28.08.2019, 16:59 Uhr

„WorldSkills“ in Kasan Betonbauer Julian Kiesl (20) holt Bronze bei der „Weltmeisterschaft der Berufe“


Julian Kiesl aus dem Landkreis Straubing-Bogen hat bei der WM der Berufe in Kasan (Russland) Edelmetall geholt!

KASAN/STRAUBING-BOGEN Die 45. WorldSkills sind am Dienstagabend im russischen Kasan mit einer feierlichen Abschlussveranstaltung, bei der auch der russische Präsident Wladimir Putin zugegen war, beendet worden. 1.354 Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus über 63 Nationen und Regionen haben bei der Weltmeisterschaft der Berufe in 56 verschiedenen Wettbewerbskategorien um Medaillen gekämpft. 39 deutsche Teilnehmerinnen und Teilnehmer starteten in 34 Berufen.

Für die Nationalmannschaft Deutsches Baugewerbe gab es zum Abschluss Grund zum Jubeln, denn das Betonbauer-Team, das aus dem 20-jährigen Julian Kiesl aus Mallersdorf-Pfaffenberg (Lkr. Straubing-Bogen) und dem 21-jährigen Niklas Berroth aus Sulzbach-Laufen (Baden-Württemberg) bestand, holte im „Concrete Working“ die Bronzemedaille. Beide hatten sich zwar mehr erhofft, zeigten sich aber dennoch zufrieden mit ihrem Erfolg, denn beide sind Betonbauer aus Leidenschaft. Für Berroth ist Sichtbeton der Baustoff schlechthin. „Er sieht klasse aus, und es ist nach wie vor eine Herausforderung, schönen Beton zu bauen.“ Kiesl betonte, dass es die größte Herausforderung war, im Zeitplan zu bleiben und gleichzeitig millimetergenau zu arbeiten. Beide Betonbauer waren Landessieger, und beide waren schon Deutsche Meister (Kiesl 2018, Berroth 2017).

Die Aufgabe der Beton- und Stahlbetonbauer war in jeder Hinsicht eine Herausforderung und forderte den Teilnehmern bis zur körperlichen Erschöpfung alles ab. Denn rund 9,5 Tonnen Schalmaterial mussten in den 22 Stunden Wettbewerbszeit verarbeitet werden. Die Betonbauer hatten einen kompletten Grundriss zu schalen. Dabei hatte eine Wand einen viereckigen Erkervorsprung mit einer Aussparung, die einen russischen Bogen enthielt. Diese Wand wurde komplett betoniert. Eine zweite Wand hatte eine schräge Ecke sowie einen schrägen, breiter werdenden Vorsprung. An den anderen zwei Seiten wurden ein längerer bzw. kürzerer Unterzug geschalt. Als Zusatzaufgabe wurde ein Bewehrungskorb, der auch in die Bewertung eingeflossen ist, erstellt. Dieser musste am Schluss auf der Decke oben liegen. Zusätzlich wurde für das Projekt auch eine komplette Decke geschalt, so dass das komplette Bauwerk aus einem Guss hätte betoniert werden können.

Maurer- und Betonbauermeister Josef Leberle, Ausbildungsmeister im Ausbildungs- und Fortbildungszentrum der Bauinnung Nordschwaben in Nördlingen, trainierte die Betonbauer. Er war als deutscher Experte und Mitglied der internationalen Jury in Kasan vor Ort dabei. Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, Ehrenpräsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, hatte das Team nach Kasan begleitet und zeigte sich beeindruckt von seiner Leistung: „In Kasan waren Deutschlands beste junge Gesellen am Start. Sie haben großartig gekämpft und alles gegeben. Dafür zollen wir ihnen höchsten Respekt. Sie sind ein hervorragendes Aushängeschild für unsere Branche und zeigen, wie weit man es mit einer guten Ausbildung, einer starken Leistung und entsprechendem Engagement bringen kann.“

Das Nationalteam Deutsches Baugewerbe besteht aus sechs jungen Nachwuchshandwerkern aus den Berufen Beton- und Stahlbetonbauer, Fliesenleger, Maurer, Stuckateur und Zimmerer. Außer der Bronzemedaille für das Betonbauer-Team Julian Kiesl und Niklas Berroth erreichte das Team folgende Platzierungen:

Schon die Eröffnungsfeier in Kasan war ein echtes Spektakel (Foto: WorldSkills_Germany/A. Jungnickl)

– Alex Bruns (22) aus Bad Dürkheim in Rheinland-Pfalz wurde Weltmeister der Zimmerer und holte Gold.

– Janis Gentner (21) aus Aalen in Baden-Württemberg gewann im Wettbewerb der Fliesenleger ebenfalls Gold und erhielt darüber die Auszeichnung „Best of Nation“ als bester deutscher Teilnehmer.

– Maurer Christoph Rapp (22) aus Schemmerhofen in Baden-Württemberg wurde Fünfter und mit einer Medaillon for Excellence ausgezeichnet.

– Stuckateur Tobias Schmider (21) aus Windelsbach in Bayern wurde Siebter und erhielt ebenfalls eine Medaillon for Excellence.


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