24.01.2019, 11:05 Uhr

Wegen Totschlags Haftbefehl erlassen – 27-Jähriger gesteht Messerattacke auf Lebensgefährtin

Eine 22-jährige Syrerin ist in Altenstadt in der Oberpfalz offenbar Opfer eines Gewaltdelikts geworden. Vieles deutet auf ein Familiendrama hin, der 27-jährige Lebensgefährte hat einen Streit und die Messerstiche bereits eingeräumt. (Foto: NEWS5 / Wellenhöfer)Eine 22-jährige Syrerin ist in Altenstadt in der Oberpfalz offenbar Opfer eines Gewaltdelikts geworden. Vieles deutet auf ein Familiendrama hin, der 27-jährige Lebensgefährte hat einen Streit und die Messerstiche bereits eingeräumt. (Foto: NEWS5 / Wellenhöfer)

Gegen einen 27-jährigen Asylbewerber aus Syrien hat das Amtsgericht Weiden Haftbefehl erlassen. Er hat gestanden, seine 22-jährige Lebensgefährtin vor den Augen ihrer Kinder (vier Jahre und ein halbes Jahr) erstochen zu haben.

ALTENSTADT Die Tat sorgte am Mittwoch für Entsetzen: Die Frau wurde blutend im Hausgang in einem Sechs-Parteien-Haus in Altenstadt an der Waldnaab gefunden.

Nach Angaben aus Ermittlerkreisen ist zumindest ein Kind von dem Mann, der nun in Untersuchungshaft sitzt. Oberstaatsanwalt Bernhard Voit hat den Haftbefehl beantragt, der Richter erließ ihn am Donnerstag. Er lautet nicht auf Mord, sondern auf Totschlag.

Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass es am Dienstag zu einem Streit zwischen dem Paar gekommen war. Die lebten auf Zuweisung des Landratsamtes Neustadt an der Waldnaab in einem Mietshaus und nicht in der 200 Meter entfernten Flüchtlingsunterkunft. Sie waren sogenannte Fehlbeleger, hätten sich eigentlich eine Wohnung suchen können. Offenbar kam es zunächst in der Wohnung zu einem Streit. Die Messerattacke verlagerte sich jedoch auf den Hausgang. Dort fand eine Nachbarin die blutende Frau. Polizeibeamte hatten vor Ort Wiederbelebungsversuche gestartet und an den wenig später eintreffenden Rettungsdienst übergeben, doch jede Hilfe kam zu spät. Die Frau starb noch am Tatort.

In dem Haus wohnen nicht nur die Asylbewerber, sondern auch deutsche Mieter. Die einheimische Nachbarin hatte die junge, schwer verletzte Frau auch gefunden. Nach Angaben der Polizei wurde eine rechtsmedizinische Untersuchung angeordnet. Bis zum frühen Nachmittag war der leblose Körper der Frau noch vor Ort, wo Rechtsmediziner und Beamte des Landeskriminalamtes die Leiche in Augenschein nahmen, bis sie der Bestatter abholte. Die Frau hatte zwei Kinder, ein Baby mit einem halben Jahr sowie ein vierjähriges Kind. „Die beiden Kinder sind jetzt aber in behördlicher Obhut“, sagte der Polizeisprecher weiter. „Die beiden Kinder sind unverletzt“, so der Sprecher weiter.

Nach Angaben der Regierung der Oberpfalz handelte es sich bei dem Opfer um eine anerkannte Asylbewerberin, bei dem 27-jährigen Mann um einen subsidiär Schutzberechtigten. Beide hätten sich um eine private Wohnung bemühen können, wie die Behörde mitteilt, doch seit 2017 kümmerte sich der Landkreis Neustadt an der Waldnaab um das Paar und die zwei Kinder. Das Landratsamt hatte sie in dem Wohnhaus in Altenstadt untergebracht, wo nun die Bluttat geschah.

Landrat warnt vor einer Instrumentalisierung

Der Landrat von Neustadt, Andreas Meier, zeigte sich auf Anfrage bestürzt über die Ereignisse. Doch der CSU-Politiker warnt auch davor, aufgrund der Tat wieder eine Debatte über Kriminalität von Asylbewerbern anzustoßen. „Zu den tragischen Ereignissen in Altenstadt kann ich nur soviel sagen, dass Gewaltverbrechen jeglicher Art, ganz egal von wem oder an wem sie verübt werden, immer zu verurteilen und mit aller Härte des Gesetzes zu ahnden sind“, so Meier. „Mein Dank geht an alle Einsatzkräfte von BRK und speziell auch die Polizei, die meiner Kenntnis nach jegliche, mögliche Gefährdung Dritter unverzüglich unterbunden haben.“