19.12.2018, 14:11 Uhr

Die Polizei, Freund und Helfer Kleiner Junge war morgens um 7 ganz alleine unterwegs

(Foto: PI Marktredwitz)(Foto: PI Marktredwitz)

Nicht schlecht staunte eine 39-Jahre junge Frau aus Selb, als sie am Freitagmorgen, 14. Dezember, kurz vor 7 Uhr, auf der Bauvereinstraße in Selb unterwegs war. Nur mit einem Schlafanzug bekleidet kam ihr ein zweieinhalb Jahre alter Junge entgegen.

SELB/LANDKREIS WUNSIEDEL Da der kleine Mann jedoch kein Wort sprach, wusste die 39-Jährige nicht wo der Junge herkam, und auch nicht, ob er irgendwo vermisst wird. Sie verständigte daher kurzerhand die Polizei.

Eine uniformierte Streifenbesatzung der Polizei Marktredwitz war kurz nach Eingang der Mitteilung über den Jungen aus der Bauvereinstraße vor Ort und nahm sich ihm an. Auch den Beamten gegenüber war er nicht gesprächiger als bei der Dame, die ihn gefunden hatte. Somit gingen die Ordnungshüter zunächst davon aus, dass der Junge unter Umständen eine etwas längere Zeit in der Obhut der Polizeidienststelle verbringen darf. Da so ein kleiner Steppke auch noch Windeln braucht, war guter Rat diesbezüglich erst einmal teuer. Jedoch konnte dieses Problem durch eine Spende eines Drogeriefachmarkts aus Selb schnell aus der Welt geschafft werden. Das Anlegen einer frischen Windel war für die versierten Polizisten dann lediglich noch ein Kinderspiel. Exzellent gewickelt wurde dem jungen Wandersmann die Zeit, die die Beamten benötigten, seine Eltern ausfindig zu machen, mit diversen Lebkuchen versüßt. Das ein oder andere Malbuch tat dann noch sein Übriges, dem Jungen den Aufenthalt bei der Polizei so angenehm wie möglich zu machen. Wie sich herausstellte, war der kleine Mann von ganz alleine von zu Hause auf große Wanderung gegangen, was seine Mutter und sein Vater erst zu spät bemerkten. Der Junge wurde von seinem Papa abgeholt und war wieder völlig glücklich. Vorher durfte er noch Teile der Polizeiuniform einmal kurz „probetragen“, was ihm sichtlich Freude bereitete, wie das Foto eindeutig belegen dürfte.

Ein Polizeieinsatz, bei dem die Beamten wieder einmal das sein durften, was sie am liebsten sind: ein Freund und Helfer.


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