28.12.2020, 12:08 Uhr

Attraktion Das Weihnachtshaus in Pilling sorgt für leuchtende (Kinder-)Augen


Wer in der Adventszeit in Pilling, einem Ortsteil von Perkam, unterwegs ist, dem fällt der Garten von Edith und Wolfgang Klein in der Lilienstraße auf. Hier leuchtet es in allen Ecken. Das Weihnachtshaus hat schon die ein oder anderen (Kinder-)Augen zum Leuchten gebracht!

Perkam. Seit über 15 Jahren erstrahlt das Anwesen des Ehepaares Klein in der Lilienstraße in Pilling im weihnachtlichen Lichterglanz – und auch 2020 ist das so, das Coronavirus konnte dem Lichtermeer nichts anhaben, im Gegenteil! Jedes Jahr kommt etwas Neues hinzu, Wolfgang Klein bastelt das ganze Jahr über in seiner Werkstatt an neuen Ideen, tauscht Defektes aus und geht auf Shopping-Tour. Das macht er meist nach Weihnachten, da nämlich sind viele Dekoartikel reduziert. In weiser Voraussicht allerdings war er 2020 schon shoppen! „Ich brauche ja immer ein bisserl mehr!“, schmunzelt Klein.

Die Idee für das Weihnachtshaus haben sich die Kleins in den USA abgeschaut. Damals lebten sie noch in Geiselhöring, auf einer USA-Reise sahen sie dann zum ersten Mal die bunt beleuchteten Häuser. „Das ist Wahnsinn, was man da alles sieht!“, sagt Klein. Nach dem Bau des Hauses in Pilling wollten die Kleins dann selbst ein geschmücktes Haus – aber nicht ganz so krass wie das, was sie in den USA gesehen hatten.

Wolfgang Klein setzt auf weißes Licht. Bunte Lämpchen oder gar Elemente, die blinken, wollen er und seine Frau nicht im Garten haben. „Das finden vielleicht viele Menschen schön, uns aber gefällt das weiße Licht besser“, sagt Wolfgang Klein. Und so bekommen er und seine Frau jedes Jahr viel Lob von den Zaungästen. So mancher hat extra den Weg nach Pilling angetreten, um das Weihnachtshaus zu bewundern. Der ein oder andere Spaziergänger blieb am Gartenzaun bei den Kleins auf einen Plausch stehen. Der ein oder andere machte Fotos – die Bilder landeten dann auch schon mal auf einer Weihnachtskarte.

Im Corona-Jahr 2020 ist das natürlich alles etwas schwieriger. Ist der Besuch des Weihnachtshauses in Pilling nun ein triftiger Grund, das eigene Haus oder die eigene Wohnung zu verlasse? Nun, so ganz klar ist das irgendwie nicht ...

Schon Anfang November geht es los im Garten der Kleins – Wolfgang Klein, gelernter Elektroniker, kann sich so richtig ausleben. Er verlegt rund 200 Meter Kabel, dazu braucht er zehn Schaltuhren und 150 Steckdosen. Dafür hat er mittlerweile Schaltkästen gebaut, damit alles seine Ordnung hat. Etwa 50 Stunden investieren die Kleins in den Aufbau der ganzen Dekoration im Garten in der Lilienstraße – pünktlich zum ersten Advent soll dann alles im Glanz der Lichter erstrahlen.

Jahr für Jahr setzen Edith und Wolfgang Kleine neue Ideen um. So entstand zum Beispiel eine 6,5 Meter hohe Pyramide, die dieses Jahr mit einem Stern gekrönt wurde.

Wolfgang Klein ist dabei sehr akribisch – was kaputt ist, wird gleich repariert. Wenn eine Lichterkette defekt ist, hat er immer welche in Reserve. Gleich mehrfach, denn die Lämpchen sollen ja zusammen passen. Damit er nicht den Überblick verliert, hat er alle Elemente in einer Excel-Tabelle gelistet. So weiß er immer, was er hat – und was er vielleicht neu braucht. Und wie verräumt man nun so viel Dekomaterial wieder, wenn man es abgebaut hat? Unsereins ist ja manchmal schon mit der einen Lichterkette für den Christbaum überfordert, die natürlich jedes Jahr verknüllt aus einer Kiste gezogen wird! Nicht so bei Wolfgang Klein! Der sortiert akribisch, beschriftet jede Lichterkette, jedes Stromkabel. Und das Material wird dann in Kisten sortiert – die sind natürlich ebenso beschriftet. Wenn Wolfgang Klein also zum Beispiel ein 15-Meter-Stromkabel braucht, kann schaut er einfach in die entsprechend Kiste – da ist genug Vorrat da! Auch sonst geht er achtsam mit dem Material um, reparieren geht vor wegwerfen. Und auch da hat Klein jede Menge zu tun. Die Luftfeuchtigkeit setzt den Elementen zu, das ein oder andere oxidiert bei der Lagerung. Und dann ist Klein in seinem Element, werkelt, bastelt und repariert. Dafür war im Lockdown besonders viel Zeit – und so arbeitet Klein den Sommer über an neuen Ideen.

Schade ist nun, dass wegen der Pandemie viel weniger Menschen unterwegs sind und so auch weniger Menschen das Haus sehen können. Bis zum 10. Januar etwa wird Klein die Beleuchtung draußen lassen, dann geht es wieder ans Abbauen und ans Sortieren. Nachschub fürs kommende Jahr kann Klein diesmal nicht kaufen – seine bevorzugten Anlaufstellen, zum Beispiel Baumärkte, haben ja geschlossen. Man darf aber davon ausgehen, dass dem Ehepaar Klein die Ideen für ihr Haus nicht ausgehen werden.

Und wie sieht es eigentlich im Pillinger Weihnachtshaus aus? Wird da auch geschmückt? „Ja, das Haus wird auch innen geschmückt, das macht dann aber meine Frau“, lacht Wolfgang Klein.

Jeden Tag um 17 Uhr schalten Edith und Wolfgang Klein die Beleuchtung ein. Bis 22 Uhr kann man sie dann bewundern – beziehungsweise bis 21 Uhr, denn dann gilt ja im Corona-Jahr die Ausgangssperre. Nach 21 Uhr sollte man sich besser nicht am Gartenzaun der Kleins erwischen lassen!


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