08.10.2020, 09:27 Uhr

Für Blinde und Sehbehinderte Freising hat jetzt ein Leitsystem

Der barrierefreie Korridor, der blinden und seheingeschränkten Personen als Führungslinie dient.  Foto: Stadt FreisingDer barrierefreie Korridor, der blinden und seheingeschränkten Personen als Führungslinie dient. Foto: Stadt Freising

Die Freisinger Innenstadt wird weiter barrierearm und niveaugleich ausgebaut.

Freising. Die Freisinger Innenstadt wurde nach einem langen, intensiven Planungs- und Abstimmungsprozess in den ersten Bauabschnitten von einem klassischen Straßenquerschnitt barrierearm und niveaugleich ausgebaut und als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen.

Zusammengewirkt für diese gute Lösung hatten neben den Fachleuten der beauftragten Planungsbüros auch viele Fachleute mitten aus der Praxis, so der Behindertenbeauftragte der Stadt Freising, die Projektgruppen „Seniorinnen und Senioren“ sowie „Menschen mit Behinderung“ des Agenda 21- und Sozialbeirats, die Aktive City Freising , der Planungsreferent der Stadt Freising, die Fachämter der Stadt Freising und selbstverständlich die Beratungsstelle Barrierefreiheit der Bayerischen Architektenkammer und der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund.

Während die Zustimmung beim Stadtbummel vom ersten Moment an groß war (und ist!) und die neugeschaffene Fläche von den Passanten umgehend wie vorgesehen und gedacht genutzt wird, haben sehbehinderte Mitbürger, für die in den neugestalteten Flächen eigens ein taktiles Leitsystem eingebaut wurde, Probleme, die meist verursacht werden durch Gedanken- und Achtlosigkeit:

Der barrierefreie Korridor, der blinden und seheingeschränkten Personen als Führungslinie dient und folglich wirklich unbedingt freigehalten werden muss, wird allzu häufig durch PKWs und Fahrräder, zum Teil aber auch durch Mobiliar von Geschäften und Restaurants besetzt: Obwohl meist unbewusst dort platziert oder im Laufe des Tages „gewandert“, sorgen unglücklich situierte Stühle, Tische oder Werbetafeln ebenso wie falsch geparkte Autos oder nachlässig abgestellte Radl für eine erhebliche Einschränkung der Orientierung von sehbehinderten oder blinden Mitbürgern, da sie daran gehindert werden, den taktilen Streifen mit ihrem Blindenstock zu folgen.

Die Stadt weiß, dass hier nicht Absicht oder gar Rücksichtslosigkeit im Spiel sind, sondern allzu oft noch Unwissenheit über die Bedeutung der wichtigen Korridore entlang der taktilen Kante für absolut vermeidbare (!) Blockaden sorgen. Deshalb hatte die Stadt Freising bereits im Sommer einen Informationsflyer erstellt, der nochmals ausdrücklich über das Konzept Barrierefreiheit in der Freisinger Innenstadt und den barrierefreien Korridor informiert – aufklären, nicht belehren, so die Idee der umfassenden Darstellung.


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