19.08.2020, 10:07 Uhr

Geli hat eine Bienenallergie Mich gäbe es nicht mehr, wäre dieser Helfer nicht gewesen

Geli mit ihrem Enkel André (6), der heilfroh ist, dass er seine Oma immer noch hat. Foto: Edi HuttererGeli mit ihrem Enkel André (6), der heilfroh ist, dass er seine Oma immer noch hat. Foto: Edi Hutterer

Geli ist Allergikerin und wurde im Töginger Freibad von einer Biene gestochen. Ein anderer Badegast reagierte top!

Töging/Mühldorf. Die Mühldorferin ist sich absolut sicher: „Dieser Badegast hat mir das Leben gerettet!“ Am Freitagnachmittag, 31. Juli, war die 57-Jährige noch bei der Ärztin, um zu erfahren ob ihre Bienen-Allergie leichter geworden sei. Aber nein, Geli wurde gesagt, dass sie immer noch hoch allergisch ist. „Eigentlich sollte ich deshalb für weitere Untersuchungen vier Tage lang ins Krankenhaus, aber es war so schönes Wetter, da wollte ich lieber baden gehen und habe das mit dem Krankenhaus auf später verschoben“, so die lebenslustige Mühldorferin. Doch genau diese Entscheidung hätte sie kurze Zeit danach fast das Leben gekostet ...

Die Allergie begleitet Geli schon lange. „Vor gut 20 Jahren bin ich mal auf eine Wespe getreten. Daraufhin schwoll mein Fuß stark an, bis er fast doppelt so dick war. Weil es mir aber schnell wieder besser ging, habe ich damals nichts darauf gegeben“, erinnert sich die 57-Jährige.

Festgestellt wurde die Allergie dann vor 16 Jahren. „Da bin ich nach einem Wespenstich umgekippt und nach genauerer Untersuchung stellte sich heraus, dass ich eine Allergie habe. Im Anschluss machte ich drei Jahre lang eine Immunisierung dagegen“, erzählt Geli.

Seither gab es auch keinerlei derartige Vorfälle mehr und die Mühldorferin wähnte sich sicher. Bis zu besagtem 31. Juli, als sie nach dem eingangs beschriebenen Besuch bei der Ärztin voller Vorfreude zum Baden ins Töginger Freibad fuhr – leider ohne ihr Notfall-Set einzupacken.

Doch die Freude währte nur kurz. „Ich hatte mich kaum hingelegt, da stach mich eine Biene in den linken Ellenbogen. Ich zog sofort den Stachel heraus und bin vor zur Wasserwacht, um denen zu sagen, dass mich eine Biene gestochen hat und dass ich Allergikerin bin. Dann ging‘s auch schon los und meine Handflächen und Füße begannen zu stechen, mein Kreislauf sackte ab, mir wurde schlecht und schwindelig und ich hatte Schweißausbrüche.“ Zu diesem Zeitpunkt nahm Geli alles nur noch entfernt und dumpf wahr.

„Ein dabei stehender Badegast meinte, er sei auch Allergiker und wohne in direkter Nähe. Er lief schnell heim und holte seine Tabletten. Nach dem ich die genommen hatte, ging es langsam wieder bergauf mit mir. Wenn dieser Mann nicht gewesen wäre, dann wäre ich jetzt nicht mehr da“, mutmaßt die Mühldorferin.

Als sich die 57-Jährige wieder sichtlich erholt hatte, wurde sie von der Wasserwacht nach Hause begleitet. „Mein Auto haben sie mir auch noch nach Hause gefahren.“ Daheim gab sich Geli die Spritze aus ihrem Notfall-Set, die relativ schnell wirkte. „Das Set habe ich so viele Jahre nicht gebraucht, da bin ich einfach nachlässig geworden“, räumt die Mühldorferin nach dieser Erfahrung reumütig ein.

Ihrem Lebensretter und der Wasserwacht ist sie jedenfalls total dankbar für die tolle Hilfe, weshalb Geli auch eine Woche nach dem Bienenstich schon wieder ins Töginger Freibad zurückkehrte. Dieses Mal allerdings aus Dankbarkeit, um allen Helfern einen Geschenkkorb zu überreichen – „weil die sich so großartig um mich gekümmert haben!“ Und das Notfall-Set hatte sie dieses Mal natürlich auch dabei.