22.09.2018, 20:42 Uhr

Kripo erhält weitere Hinweise Cold-Case-Ermittlungen – vierfache Mutter Brigitte Volkert seit fast 13 Jahren verschwunden

Cold-Case-Ermittlungen im Fall Brigitte Volkert. (Foto: PP Unterfranken)Cold-Case-Ermittlungen im Fall Brigitte Volkert. (Foto: PP Unterfranken)

Nach dem erneuten Zeugenaufruf Anfang Juli gingen nun in dem seit 13 Jahren ungeklärten Vermisstenfall weitere Hinweise bei der Kripo Würzburg ein. Die damals 27-Jährige verschwand im November 2005 spurlos. Seit geraumer Zeit geht die Polizei von einem Gewaltverbrechen aus. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, sind 10.000 Euro ausgelobt.

BURGSINN/UNTERFRANKEN Seit der Presseveröffentlichung am 4. Juli sind bei der Kripo Würzburg vereinzelt Hinweise eingegangen. Diese werden aktuell noch in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg bewertet bzw. überprüft. Nähere Angaben dazu können aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gemacht werden. Neben dem bereits geschalteten Hinweistelefon, steht ab sofort auch der Dienststellenleiter der Polizeistation Gemünden, Martin Deisenroth, als regionaler Ansprechpartner für Hinweise und Zeugen zur Verfügung.

Den bisherigen Ermittlungen der Kripo zufolge hatte die Vermisste an jenem Mittwoch, 23. November 2005, gegen 6 Uhr, ihr Wohnhaus verlassen und war dorthin nicht mehr zurückgekehrt. Neben ihrem Ehemann ließ sie ihre vier Kinder im Alter von zwei, fünf, acht und zehn Jahren zurück. Mit Nachdruck suchte die Polizei in der Folgezeit unter anderem mit Hunden, Hubschrauber und der Bereitschaftspolizei in der Umgebung nach Frau Volkert. Parallel dazu liefen intensive Ermittlungen der Kripo Würzburg in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg, insbesondere im sozialen Umfeld der Frau. Letztlich führten alle Anstrengungen allerdings nicht zu ihrem Auffinden oder der Aufklärung des Falles.

Im Zuge so genannter Cold-Case-Ermittlungen überprüfte die Kripo Würzburg in den vergangenen Jahren den Fall immer wieder hinsichtlich möglicher neuer Spuren oder Ermittlungsansätzen. Die Akte wurde niemals ganz geschlossen. Nach jetzigem Stand gehen die Ermittler von einem Gewaltverbrechen aus, dem Brigitte Volkert zum Opfer fiel. Neben der erneuten Prüfung aller Spuren legen die Ermittlungsbehörden bei der Aufklärung des Falles einen ihrer Schwerpunkte auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. So hat sich auch die Redaktion von „Aktenzeichen XY ungelöst“ des Falles angenommen und möchte einen Beitrag am 10. Oktober2018 senden.

Außerdem wurde vom Bayerischen Landeskriminalamt für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung in Höhe von 10.000,00 Euro ausgesetzt. Die Ermittler wenden sich mit folgenden Fragen an die Bevölkerung: Wer hat Brigitte Volkert seit den Morgenstunden des 23.11.2005 im Bereich Burgsinn oder den angrenzenden Waldgebieten gesehen? Wer war zu diesem Zeitpunkt dort unterwegs? Denkbar wären Jogger, Zeitungsausträger, Lieferanten, Anwohner, die mit Hunden Gassi gingen, Landwirte oder Jäger. „Wir bitten um jeden Hinweis, egal wie banal die Wahrnehmung erschienen ist. Gezielt suchen wir nach einer Nordic-Walkerin, die im angrenzenden Waldbereich an jenem Morgen unterwegs gewesen sein soll. Sie hat sich bis jetzt noch nicht bei der Polizei gemeldet und ist eine wichtige Zeugin“, so die Polizei. Wer kann Angaben zum sozialen Umfeld von Frau Volkert machen? Welche Lebensgewohnheiten hatte sie? Zu wem hatte sie Kontakt? „Wir bitten darum, dass sich auch alle damals von der Polizei evtl. bereits Befragten nochmals melden.“ Für Mitteilungen hat die Polizei ein Hinweistelefon geschaltet. Die Ermittler der Kripo sind jederzeit unter der Telefonnummer 0800/ 1011611 erreichbar. Außerdem steht als lokaler Ansprechpartner der Dienststellenleiter der Polizeistation Gemünden unter der Telefonnummer 09351/ 97410 zur Verfügung.

Weitere Infos:

Cold Case – die Polizei in Unterfranken rollt 13 Jahre alten Vermisstenfall wieder auf


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