15.02.2020, 22:55 Uhr

Auszeichnung Erlebnisholzkugel am Steinberger See gewinnt ADAC-Tourismuspreis

 Foto: Bellmondo Fotografie/ADAC Foto: Bellmondo Fotografie/ADAC

Der Gewinner des ADAC-Tourismuspreises Bayern 2020 steht fest: Aus 32 Bewerbern konnte sich die Erlebnisholzkugel am Steinberger See in der Oberpfalz den ersten Platz sichern.

Ortsmarke. Der Preis wurde im feierlichen Rahmen direkt vor Ort durch Herbert Behlert, den Vorsitzenden des ADAC Nordbayern e. V., übergeben. Er bekräftigte in seiner Rede: „Wir als ADAC in Bayern freuen uns so starke Projekte und Vorbilder im bayerischen Tourismus auszeichnen zu können, die insbesondere auch für unsere freizeitorientierten Mitglieder attraktive Ziele sind.“ Karlheinz Jungbeck (Vorstand für Tourismus des ADAC Südbayern e. V.) und Barbara Radomski (Geschäftsführerin Bayern Tourismus Marketing GmbH) sowie Dr. Thomas Geppert (Landesgeschäftsführer DEHOGA Bayern e.V .) gratulierten den Preisträgern herzlich und fanden lobende Worte für die kreativen Projekte.

Der bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Hu-bert Aiwanger, ging in seiner Festansprache auf die große Bedeutung innovativer Ideen für den bayerischen Tourismus ein: „Bayerns Tourismus ist so vielfältig wie die Landschaft im Freistaat. Die hohe Qualität der Einreichungen für den ADAC -ourismuspreis Bayern 2020 beweist, wie innovativ und nachhaltig die Angebote der Branche sind. Die Herausforderung der Digitalisierung wird kreativ angenommen, und ich bin mir sicher, dass Bayern damit auch in Zukunft ‚Tourismusland Nummer 1‘ in Deutschland bleiben wird.“

Weltweit größte begehbare Holzkugel gewinnt

Die idyllisch am Steinberger See gelegene Erlebnisholzkugel spricht Besucher jeden Alters an und ist als generationsübergreifendes Freizeiterlebnis gedacht. Der be-gehbare Kugelturm ist ca. 40 Meter hoch und bietet seinen Besuchern als Highlight einen faszinierenden Panoramablick auf den Steinberger See. Auf dem Weg dorthin kann man über 25 Abenteuerstationen – unter anderem Riesenrutsche, Hängebrücken und Balancierbalken – erleben. Durch diese Kombination aus Aussichtsturm, Erlebnise-lementen und Spaßfaktor möchte das Konzept spielerisch zu mehr Bewegung aufrufen. Mit seiner Steigung von maximal sechs Prozent, ist der Aufstieg barrierefrei und kann auch mit Rollstuhl oder Kinderwagen gemeistert werden. Die Nachhaltigkeit des Projekts beschränkt sich nicht nur auf den nachwachsenden Rohstoff Holz der Konstruktion, sondern spiegelt sich auch in naturbelassenen Bereichen der Anlage wider. Die größte begehbare Erlebnisholzkugel gilt als Meisterwerk der Ingenieurskunst und neue Art von Erlebnisarchitektur im Holzbau. Sie ist ein Superlativ in vielerlei Hinsicht. Dieses einzigartige Projekt markiert im Hinblick auf die Komplexität der Tragstruktur, die Architektur sowie den Anforderungen des konstrukti-ven Holzschutzes einen weiteren Meilenstein und zugleich ein Novum im Holzbau. Die Planung und der Aufbau stellte für alle Beteiligten eine große Bewährungsprobe dar. Zusätzlich zum „Herzstück“ gibt es auf dem Gelände eine Gastronomie sowie einen Abenteuerspielplatz mit Sandkasten, Klettergerüst und Boulderwand. Bei schlechtem Wetter steht für Kinder ein Indoorspielraum bereit. Der Trend zum bewussten Reisen und Regionalität wird durch die Erlebnisholzkugel in vorbildlicher Weise bedient und stärkt das touristische Potential der Oberpfalz. Dies bestätigt auch der starke Besucheransturm im ersten Betriebsjahr. Seit der offiziellen Eröff-nung des Tourismusprojektes im April 2019 besuchten mehr als 150.000 Gäste aus allen Regionen Bayerns, diese Freizeitattraktion. Infos unter www.holzkugel.de

