04.02.2020, 11:39 Uhr

Keine übertriebene Angst Kreiskliniken sind gegen das Coronavirus gerüstet


Das sollte jeder Patient und Landkreisbürger über das Virus wissen

Landkreis. Eine Nachricht , die viele beunruhigt, meldete das Gesundheitsministerium in München vergangenen Dienstag: Den ersten bestätigten deutschen Fall des neuartigen Coronavirus (Typ 2019-nCoV).

Durch die rapide Ausbreitung des Virus in Wuhan (Provinz Hubei) in China besteht Anlass, sich auch auf weitere Fälle in Deutschland vorzubereiten, selbst wenn bislang nur ein kleiner Teil der Infektionen außerhalb Chinas aufgetreten ist.

Das Virus verursacht Symptome des Atemtraktes, mit oder ohne Fieber, bis hin zu Lungenentzündungen. Hier muss eine Labordiagnostik erfolgen. Eine spezielle Therapie gibt es bislang nicht ebenso wenig eine Impfung.

Die Hygiene- und Isolationsmaßnahmen von Verdachtsfällen mit Coronavirus Typ2019 entsprechen denen von Patienten mit Influenza und sind entsprechend in den Kreiskliniken Altötting-Burghausen genau festgelegt und geprüft. Die Klinikmitarbeiter werden Personen mit Verdacht auf 2019-nCoV mit Atemschutzmasken und Schutzhandschuhen gegenübertreten.

Für schwere Fälle einZimmer mit Schleusenraum

Eine stationäre Unterbringung erfolgt im Einzelzimmer mit eigener Nasszelle. Für besonders schwere Fälle stünde in der „Intermediate-Care-Abteilung” ein Zimmer mit Schleusenraum zur Verfügung. Eine medizinisch kompetente Versorgung ist durch die Spezialisten der Kreiskliniken sicher gestellt.

Lungenspezialist Chefarzt Prof. Hauck von den Kreiskliniken Altötting-Burghausen warnt vor übertriebener Angst: „Das Coronavirus ist wahrscheinlich nicht so gefährlich wie die Influenzaviren.”

Welche Personen sind besonders durch das Corona-Virus gefährdet?
Ältere Patienten und solche mit schweren sowie vielen Begleiterkrankungen, d.h. schwer kranke Patienten. In der Mehrzahl der Fälle heilt die Lungenentzündung aber folgenlos ab.
Wie kann man einer Ansteckung vorbeugen?
Gegen eine Ansteckung hilft schon übliche Hygiene

Die Maßnahmen gleichen den Empfehlungen zur Vorbeugung einer Ansteckung durch Influenza Viren: gute Händehygiene (häufige Händedesinfektion/Händewaschen, nicht mit unreinen Händen in das Gesicht fassen); Husten- und Niesdisziplin (1 Meter Husten- oder Nies-Abstand halten und von anderen wegdrehen, in ein Einmaltaschentuch niesen, nach Naseputzen Hände waschen oder desinfizieren); enge Kontakte zu Personen mit Atemwegserkrankungen meiden, auch Händeschütteln.
Könnten Infizierte in der Kreisklinik bleiben?
Infizierte können in der Kreisklinik verbleiben. Erkrankte werden isoliert, symptomorientiert therapiert und engmaschig kontrolliert. Die Desinfektions- und Hygienemaßnahmen entsprechen denen von z.B Influenza und sind seit Jahren genau festgelegt.
„Es dürften, nach derzeitigem Erkenntnisstand, keine Massen an Verdachtsfällen auftreten”, fügt Dr. Johann Mattes, Leiter der Klinikhygiene hinzu. Da aktuell – saisonal bedingt – zahlreiche Influenzafälle auftreten, gelten beim Erstkontakt mit Patienten, die an Erkrankungen der Atemwege leiden, ohnehin routinemäßige Schutzmaßnahmen in der Nothilfe, die auch gegen die Übertragung einer Coronavirus-Infektion weitgehend wirksam sind.
„Um nun speziell Verdachtsfälle einer Coronavirus-Infektion zu erkennen, haben wir Arbeitsanweisungen für die Nothilfe erstellt, die in kurzen Zeitabständen an die aktuelle Situation angepasst werden“, so Dr. Mattes. „Ein Verdacht ergäbe sich etwa durch das Zusammentreffen von Erkrankungen der Atemorgane mit einer Reise in die Risikogebiete innerhalb der letzten 14 Tage oder dem engen Kontakt mit einem nachweislich an Coronavirus erkrankten Menschen innerhalb der letzten 14 Tage.

Sollte ein begründeter Verdacht bestehen, haben wir die Möglichkeit, durch angemessene Schutzmaßnahmen und geeignete Unterbringung eine Gefährdung für Mitarbeiter und Patienten zu unterbinden.“

Weitere Informationen unter
infektionsschutz.de/coronavirus-2019-ncov.html