17.09.2020, 12:30 Uhr

Originalkutsche In einem alten Heuschober entdeckt – ein Stück Völkl-Geschichte kehrt heim


Das in Straubing ansässige Unternehmen Völkl steht seit fast 100 Jahren für Ski und ist heute als letzter großer Skihersteller aus Deutschland fester Bestandteil des alpinen Skisports. Doch das war nicht immer so: Denn davor produzierte Franz Völkl als Wagenbauer Kutschen. Und mit einer solchen um 1910 bis 1920 gebauten Wagonette kehrte nun ein Stück Geschichte zu seinem Ursprung zurück.

Straubing. Die Original-Völkl-Wagonette wurde letztes Jahr in einem alten Heuschober in der Nähe von Straubing entdeckt. An einem Originalschild erkannten die Eigentümer, dass die Kutsche von Völkl ist und haben mit dem Unternehmen Kontakt aufgenommen. Völkl kaufte die Kutsche sofort und veranlasste die Restaurierung durch die Wagnerei Hauck in Großrohrsdorf bei Rosenheim – der Holzwurm erforderte eine vollständige Restaurierung. Jetzt ist der Wagen aber wieder fahrbereit und kann im Straubinger Völkl-Werk bewundert werden.

Gehobene Ausführung von Franz Völkl

Die Kutsche stammt aus der Zeit um 1910 bis 1920. Darauf deuten Münzen hin, die im Wageninneren gefunden wurden. Fahrgestell und Kutschbock gleichen dem in Bayern weit verbreiteten „Gäuwagerl“. Diese Art von leichtem Naturholzfahrzeug war meist der bäuerlichen Nutzung vorbehalten und diente mit zwei längs angeordneten Sitzbänken dem Personentransport. Gezogen wurde es von nur einem Pferd, das man früher links der Deichsel laufen ließ. Wagenbauer Franz Völkl entschied sich für eine gehobenere Ausführung mit Landen und dem Anspannen des Pferds mittig vor den Wagen. Ungewöhnlich sind die vielen Verzierungen, die vollständige Auspolsterung des Kutschbocks und zwei Lampenhalter, da normalerweise nur eine Holzlehne mit gedrechselten Stäben und Sitzkissen sowie links eine Lampe montiert waren.

„Völkl legt als Traditionsunternehmen sehr viel Wert auf seine Firmengeschichte, und umso mehr freuen wir uns, dass wir mit dieser Originalkutsche einen Teil unserer Vergangenheit heute wieder erlebbar machen können“, so Jonathan Wiant, Präsident Marker, Dalbello und Völkl. Die restaurierte Völkl-Wagonette wird zukünftig bei besonderen Anlässen zum Einsatz kommen und hat sonst als neues Deko-Element ihren Platz im Eingangsbereich bei Völkl gefunden.


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