießkannenprinzip

Meist wird vor Nahrungsergänzungsmitteln gewarnt bzw. ihre Notwendigkeit angezweifelt. Warum ist das bei LOEWI nicht zutreffend?

Herkömmliche Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen, die nicht auf die persönlichen Blutwerte und Ziele abgestimmt sind, ist wie Kontaktlinsen ohne Sehtest zu kaufen. Mit viel Glück erzielt man den gewünschten Effekt, aber wahrscheinlicher ist, dass dieser ausbleibt. Schlimmer noch: Es kann zu negativen Interaktionen zwischen Nahrungsergänzungsmitteln und Allergien, Unverträglichkeiten, Krankheiten oder Medikamenten kommen. Letztendlich ist das Thema Nahrungsergänzung nur durch die Kombination aus Bluttest und Fragebogen sinnvoll und zielführend. Nur so können solche Interaktionen berücksichtigt werden.

Der Zusammenhang von Nährstoffmangel und dem Verlauf von Covid 19 ist Grundgedanke des EU-Forschungsprojektes. Könnte so ein Zusammenhang auch bei anderen Krankheiten bestehen?

Definitiv! Ein Nährstoffmangel geht mit einem geschwächten Immunsystem einher. Ein intaktes Immunsystem ist die wichtigsten Verteidigungslinie unseres Körpers gegen Krankheitserreger aller Art, von einer klassischen Erkältung bis zur Grippe oder Hepatitis. Auch bei schweren Krankheiten, wie z.B. Krebs sollte ein Nährstoffmangel unbedingt vermieden werden. Es wird davon ausgegangen, das mindestens 20 Prozent der Krebstoten an Mangelernährung und nicht an der Krebserkrankung selbst sterben. Daten der EFFORT-Studie aus der Schweiz zeigen, dass eine individuelle Ernährungstherapie einen positiven Effekt auf den Verlauf von Krankheiten haben kann.

Die Untersuchungen zum Zusammenhang von Nährstoffmangel und Covid 19 werden in Deutschland und Italien gemacht. Geht man von regionalen Unterschieden aus?

Es ist durchaus möglich, dass wir regionale Unterschiede finden, da sich die Ernährung der Italiener doch deutlich von der der der Deutschen unterscheidet. Das spiegelt sich auch in der Versorgung mit einzelnen Nährstoffen wider. Spannend wird, wie sich das auf den Verlauf von COVID-19 auswirkt.

Regionale Unterschiede bei Vitamin D-Versorgung

Zeichnen sich bereits Tendenzen ab, dass der Zusammenhang besteht?

Es gibt bereits erste internationale Studiendaten, die auf einen Zusammenhang mit Nährstoffen hinweisen. Den größten Einfluss hat nach aktueller Datenlage die Versorgung mit Vitamin D. Hier gibt es selbst innerhalb von Italien und Deutschland regionale Unterschiede.

Was genau ist Aufgabe Ihres Unternehmens im Rahmen dieses Projektes?

Unsere Aufgaben sind zum einen die Durchführung der Blutanalysen der Probanden und zum anderen die Zusammenstellung der personalisierten Nährstoffe. Deshalb haben wir den Forschungsauftrag erhalten; da wir bereits tagtäglich mit Blutanalysen und personalisierten Nährstoffen arbeiten und als Pionier und Technologieführer in dem Bereich sehr viel Erfahrung haben. Das Schöne dabei: Jeder, der etwas für seine Gesundheit und sein Immunsystem machen will, kann schon heute genau von dieser Erfahrung profitieren, denn auf unserer Website (www.loewi.com) sind genau diese Produkte für jedermann verfügbar.

LOEWI entwickelte schon COVID 19-Antikörpertest

Mit der Entwicklung eines Antikörpertests haben Sie schon einmal einen Beitrag zur Corona-Bekämpfung geleistet. Wie bewerten Sie die Testpraxis in Bayern? Sollten mehr Antikörpertests durchgeführt werden?

Das großflächige Testen sehen wir sehr positiv. Nur so kann man die Dynamik des Virus nachvollziehen und schnell lernen, wie es sich ausbreitet. Ein herkömmlicher PCR-Test, wie er großflächig zum Einsatz kommt, macht durchaus Sinn, wenn man Symptome oder Risikokontakte hatte. Allerdings gibt es auch viele Fälle, bei denen eine COVID-19-Erkrankung symptomfrei verläuft. Daher macht ein Antikörpertest, wie wir ihn anbieten, besonders viel Sinn, um herauszufinden, ob man mit dem Virus infiziert war. Außerdem ist nicht garantiert, dass der Körper nach einer Erkrankung Antikörper gebildet hat. Auch deshalb ist ein Antikörpertest sinnvoll, um das Risiko einer Wiederansteckung besser abschätzen zu können. Besonders relevant wird der Antikörpertest, wenn die ersten Impfstoffe verfügbar sind. − pa –


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