Platz 2 und 3 gehen nach Ober- und Ostbayern

Den zweiten Platz konnte sich das Projekt „Oberbayern-Echt Digital“ sichern, das von Tourismus Oberbayern München gemeinsam mit der IHK sowie dem bayerischen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA ins Leben gerufen wurde. Es beschäftigt sich mit den Herausforderungen der Digitalisierung für lokale Privat- und Kleinbetriebe und bietet ihnen Hilfestellung. Als Basis für das Projekt diente eine von der FH Salzburg durchgeführte Status-Quo-Analyse: Diese kam zu dem Ergebnis, dass vor allem kleinere Betriebe noch Potential in Digitalisierungsfragen haben. Mit „Oberbayern-Echt Digital“ können sich die Unternehmen E-Coaches als zentralen Ansprechpartner für Fragen rund um ihre Online-Präsenz zur Seite stellen lassen. Die Coaches bieten kostenlose, neutrale Unterstützung und sind regional vernetzt. Zusätzlich stehen oberbayernweit Workshops zur Förderung des digitalen Know-Hows der Betriebe bereit.

Der dritte Podestplatz geht an die im Open-Source-Verfahren entwickelte Moun-tainbike-Reiseroute „Trans Bayerwald“. Mit einer Gesamtlänge von circa 700 Kilometern und 17.000 Höhenmetern bietet die längste Mountainbike-Reiseroute Deutschlands insgesamt 14 Tagesetappen, die in eine Nord- und Südroute aufgeteilt sind. Die Ausschilderung der MTB-Strecken lenkt die Besucherströme gezielt unter Berücksichtigung des Naturschutzes. Für einen ganzheitlichen Open-Source-Ansatz wurden zudem weitere Stakeholder, wie zum Beispiel die Landkreistouristiker, Gemeinden, Bayerische Staatsforsten, Naturparke, Nationalpark, Naturschutzbehörden u.v.m. aktiv miteinbezogen. Im Rahmen einer Pionierphase konnten Mountainbiker die Strecke vor der Ausschilderung testen und Verbesserungsvorschläge einreichen. Dank Pro-duktentwicklungsworkshops und Wegepatentreffen gibt es einen regelmäßigen kreativen Austausch zwischen den Projektbeteiligten. Ein kostenloses Starterpaket kann man unter www.trans-bayerwald.de oder info@trans-bayerwald.de bestellen.

Sonderpreis Digitalisierung

Mit dem Sonderpreis Digitalisierung wurde die Online-Kampagne der Congress- und Tourismus-Zentrale Nürnberg „Gast.Freunde.Nürnberg“ ausgezeichnet. Gastgeber stellten hier in kurzen Videos ihre persönlichen Lieblingsplätze in der Stadt und der Umgebung vor. Auf www.tourismus.nuernberg.de finden Besucher Antworten auf Fragen wie „Wo habe ich den schönsten Ausblick auf die Stadt?“ und profitieren so von individuellen Freizeittipps der Hoteliers. Eine interaktive Karte zeigt die empfohlenen Orte an, Hintergrundinformationen sind ebenfalls zu finden. Eine Verknüp-fung mit Facebook, Instagram und Twitter konnte über das Social Window der Kam-pagnen-Seite unter dem Hashtag #SeiMeinGast realisiert werden. Ziel der Kampagne war es, den Hotelgästen Neues abseits der bekannten Touristenpfade zu zeigen und den Charakter der Stadt mithilfe von authentischen Testimonials zu präsentie-en. Damit wurde die Kampagne besonders dem wachsenden Trend zur sogenannten Localhood gerecht, der Touristen als „Einheimische auf Zeit“ betrachtet.

Weitere nominierte Projekte

Zudem waren weitere spannende und innovative Projekte auf der Shortlist für den ADAC Tourismuspreis Bayern 2020: Die Therme Erding präsentiert ihren Besuchern seit 2018 mit den VR-Rutschen ein außergewöhnliches Erlebnis. Dank Virtual-Reality-Brillen können die Badegäste fer-ne Galaxien, fabelhafte Himmels- oder tropische Dschungelwelten entdecken. Mit „Da Woid“ (Der Wald) thematisiert der Tourismusort Aschau im Chiemgau den Wald in seiner Funktion als Lebensraum. Der Lehrpfad auf dem Themenweg „Die Wald-Apotheke“ gewährt Einblick in die Heilwirkung von Sträuchern und Bäumen. Auf dem Brombachsee bietet das Projekt Floating Village seinen Gästen die Option, in einem schwimmenden Ferienhaus Entspannung zu suchen. Insgesamt laden hier 19 schwimmende Häuser zum Abschalten vom Alltag ein. Im weltweit ersten Bratwursthotel in Rittersbach können kulinarisch Interessierte in Bratwurst-Themenzimmern übernachten. Zudem verfügt das Hotel über eine Erlebnisgastronomie mit außergewöhnlichen Wurstkreationen.


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