26.02.2019, 16:44 Uhr

Etwas Phantasie nötig Künstler Florian Nörl stiftet einen Elefanten fürs „Bulmare“

„Elefantastisch“: Künstler Florian Nörl präsentiert sein Kunstwerk vor dem „Bulmare“-Haupteingang. (Foto: Michael Hitzek)„Elefantastisch“: Künstler Florian Nörl präsentiert sein Kunstwerk vor dem „Bulmare“-Haupteingang. (Foto: Michael Hitzek)

Der aus Burglengenfeld stammende und in Österreich lebende Künstler Florian Nörl macht derzeit Schlagzeilen: Im vergangenen Jahr hat er den von der Stadt Amberg und der Sparda-Bank Ostbayern gemeinsam ausgelobten Sparda-Bank-Kunstpreis Amberg gewonnen, der „außergewöhnliche künstlerische Begabungen“ anerkennt und fördert. Eines seiner Kunstwerke ist jetzt auch vor dem Haupteingang des Bulmare zu bestaunen.

BURGLENGENFELD „Elefantastisch“ heißt Florian Nörls Werk, bislang war es im botanischen Garten in Linz (Österreich) zu sehen im Rahmen der Ausstellung „blühen-kunst-alles“. Bei der Arbeit handelt es sich um fünf im Boden befestige Bündel aus eigens im Mühlviertel geernteten Elefantengras. Die Darstellung des Elefanten ist stark reduziert, aber wer ein bisschen die Phantasie walten lässt, erkennt schnell die vier Beine und den Rüssel des Dickhäuters.

Florian Nörl hatte im Rathaus nachgefragt, ob man sich die Positionierung seiner Skulptur im öffentlichen Raum in seiner Heimatstadt vorstellen könne. Bürgermeister Thomas Gesche war sofort angetan und sagte spontan zu; mithilfe von Kultur- und Pressereferent Michael Hitzek und von Bulmare-Geschäftsführer Reiner Beck wurde dann vor dem Bulmare-Haupteingang der passende Standort gefunden. Der Künstler hatte sich zuvor explizit einen Standort im Grünen gewünscht. Pflanzen dürfen und sollen Nörls Elefanten gerne als Wuchs- und Kletterhilfe benutzen.

Der Künstler setzt sich in seiner Arbeit damit auseinander, dass das ursprünglich aus Asien stammende Elefantengras (Miscanthus giganteus) seit den 1930er-Jahren in Mitteleuropa als Nutzpflanze angebaut wird: „Verschleppt aus fernen Kontinenten. Den Einheimischen vorgeführt. Geschätzt für seinen Rohstoff. Groß und beeindruckend. Seiner Exotik beraubt.“ Ähnlich verhalte es sich mit dem Elefanten, der „in unseren Breitengraden nicht in freier Wildbahn anzutreffen“ ist, jedoch trotzdem allgegenwärtig sei. Kunst ist auch Handwerk: Florian Nörl hat seine Skulptur am Montag selbst vor dem Bulmare installiert – mit Vorschlaghammer, Stemmeisen und Kabelbindern. „Bulmare“-Chef Reiner Beck freute sich über den neuen Hingucker vor dem Haupteingang: „Nilpferd ,Bubu‘ und Robbe ,Bobo‘ haben wir ja bereits, da passt der Elefant prima dazu.“ Das fanden auch Schüler des Gymnasiums, die dem Künstler bei der Installation über die Schulter schauten: „Cool!“

Nörl studierte in Regensburg, Pilsen und an der Kunstuniversität Linz. Seit 2010 stellt er seine Objekte regelmäßig in Deutschland und Österreich aus, seine Arbeitsgebiete sind Textilstein, Installation, Malerei und Plastik. Den Sparda-Bank-Kunstpreis Amberg erhält er am Donnerstag, 28. Februar, um 19.30 Uhr in der Stadtgalerie Alte Feuerwache überreicht. Die Ausstellung der Preisträger ist von 28. Februar bis zum 31. März in der Stadtgalerie zu sehen. Öffnungszeiten sind Dienstag bis Freitag von 11 bis 16 Uhr sowie Samstag und Sonntag 11 bis 17 Uhr. Infos zur Ausstellung gibt es im Internet unter www.stadtmuseum.amberg.de.


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