19.03.2020, 17:01 Uhr

Corona im Landkreis Freising Erste Todesfälle und ab sofort Drive-In-Schnelltests

Heute öffneten sich die Tore zum neuen Drive-In-Schnelltest in Zolling. Abstriche werden unter größten Sicherheitsvorkehrungen genommen und nur, wenn ein Termin offiziell vereinbart ist.  Foto: mxHeute öffneten sich die Tore zum neuen Drive-In-Schnelltest in Zolling. Abstriche werden unter größten Sicherheitsvorkehrungen genommen und nur, wenn ein Termin offiziell vereinbart ist. Foto: mx

Das Coronavirus breitet sich im Landkreis Freising weiter aus. Mittlerweile gibt es 145 Infizierte. Zwei Menschen sind heute an dem neuartigen Virus gestorben.

Freising/Zolling. Eigentlich sollte „nur“ die neue Drive-In-Teststrecke am Zollinger Bauhof eröffnet werden. Überschattet wurde diese von allen positiv bewertete Maßnahme von den ersten zwei Todesfällen im Landkreis Freising.

Bei der Pressekonferenz, die Landrat Josef Hauner einberufen hatte, gab Dr. Markus Neumaier bekannt, dass es sich bei diesen Verstorbenen um eine 80-jährige Patientin und einen 87-jährigen Patienten handelt. Der Chefarzt des Freisinger Klinkums gab an, dass derzeit 32 Patienten mit Symptomen im Freisinger Klinikum behandelt werden. Sechs davon liegen auf der Intensivstation und müssen beatmet werden. Da sich die Zahl der schwerer Erkrankten ständig erhöhe, habe man aber bereits Vorkehrungen getroffen und „Ausweichkonzepte“ für die Klinik erarbeitet. Aufrecht erhalten bleibt das Besuchsverbot.

Landrat Hauner bezeichnete die Situation im Landkreis als „ernst“. Christine Setzepfandt, Leiterin des Gesundheitsamtes, bestätigte, dass die Zahl der Infizierten wie erwartet schnell steigt.

Ärztesprecher Dr. Georg Miedl berichtete aus den Praxen im Landkreis. Seine Kollegen würden alles unternehmen, um den Praxisbetrieb am Laufen zu halten. Betroffene sollten sich aber weiterhin am Bereitschaftstelefon melden, auch um ein kontraproduktives „Ärztehopping“ zu vermeiden. Zum Thema Zahnärzte als Überträger gab es keine Angaben, da sich diese selbst organisieren.

Das „chronisch unterbesetzte Gesundheitsamt“ hat in Zolling nun die heiß ersehnte Drive-In-Teststrecke eröffnet. Um chaotische Zustände wie zuletzt in Landshut zu vermeiden — dort musste man wegen tumultartiger Szenen sofort wieder schließen — haben sich Polizei, Feuerwehr, THW, Sicherheitsdienst und die Ämter zusammen getan. Gemeinsam soll für einen vernünftigen, geregelten Ablauf gesorgt werden. Nur Bürger mit Termin werden vorgelassen. Ein Verstoß stellt eine Straftat dar, wie Landrat Hauner betonte. In Zolling findet auch keine Behandlung statt, wie viele im Nachbarlandkreis dachten, sondern ausschließlich die Tests.

Bis zu 60 sollen an sieben Tagen pro Woche durchgeführt werden und damit für Entlastung im Gesundheitsamt in Freising sorgen.

Jetzt sei es auch an den Bürgern, so Landrat Hauner, alles zu tun um Corona Einhalt zu gebieten.


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