17.09.2018, 11:19 Uhr

Im Alter von etwa 58 Jahren gestorben Trauer um „Moby“ – der Chef in der Nürnberger Delphingruppe ist tot

„Moby“ durch die Unterwasserscheibe des Blauen Salons. (Foto: Susanne Gugeler)„Moby“ durch die Unterwasserscheibe des Blauen Salons. (Foto: Susanne Gugeler)

Am Sonntag, 16. September, ist der männliche Große Tümmler „Moby“ im Tiergarten der Stadt Nürnberg im Alter von etwa 58 Jahren gestorben. „Moby“ galt als einer der ältesten bekannten männlichen Großen Tümmler. Er wurde etwa 1960 an der Küste von Florida, USA, geboren und lebte seit 1971 im Tiergarten Nürnberg. Ein weißer Fleck auf dem Kopf machte ihn unverkennbar.

NÜRNBERG „Moby“ hat die Geschichte der Delphinhaltung in Nürnberg von Beginn an miterlebt und geprägt. Er ist Vater von 13 Jungtieren. Vier seiner Nachkommen leben noch. Sie haben ihr heutiges Zuhause in Holland, Spanien und Portugal. „Moby“ galt als souveräner Chef in der Delphingruppe in Nürnberg – in unterschiedlichsten sozialen Konstellationen. Dabei agierte er durch natürliche Autorität, was sich in einem ruhigen, aber sehr bestimmten Verhalten gegenüber anderen Bullen in der Gruppe äußerte. Kräftemäßig konnte sich kein anderes Tier mit ihm messen. Erst im sehr hohen Alter von über 50 Jahren konnte er sich nicht mehr dauerhaft gegen jüngere Bullen durchsetzen. So ist sein Sohn „Noah“ auch der Vater des letzten, 2014 in Nürnberg geborenen Delphinkalbs „Nami“.

Im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) wechselten die jüngeren Bullen in andere Delphinarien in Holland, Spanien und Portugal. In den letzten Jahren seines Lebens hatte sich Moby bereits zeitweise aus dem sozialen Leben der Gruppe zurückgezogen. Man konnte ihn deshalb oft alleine spielen, ruhen oder seine Runden schwimmen sehen.

Moby hatte ein sehr enges Verhältnis nicht nur zu seinen Weibchen, sondern auch zu seinen Pflegerinnen und Pflegern, denen er bis zum Ende vertraute. Er ließ sich freiwillig Blut nehmen und Medikamente verabreichen, was eine stressfreie Behandlung ermöglichte. Am Sonntagmorgen kam Moby nicht zur üblichen Futterrunde und die Pfleger reagierten sofort und holten ihn in ein rückwärtiges Becken. Dort wurden noch Proben zur Diagnose genommen. Trotz der eingeleiteten Therapie verschlechterte sich sein Zustand sehr schnell und er starb binnen weniger Stunden.

Mit etwa 58 Jahren war Moby der älteste, männliche Delphin in menschlicher Obhut im EEP, wie auch in den USA. Als überaus bekannter Vertreter seiner Art hat er, ähnlich wie Gorilla Fritz, Tiergartengeschichte in Nürnberg geschrieben.


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