31.07.2019, 09:28 Uhr

Weiher-Paradies erstickt im Abfall „Bitte nehmt euren Müll wieder mit!“


Die wunderbare Weiherlandschaft im Bereich Parkstetten (Landkreis Straubing-Bogen) hat besonders im Sommer ein massives Müllproblem.

PARKSTETTEN Es ist ein idyllisches Fleckchen Erde, an dem Florin (30) und Monika (35) im Sommer häufig ihre Wochenenden verbringen. Am Weiher 12 bei Parkstetten, auf einer Lichtung direkt am Ufer – hier ist der ideale Ort, um zu entspannen. Doch an diesem Sonntag will bei dem Pärchen so gar keine Urlaubsstimmung aufkommen. Denn auf ihrem Lieblingsplatz türmt sich der Müll. „Das ist sehr schade“, sagt der gebürtige Rumäne. Und leider kein Einzelfall.

Einmal-Grills, Sonnenschirme, Überreste von Partys oder Grillfesten - die Weiher-Landschaft um Parkstetten hat ein Müll-Problem. „Besonders schlimm ist es nach den Wochenenden“, sagt Franz Knott. Er ist vom Verein zur Entwicklung eines Erholungsgebietes im Raum Parkstetten-Steinach-Kirchroth, kurz „Naherholungsverein“, engagiert, um das Areal mit den gut 40 Weihern sauber und ordentlich zu halten.

Irene Denk, Geschäftsführerin des Naherholungsvereins, stellt fest, dass die Müllablagerungen insgesamt mehr geworden sind. Und belegt das mit erschreckenden Zahlen: In ihrem Zuständigkeitsbereich sei die Müllmenge von 3,7 Tonnen (2017) auf 6,3 Tonnen im letzten Jahr geradezu explodiert. In diesem Jahr könnte die Abfallmenge sogar noch weiter wachsen.

Am letzten Sonntag wurde in den sozialen Netzwerken Alarm geschlagen. Stinkende Ablagerungen im Weiher-Paradies wurden zum Auslöser einer erhitzten Debatte. „Es gibt Gruppen, die wirklich alles sauber wegräumen. Aber es kommt immer öfter vor, dass es so ausschaut wie heute“, sagt ein Badegast zum Wochenblatt. Die Vermüllung der Natur wollte er nicht tatenlos hinnehmen – und schaltete am Sonntag sogar die Polizei ein.

Die Relikte unvernünftiger Ausflügler und Badegäste sind nicht nur ein ästhetisches Problem: Die Essensreste locken Ungeziefer an, zersplitterte Getränkeflaschen sind besonders für kleine Kinder eine große Gefahr. „Es gehen viele Familien mit Kindern dort baden und die ganzen Scherben im Gras sind wirklich gefährlich“, klagt ein Spaziergänger.

Für die Ausflügler Florin und Monika ist es selbstverständlich, ihre Verpackungen, Leergut und Essensreste zu entsorgen. Florin zeigt einen großen blauen Sack: „Da kommt alles rein. Wenn man Müll macht, nimmt man ihn wieder mit.“ Leider verhalten sich nicht alle so. Und deshalb hat Franz Knott in der Hauptsaison (Anfang April bis Ende Oktober) jede Menge zu tun. „Es ist schon ein großer Arbeitsaufwand“, sagt er. Seine Chefin Irene Denk kritisiert die Gleichgültigkeit: „Viele verlassen sich darauf, dass schon irgendjemand ihren Müll wegräumt.“ An vielen Ecken des Erholungsgebietes sei dieses Phänomen sichtbar.

Immerhin, nach der öffentlichen Debatte bei Facebook wurde zumindest der Müllberg am Weiher 12 noch am Sonntag weggeräumt. Die Verantwortlichen hätten wohl das „schlechte Gewissen“ geplagt, mutmaßt einer.

Vielleicht ein positives Signal für die Zukunft. Denn wenn jeder seinen Unrat entsorgt, wäre das Müllproblem zeitnah gelöst. Und Spaziergänger, Badegäste und Picknicker könnten die wunderbare Natur an den Weihern ungetrübt genießen. Irene Denk richtet einen eindringlichen Appell an die Unvernünftigen: „Bitte nehmt euren Müll wieder mit!“


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