27.02.2018, 10:56 Uhr

Doppelt so viele Kranke wie im Vorjahr 202 Fälle von „echter Grippe“ im Landkreis Altötting

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Dem Gesundheitsamt Altötting wurden bis jetzt 202 Influenzafälle gemeldet

LANDKREIS. Die Grippewelle beginnt normalerweise in der Zeit um den Jahreswechsel, erreicht ihren Höhepunkt zwischen Januar und März und klingt dann bis etwa Mitte April wieder ab. Demnach ist auch im Landkreis Altötting die Grippewelle noch nicht überstanden – was uns auch das hiesige Gesundheitsamt bestätigt.

In der aktuellen Influenzasaison 2017/2018 wurden dem Gesundheitsamt Altötting bis Montag, 26. Februar, 202 Erkrankungen an Influenza gemeldet. Im Vorjahr waren bis zum selben Stichtag 113 Erkrankungen und in der Saison 2015/2016 sogar nur sechs Erkrankungen gemeldet worden. 91 Prozent der aktuellen Influenzaerkrankungen wurden durch Influenza B-Viren verursacht.

Fast doppelt so viele Kranke wie im Vorjahr

Das Gesundheitsamt erklärt auch, warum die Grippe meldepflichtig ist: „Zweck der namentlichen Meldepflicht nach § 7 IfSG ist es, die Häufung übertragbarer Krankheiten beim Menschen frühzeitig zu erkennen und soweit möglich der Weiterverbreitung vorzubeugen. Namentlich meldepflichtig sind Erreger übertragbarer Krankheiten, die aufgrund klinisch schwerer Verlaufsformen oder ihrer Ausbreitungsweise eine schwerwiegende Gefahr für die Allgemeinheit darstellen können. Dazu zählt auch die Influenza, da sie sowohl schwere klinische Verläufe verursacht als auch durch die hohe Mutationsfähigkeit neue Virusvarianten hervorbringen kann.“

Eine Influenzaerkrankung, auch echte Grippe oder Virusgrippe genannt, ist eine ernst zu nehmende Erkrankung mit hohem Fieber, die insbesondere für immunschwache Personen wie Senioren und Kleinkinder sehr gefährlich sein kann.

Wie schwer hat die Grippewelle bis jetzt unsere beiden Krankenhäuser erwischt? „In den Kreiskliniken Altötting-Burghausen konnten bislang alle Patienten, die wegen einer Infektion stationär behandlungsbedürftig waren, auch aufgenommen werden“, so Klinik-Vorstand Michael Prostmeier am vergangenen Mittwoch auf Wochenblatt-Anfrage. „Allerdings mussten bisher zwei Patienten mit schweren Krankheitsverläufen in andere Kliniken verlegt werden, weil unsere Intensivstationen voll belegt waren.“ Das Krankenhaus Vilshofen hatte kürzlich wegen zu vielen Grippepatienten einen Aufnahmestopp verfügt, kann das auch bei uns passieren? „Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr der Influenza und der damit verbundenen Notwendigkeit, die Patienten in Einzelzimmern zu versorgen, die nur begrenzt zur Verfügung stehen, kann es durchaus zu Engpässen kommen“, bestätigt Prostmeier. „Die Mehrzahl der Influenzafälle verläuft jedoch so milde, dass eine stationäre Aufnahme gar nicht notwendig wird.“

In Weiden in der Oberpfalz hat ein Pfarrer wegen der hohen Ansteckungsgefahr zu drastischen Mitteln gegriffen: Er lässt die Weihwasserbecken seiner Kirche für die nächsten Wochen leer und auch das Händereichen beim Friedensgruß muss bis auf Weiteres ausfallen.


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