31.12.2019, 15:41 Uhr

„Was Tierschützer vorfanden, war grausig“ Einsatz der Polizei in Sulzbach-Rosenberg – 32 Tiere beschlagnahmt


Kurz vor dem Jahreswechsel war die Unterstützung von Tierschützern in Sulzbach-Rosenberg gefragt. Die Polizei beschlagnahmte dort nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft und dem Veterinäramt in einem Anwesen 32 Tiere aus nicht artgerechter Haltung.

SULZBACH-ROSENBERG Nachdem der Tierschutzverein Amberg bereits versucht hatte, gegen die aus dem Ruder gelaufene Tierhaltung vorzugehen, war eine erneute Anzeige bei der Polizei nunmehr Anlass, sofort tätig zu werden und die Tierhaltung zu kontrollieren. „Was Beamte und Tierschützer vorfanden, war grausig“, so der Deutsche Tierschutzbund.. Fünf Papageien, darunter zwei hühnergroße Gelbbrust-Aras und drei abgemagerte und kranke Nacktaugen-Kakadus, wurden in winzigen Käfigen vorgefunden. Die Kakadus wiesen Verletzungen auf und waren zum Teil stark gerupft – eine Verhaltensstörung. In einem weiteren, sehr kleinen Käfig befand sich ein Prevost-Schönhörnchen, in einem weiteren ein Gleitbeutler. Keinem der Tiere stand auch nur im Ansatz ausreichend Platz zur Verfügung, die Tiere hatten kein Trinkwasser und waren augenscheinlich vernachlässigt. Auch elf Hunde, darunter drei Welpen, sowie sieben Katzen und eine Ratte wurden beschlagnahmt. In einem winzigen ehemaligen Aquarium befanden sich eine stark abgemagerte Bartagame mit schwerem Gelenkschaden sowie ein Gecko. Nichts von dem, was solche Tiere zum Leben und für ihr Wohlbefinden benötigen, war vorhanden. Am Ende wurden in einem stark verschmutzten Behälter vier Wasserschildkröten gefunden. Auch diese Tiere hatten annähernd keine Bewegungsmöglichkeit, geschweige denn das Notwendigste zum Leben.

In enger Kooperation des Tierheimes Amberg und seiner engagierten und tatkräftigen Vorsitzenden mit dem Landesverband Bayern des Deutschen Tierschutzbundes konnten alle Tiere, die von der Polizei und der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und befreit werden konnten, artbestimmt, die Haltung – basierend auf rechtlichen Vorgaben – beurteilt und am Ende gut in Tierheimen untergebracht werden. „Hier hat sich das verlässliche Netzwerk des Bayerischen Landesverbandes des Deutschen Tierschutzbund hervorragend bewährt, da kaum ein Tierheim alleine imstande ist, all diese so unterschiedlichen Tiere zu beherbergen“, so der Tierschutzbund.

Der Deutsche Tierschutzbund, Landesverband Bayern begrüßt, dass gegen die Halterin ein Strafverfahren eingeleitet wurde und erwägt ebenfalls, Strafanzeige wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und das Artenschutzgesetz zu stellen. Der ausdrückliche Dank gilt den Polizeibeamten und dem Staatsanwalt für ihr schnelles Handeln.


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