16.11.2018, 12:25 Uhr

Die Jury hat entschieden „Ehrenmann/Ehrenfrau“ ist das Jugendwort des Jahres 2018

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Die jährlich neu zusammengestellte, unabhängige 21-köpfige Jury aus Jugendlichen, Medienvertretern und Sprachwissenschaftlern machte es sich nicht leicht: Den ganzen Vormittag lang wurde angeregt diskutiert und analysiert bis das Gremium „Ehrenmann/Ehrenfrau“ zum Sieger erklärte. Diese Wortschöpfung bedeutet „jemand, der etwas Besonderes für dich tut“.

DEUTSCHLAND Der Juror Dr. Oliver Bach, Literaturwissenschaftler an der Ludwig-Maximilians-Universität München, begründet seine Entscheidung so: „Es ist eine Entlehnung aus einer früheren Sprachstufe und einem anderen gesellschaftlichen Kontext. Die Jugendsprache hat dieses Wort wiederentdeckt und anders als früher ist es nicht mehr auf höhere Gesellschaftsschichten und nicht mehr auf Männer einschränkt.“ Der 18-jährige Youtuber Fabian Grischkat bringt es auf den Punkt: „,Ehrenmann/Ehrenfrau‘ ist ohne jede Frage das Jugendwort 2018. Ich freue mich besonders über das Wort, da es in Zeiten von Hass und Hetze ein positives Zeichen setzt. Jeder Mensch, der eine gute Tat vollbringt, darf sich ab heute mit dem offiziellen Jugendwort schmücken!“

Die Wahl blieb spannend bis in die letzten Minuten des zweiten Wahlgangs. Hier mussten die Juroren aus den Top 5 das finale Gewinnerwort ermitteln. In den Top 5 waren auch „Auf dein Nacken“, „Ich küss dein Auge“, „glukose-haltig“ und „Snackosaurus“.

Zum elften Mal rief der Langenscheidt Verlag zur Wahl des Jugendworts des Jahres auf. Zwischen Anfang September und Mitte November 2018 konnten alle Sprachinteressierten acht Wochen lang über die Top 30 abstimmen. Die Top 10 wurde dann der Jury zur Auswahl vorgestellt, darunter Worte wie „Lauch“ (Schwächling oder Trottel), „lindnern“ (lieber etwas gar nicht machen, als etwas schlecht machen), „AF, as fuck“ (Betonung, wie besonders etwas ist). Über 1,5 Millionen Votings hat der Verlag in diesem Jahr gezählt. Die Kriterien für die Top 30 sind Originalität, Kreativität, Verbreitung sowie kulturelle, gesellschaftliche und zukünftige Relevanz.


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