25.10.2018, 21:10 Uhr

Liebevolles Zuhause Jugendamt sucht Pflegeeltern – Welle der Hilfsbereitschaft für zwei Mädchen

(Foto: 123rf.com)(Foto: 123rf.com)

Das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen ist dringend auf der Suche nach einer Pflegefamilie. Es wird eine Familie gesucht, die ein Geschwisterpaar aufnehmen kann. Mit einem entsprechenden Appell hat sich das Landratsamt an die Öffentlichkeit gewandt – und die Resonanz ist überwältigend!

LANDKREIS WEIßENBURG-GUNZENHAUSEN Oft sind es Schicksalsschläge oder Krankheiten, die dazu führen, dass Eltern nicht mehr in der Lage sind, selbst für ihre Kinder zu sorgen, obwohl sie es eigentlich so gerne möchten. Viele Eltern benötigen Zeit, um ihre persönliche Situation zu ordnen und wünschen sich für ihre Kinder ein sicheres, zweites Zuhause. So ergeht es derzeit einer Mutter aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, deren Mann verstorben ist. Aufgrund von eigenen Einschränkungen kann sie die Erziehung ihrer zwei Töchter nicht gewährleisten. Konkret geht es um zwei Mädchen im Alter von zehn und sechs Jahren. Das zehnjährige Mädchen besucht eine weiterführende Schule, das sechsjährige Mädchen wird im nächsten Jahr eingeschult. Das Geschwisterpaar soll zusammen bleiben und auch der Kontakt zur Mutter soll aufrechterhalten werden. Deshalb sollten die künftigen Pflegeeltern im Umkreis von maximal 60 Kilometern leben, damit regelmäßige Besuche bei der Mutter möglich sind. Beide Kinder sind unauffällig im Kontakt. Gerade in so schwierigen und belastenden Situationen benötigen die Kinder ein Zuhause, in dem sie sich wohl und geborgen fühlen. Sie brauchen einen strukturierten Tagesablauf, Bezugspersonen, die liebevoll auf die kindlichen Bedürfnisse eingehen können und einen Platz im Leben, wo sie verstanden und angenommen werden – im Idealfall eine Pflegefamilie.

Wer kann Pflegefamilie werden? Auch darüber informiert das Landratsamt: „Grundsätzlich muss die Belastbarkeit vorhanden sein, zwei Kinder in der eigenen Familie aufzunehmen. Auch muss die Erziehung und Förderung der beiden Mädchen über einen längeren Zeitraum – auch bei auftretenden Problemlagen, gewährleistet werden. Es handelt sich um keine Bereitschaftspflege, sondern um eine dauerhafte Unterbringung. Wichtig ist auch die Bereitschaft, den Kontakt zur Mutter aufrechtzuerhalten und zu fördern“, so die Verantwortlichen.

Als Pflegeeltern für die beiden Mädchen können sich grundsätzlich erwachsene Einzelpersonen(ab 18 Jahre), verheiratete Paare oder Paare in nichtehelichen Lebensgemeinschaften melden, so die Mitteilung des Landratsamtes. Auch gleichgeschlechtliche Paare können Pflegeeltern werden. Die Pflegeeltern sollten offen und tolerant sein sowie Humor, Zeit und Kraft mitbringen, um diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen. Sie sollten in stabilen und gesicherten familiären und finanziellen Verhältnissen leben und über ausreichend Wohnraum verfügen. Die Pflegefamilien erhalten zum einen finanzielle Unterstützung und werden zum anderen durch die erfahrenen Fachkräfte des Jugendamtes begleitet und beraten. „Die Pflegeeltern werden von uns nicht allein gelassen. Es erfolgen eine intensive Betreuung und ein permanenter Austausch mit den Pflegefamilien“, verdeutlicht der Leiter des Jugendamtes Stefan Lahner.

Wer den beiden Mädchen eine Chance auf ein Familienleben geben möchte und sich grundsätzlich vorstellen könnte, Pflegeeltern zu werden, kann sich unverbindlich an den Pflegekinderfachdienst im Landkreis unter der Telefonnummer 09141/ 902-431 wenden.

Überwältigende Resonanz

Seit diesem Aufruf sind bereits 120 Meldungen aus ganz Deutschland beim Landratsamt eingegangen, etwa 40 stammen aus der Region. Das Team am Landratsamt sichtet alle eingegangenen Bewerbungen und versucht so, eine geeignete Familie für die beiden Mädchen zu finden. Wenn alles gut geht, können die beiden schon Weihnachten bei den Pflegeeltern feiern!


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