18.04.2019, 10:18 Uhr

Künstliche Nisthilfen können helfen Weißstorch-Saison 2019 – während die einen noch Nistplätze suchen, wird andernorts schon gebrütet

(Foto: Ursula Hildebrand)(Foto: Ursula Hildebrand)

Die Weißstorch-Saison 2019 ist schon in vollem Gange: Die einen brüten schon, die anderen kommen erst noch zurück aus ihren Winterquartieren. Dieses Jahr gibt es auch wieder viele Neuansiedlungen, einige davon jedoch auf ungeeigneten Standorten wie zum Beispiel beheizten Kaminen oder Strommasten. Nicht alle Weißstörche finden einen brauchbaren Nistplatz, sodass es immer wieder Kämpfe um bereits besetzte Nester gibt.

BAYERN „An der bayerischen Storchenfront ist bereits einiges los“, sagt Oda Wieding, LBV-Storchenexpertin. „Rund 40 Neuansiedlungen wurden dem LBV für die Brutsaison 2019 schon gemeldet.“ Die zahlreichen Neuansiedlungen lassen auf einen erneut steigenden Weißstorchbestand hoffen.

Doch nicht alle Weißstörche haben sich für ihr neues Domizil einen passenden Ort ausgesucht. Bei einigen Neuansiedlungen muss nach einem Kompromiss gesucht werden. So muss bei beheizten Kaminen beispielsweise der Abzug gewährleistet sein. „Ein Horst mit Fußbodenheizung hört sich für den Storch verlockend an, der verstopfte Kamin jedoch ist ein Problem“, sagt Wieding. Künstliche Nisthilfen können hier helfen, doch nicht jeder von den Störchen ausgewählte Standort eignet sich für die Anbringung.

„Während die einen noch auf der Suche nach einem geeigneten Nistplatz sind oder erst aus dem Winterquartier in Afrika zurückkommen, haben vor allem die Storchenpaare, die in Bayern überwintert haben vielerorts schon im März mit der Brut begonnen“, sagt Oda Wieding. So stehen vor allem in Ostbayern zum Beispiel in Rötz und Schönthal im Landkreis Cham noch einige Nester leer, während beispielweise in Gunzenhausen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen schon gebrütet wird. In manchen Kolonien wie zum Beispiel in Oettingen im Donau-Ries gibt es durch Neuankömmlinge auch Kämpfe an bereits besetzten Nestern. Teilweise werden bei diesen Auseinandersetzungen die vorhandenen Gelege zerstört. Die Rückkehr und der Beginn des Brutgeschäfts können sich noch bis Ende April und in Ausnahmefällen bis Mitte Mai hinziehen. Bei den frühen Bruten wie zum Beispiel in Nördlingen im Landkreis Donau-Ries werden in den nächsten Tagen dagegen wohl bereits die ersten Küken schlüpfen.

Außerdem bittet der LBV alle Hundebesitzer, jetzt ihre Hunde in den Talauen oder Wiesen an die Leine zu nehmen. So können nicht nur die Störche in den Futterwiesen in Ruhe Nahrung suchen, sondern auch die kleineren Wiesenbrüter wie zum Beispiel der Kiebitz ungestört brüten. Denn: „Jede Flucht vor einem Hund gefährdet das Gelege und kostet wertvolle Energie, die dringend für die Futtersuche und Brut gebraucht wird“, sagt Wieding.

Alle besetzten Storchennester in Bayern können auf der LBV-Webseite abgerufen werden unter www.lbv.de. Infos zu den vom LBV mit Satellitensender ausgestatteten Störchen gibt es unter www.lbv.de.


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