27.10.2012, 16:05 Uhr

Aktionsplan der Kommission sieht Druck auf andere Staaten vor EU verschärft Gangart bei Online-Glücksspiel

Die Europäische Kommission kündigt eine Verschärfung der Kontrollen an.

BRÜSSEL Damit sollen Geldwäsche und Betrug im Web unterbunden und der wirtschaftliche Schaden, der durch unlautere Angebote entsteht, eingedämmt werden. Nach Angaben der Europäischen Union gibt es in vielen Ländern keine Kontrollmechanismen, die vor allem für den Schutz von Kindern erforderlich sind.

Schutz vor Spielsucht

"Neben dem Schutz Minderjähriger vor Glücksspielen besteht auch eine Verantwortung gegenüber denjenigen Bürgern und Familien, die bereits unter den Folgen der Spielsucht oder anderer Störungen in Zusammenhang mit Glücksspielen zu leiden hatten. Dafür werden wirksame Behandlungs- und Präventionsverfahren benötigt. Auch ist ein besseres Verständnis der eigentlichen Ursachen erforderlich", schreiben die Verfasser des Aktionsplans.

Das Online-Glücksspiel ist laut Angaben der Europäischen Kommission eine der am schnellsten wachsenden Dienstleistungstätigkeiten in der EU mit jährlichen Wachstumsraten von knapp 15 Prozent und jährlichen Einnahmen von schätzungsweise 13 Mrd. Euro. Es gibt Tausende unregulierter Websites, oft außerhalb der EU, zu denen die Verbraucher Zugang haben und die erhebliche Risiken bergen.

Sperre von illegalen Webseiten

Illegale Glücksspiel-Anbieter sollen dem Aktionsplan zufolge gesperrt werden und auf Staaten, die gegen EU-Richtlinien verstoßen, Druck ausgeübt werden. "Ein weiteres zentrales Ziel ist die Prävention und Abschreckung von Betrug und Geldwäsche. Aufgrund des grenzübergreifenden Charakters können die einzelnen Mitgliedstaaten Betrugsbekämpfungsmechanismen nicht wirksam anwenden", schreibt die Kommission in ihrer Begründung.

Der Erfolg des Aktionsplans ist jedoch fraglich, denn eine EU-weite Regulierung ist nicht vorgesehen, sondern nur "eine Reihe umfassender Maßnahmen und gemeinsame Schutzprinzipien". Die Kommission wird jetzt eine Expertengruppe einsetzen, die das Programm umsetzen soll. Durch Informationskampagnen sollen die EU-Bürger vor den Gefahren des Online-Glücksspiels gewarnt werden.


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