26.06.2019, 09:37 Uhr

Schlimmste Beleidigungen statt Einsicht Parkplatz-Wut in Aiterhofen – und die Patienten schauen in die Röhre


Mitarbeiter der Praxis Lebensraum müssen sich von Falschparkern sogar massiv beschimpfen lassen

AITERHOFEN Die Physiotherapeutin Silja Porz ist richtig sauer: Seit Monaten werden vor ihrer Praxis in Aiterhofen die dringend benötigten Patientenparkplätze ganz dreist zugeparkt. Mit Hinweiszetteln an der Windschutzscheibe der unerlaubt abgestellten Fahrzeuge wollten Silja Porz und ihre Mitarbeiterin Claudia Lupo auf die Situation aufmerksam machen – ohne Erfolg. Stattdessen ist die Situation jetzt völlig eskaliert!

Seit Monaten schon dasselbe Problem: Die Praxis „Lebensraum“ liegt in Aiterhofen direkt an der viel befahrenen Straubinger Straße. Viele Geschäfte, dazu Bank, Bäcker, Metzger, auch die Gemeindeverwaltung sind hier auf engstem Raum. Da sind freie Parkplätze ein Luxusgut, besonders in den Stoßzeiten. Und für die Erledigungen blockieren viele Autofahrer wie selbstverständlich die Patientenparkplätze vor der Praxis von Silja Porz. „Unsere Patienten sind zum Teil schlecht zu Fuß, alt, brauchen Gehhilfen“, erklärt die 50-Jährige. Für sie sind die Parkflächen am Haus eigentlich gedacht.

Interessiert die meisten Autofahrer aber nicht. Zumeist sind es Kurzparker, die sich mal eben in der Bank den Kontoauszug holen, eine Breze beim Bäcker, ein Medikament in der Apotheke. Das Problem ist nur: Ist einer weg, kommt schon der nächste. Autos, Lastwagen Bundeswehr-Fahrzeuge – es ist so ziemlich alles dabei. Und so sind die Stellflächen vor der Praxis permanent belegt. Die gehandicapten oder frisch operierten Patienten gucken in die Röhre. „Viele beschweren sich“, sagt Claudia Lupo.

Dabei sind die Parkflächen deutlich gekennzeichnet. „Die meisten kümmert das nicht“, sagt Silja Porz. Schlimmer noch: Teilweise werden die Praxis-Chefin oder ihre Mitarbeiterin beschimpft, wenn sie die Wildparker zur Rede stellen wollen. Und die Polizei? „Bis die kommen, sind die Falschparker längst wieder weg“, so Claudia Lupo, „wir haben einfach keine Chance.“

In ihrer Verzweiflung heften Praxis-Mitarbeiter seit einiger Zeit Hinweiszettel an die Windschutzscheiben der Falschparker. Darauf steht: „Dies ist ein Privatparkplatz der Praxis Lebensraum. Wir bitten Sie, dies zu respektieren. Herzlichen Dank.“

Genutzt hat es nichts. Im Gegenteil: In der letzten Woche fanden Silja Porz und Claudia Lupo einen solchen Hinweiszettel im Praxis-Briefkasten. Versehen mit unflätigen Beschimpfungen und Beleidigungen, verfasst vermutlich von einer ertappten Autofahrerin. Ein trauriger Höhepunkt im Parkplatz-Dilemma von Aiterhofen.

„Wir hoffen immer noch auf die Einsicht der Leute“, sagt Silja Porz. Doch ihre Hoffnung schwindet. Wenn es um einen Parkplatz geht, dann spielen Respekt und Rücksichtnahme auf Patienten nämlich offenbar keine Rolle mehr …


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