20.01.2015, 16:40 Uhr

Wissenschaftler zeichnen fortschreitende Destabilisierung der Erde auf Mit der ersten Atombombe gewann der Mensch die Oberhand über die Erde

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Wissenschaftler finden mit der Explosion der ersten Atombombe am 16. Juli 1945 den Startschuss für die sogenannte "Great Acceleration".

STOCKHOLM Der Tag, an dem "mad-made-activities", grob übersetzt "böse Machenschaften" des Menschen gegen die Natur, die Überhand gewonnen haben.

Folgen für künftige Generationen

"Es ist deutlich festzustellen, dass die nach 1950 stattgefundenen Veränderungen im System der Erde sehr abhängig von den Veränderungen in den globalen Wirtschaftsprozessen sind", erklärt Professor Will Steffen, der das Untersuchungsprojekt zwischen dem International Geosphere-Biosphere Programme (IGBP) http://igbp.net und dem Stockholm Resilience Centre http://stockholmresilience.org geführt hat.

Wissenschaftlern ist es gelungen, epochale Veränderungen auf einen einzigen Tag herunterzurechnen. Dies konnte gelingen, weil die nach der Atombomben-Explosion weltweit zerstreuten radioaktiven Isotope in der Erdatmosphäre in die sedimentären Aufzeichnungen eindrangen. Das verursachte ein einzigartiges Signal.

Seit Juli 1945 hat sich der Zustand der Erde deutlich destabilisiert. Vor allem der Schaden, der durch das wirtschaftliche Wachstum in den vergangenen sechs bis sieben Jahrzehnten entstand, hat eine totale Veränderung für den Planeten hervorgerufen. Im schlechtesten Fall bedeutet dies, dass zukünftige Generationen deutlich eingeschränkter unter schwierigen Voraussetzungen leben müssen.

"Clean Energy" als möglicher Ausweg

Dennoch betont der australische Forscher Will Steffen, dass aktuelle Trends nicht so negativ sind, wie die meisten denken. Zum Beispiel das wachsende Bewusstsein, dass man Produktionsvorgänge und Lebensweisen auch anders gestalten kann. "Clean Energy" und die Elektrisierung von Transportwegen seien ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Auf die Frage, ob der Planet Erde bereits vollgestopft sei, antwortet Steffen mit einem klaren "Nein". Dennoch sieht er ein hohes Risiko, dass dieser Zustand in ein paar Jahrzehnten schon erreicht sein könnte. Es muss sich weiterhin einiges verändern, um eine positive Richtung einzuschlagen.


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